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Kultur
Rockpalast
Sendung vom 20. März 2006
Crossroads
Dass Norwegen musikalisch lediglich schwermütige Melancholie oder Death-Metal zu bieten hätte, widerlegen HELLDORADO aus Stavanger eindrucksvoll. Ihre Koordinaten sind die Wüste, staubige Hymnen die von Verlassen und Verderben künden, überwältigende, breitwandige Balladen, Whiskey, Spaghetti-Western, V8-Motoren, Surf-Gitarren und Garagen-Rock. Wie einem Drehbuch von David Lynch oder Quentin Tarantino entstiegen, schaffen sie sich ab an starken Mythen und Bildern, den Murder Ballads aus Dreck und Twang, aus fiebrigem Wahn, dem Verlust von Liebe, Leben und geistiger Gesundheit. Dies ist Herzblut, Hingabe und große Geste zugleich. Man spürt die Klapperschlangen und die Hitze, man schmeckt das Öl und den salzigen Schweiß auf aufgeplatzten Lippen. Mit „The Ballad Of Nora Lee“, ihrem zweiten Album, haben sie ihren Kosmos um stoisch-lässigen Rock erweitert. Auf diversen Tourneen quer über den europäischen Kontinent konnten die vier charismatischen Helldorados darüber hinaus dem allerorten begeisterten bis ungläubig staunenden Publikum zeigen, wie abwechslungsreich, hingebungsvoll und furios man mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug ein Feuerwerk begeisternden Wüsten-Rocks entfachen kann. Eine der besten Live-Bands des Kontinents und bald sicher mehr als ein Geheimtipp.
Besetzung:
Dag S. Vagle: vocals, guitar
Bård Halsne: guitar, backing
vocals
Hans A Wassvik: bass, backing
vocals
Morten Jackman: drums, backing vocal
Triggerfinger haben gerade mal ein Album veröffentlicht, und schon steht ihre Heimat Kopf. „Ein Meilenstein belgischer Rockgeschichte“ überschlägt sich die dortige Presse, ein euphorisierter belgischer Radio-Journalist beschreibt ein Triggerfinger-Konzert wie folgt: „Nichts und niemand hatte uns vorbereitet auf diesen intensiven Auftritt, der plötzlich ungefähr 500.000 so genannte Rockbands ziemlich nutzlos aussehen ließ. Ich möchte jedem, der mit dem Gedanken spielt, in der Öffentlichkeit eine Gitarre, einen Bass oder ein Schlagzeug anzufassen raten, vorher dieser flämische Rock-Maschine ansichtig zu werden. Denn so wie Triggerfinger es machen, kann das niemand sonst. Wir sahen und hörten die Rocktradition seit ungefähr Johnny Burnette, über Creedence Clearwater Revival zu Led Zeppelin und den Queens Of The Stone Age. Das Publikum wurde schlicht auf den Boden genagelt von diesem musikalischen Wirbelsturm, während Triggerfinger nie Feinheiten aus den Augen ließen – oder ihren Humor. Triggerfinger spielen so gut, dass es ihnen verboten werden müsste aufzutreten – nur um es tausenden von gut meinenden Bands leichter zu machen.“ Lauter Rock, sehr charmant, gleichzeitig rootsy und urban, erfahren aber jung, mit unbändiger Spielfreude, großem Talent und einnehmendem Charme gesegnet. Daraus werden Karrieren gestrickt.
Stand: 08.09.2009
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