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Mitch Ryder
Mitch Ryder stammt aus Detroit. Da baut man Autos oder macht Musik (und zwar Soul oder Rock). Im übertragenen Sinne hat er alles gemacht. Denn Mitch Ryder hat die Höhen und Tiefen des Rock'n'Roll-Geschäfts am eigenen Leib erlebt. Schon als Jugendlicher war er in den sechziger Jahren auf dem Weg, ein Star zu werden. Mit seiner Band, den DETROIT WHEELS spielt er schweisstreibenden R'n'B, abgeschmeckt mit einem guten Schuss Soul. Singles wie "Jenny Take A Ride", "Suck It To Me Baby" oder "Devil With a Blue Dress" rangierten in den Top Twenty. Dann ging Mitch neue Wege. Es entstand das Rockalbum "Detroit" (1971), produziert von Bob Ezrin (Pink Floyd, Alice Cooper). Kurz darauf - wahrscheinlich auch, weil der Erfolg ausblieb -, zog sich Ryder zurück und hörte auf, professionell Musik zu machen. Stattdessen ging er jahrelang einem stink normalen Job nach.
1979 meldete er sich dann mit neuer Band und neuer Platte
zurück, die den bezeichnenden Titel trug "How I Spent My
Vacation". Im Oktober 1979 gastierte Mitch Ryder in der WDR
Rocknacht. Ein Konzert, das für viele Kultstatus hat und als
"Legendary Full Moon Concert" in die Analen eingegangen
ist. Kaum einer kannte diesen Mitch Ryder damals hier. Und anstatt
dass dieser sich professionell die Herzen seiner Zuschauer (und
potentiellen Kunden) erspielte, legte er sich sogar mit dem
Publikum an. Er war vollkommen zugedröhnt. "Tough
Kid", "War", "Freezin In Hell",
"Ain't Nobody White Can Sing The Blues", das sind
Rockklassiker geworden. Songs, die nie an Bedeutung verloren haben.
Genau wie "Er ist nicht mein Präsident", ein
deutliches politisches Statement gegen den damaligen
Präsidenten Ronald Reagan.
Mitch Ryder konnte nie an die Erfolge seiner frühen Karriere
anknüpfen, wahrscheinlich wollte er es auch nicht. In Amerika
will man ihn nur mit seinen alten R'n'B-Hits sehen. In
Deutschland zieht er mit der Ex-DDR-Band ENGERLING durch die Klubs
der Republik und spielt wozu er Lust hat. Meistens wird er dabei
von seinem US-Gitarristen Robert Gillespie unterstützt.
ENGERLING haben Mitch Ryder immer verehrt, nun spielen sie mit ihm
und zwar verdammt gut!
Stand: 20.02.2010
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