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Rockpalast
Seachange
Besetzung:
Daniel Eastop: vocals
Adam Cormack: guitar
Dave Gray: guitar, keyboards, accordion
James Vyner: bass
Neil Wells: keyboards, guitar, backing vocals,
cornet
Simon Aldcroft: drums
Stand: 24. März 2007
Zunächst lief alles so rasant wie klassisch. Singles auf Kleinstlabels, phänomenale Live-Shows, das Internet begann zu rascheln: Es sollte da eine ganz fantastische neue Band geben. Nicht aus New York, nein, aus Nottingham. Sozusagen aus der Mitte der englischen Provinz. Juveniler, drängender Indie-Rock. Mit Geige. Und Akzent. Wow. Auftritte mit Idlewild und ...Trail of Dead. Matador schlägt zu und signt Seachange als erste englische Band seit Äonen. 2003 erscheint die "Glitterball"-EP und im nächsten Jahr "Lay Of The Land", das gloriose Debüt. Lobhudeleien allüberall. Und wieder eine Tour vor strahlenden Gesichtern. Eine Verschnaufpause war angesagt. Kurz die Augen des eigenen Orkans wischen. Die Band sammelt sich daheim im "First Love", ihrem Studio/Proberaum/Versteck, wo sie zu Atem kommt, den erdigen Rock kurz zur Seite kratzt und ihre Folkwurzeln darunter entdeckt. Ausgebuddelt werden diese öffentlich im Dezember 2004 bei einem Gig in der Green Mill's Old School Hall im nahe gelegenen Sneinton bei Kerzenschein und Glühwein. Und es gefiel. Allen. Doch die Lust am Lärmen blieb. Also, warum nicht ein wenig Größenwahn? Das zweite Album sollte ein Zwilling werden, halb Ach, halb Krach. Auf ging's nach ans Ende des Königsreichs in Richtung Cornwall mit dem schottischen Produzentenheroen Tony Doogan (Mogwai, Belle & Sebastian, Teenage Fanclub etc., pp.) und einer handvoll Ideen im Gepäck. In einem entlegenen Bauernhaus ging die Saat auf und trug mit "Anti-Story", "No Backward Glances", "Christmas Letters" und "In" leuchtende Früchte. Erntedankfest war nie schöner. Nur: Seachange mussten einsehen, dass sie sich übernommen hatten. Ein Laut-Leise-Doppelalbum aufnehmen bleibt eine gute Idee. Aber in drei Wochen? Ohne mittelmäßige Songs? Eben. Also wurde die Idee "Doppelalbum" über Bord geworfen und Nottinghams Antwort auf Jim O'Rourke, Neil Wells (u.a. Savoy Grand, Escaplolgists), mit an selbiges geholt. Ein Glücksgriff und die Zusatzzahl zum Seachange-Sechser. Wells setzt die fehlende Tupfer in die eh schon mit reichhaltiger Farbpalette gepinselten Stücke. Der Bob Ross des Indie-Rocks. Von den Hornstößen im Opener "Annie, Tacoma" bis zu den knusprig malmenden Gitarren am Ende von "The Key". Alles passt. Im "First Love"-Studio nutzte die Band den Rest von 2005 zusammen mit Co-Produzent Peter Fletcher (Escaplogoists), um "On Fire, With Love" fertig zu stellen. Und es ist wieder alles da. Dan Eastops großartige Stimme, das Changieren zwischen sauer und Trauer, Johanna Cormacks sägende singende Geige, die Laut-Leise-Dynamik. Und der Trotz, nicht aufzugeben. Jetzt erst recht nicht. Was sich auch im Rahmen diverser Tourneen des europäischen Festlandes zeigte. Seachange nehmen keine Gefangenen. Großartige Live-Auftritte sind die Folge. Sie bringen Empathie zurück in den Indie-Rock. - Rembert Stiewe -
Stand: 27.04.2009
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