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Kultur
Rockpalast
Sendung vom 14. Juli 2008
Crossroads mit Boss Martians und Hushpuppies
Dass Little Steven und Bruce Springsteen die Boss Martians verehren führt in die Irre - verschreibt sich das Quartett aus Seattle doch viel eher dem verschwitzten Garagenrock der Sonics, dem brachialen Proto-Punk der Stooges und MC 5 sowie melodieseligem Power-Pop mit Surf-, Retro- und Alternative-Elementen. Eine live hochexplosive, wuchtige Mischung, die auch Iggy Pop, den Godfather of Punk, derart beeindruckte, dass er für das aktuelle Album der Boss Martians nicht nur einen Song schrieb, sondern – der rockmusikalische Ritterschlag- höchstpersönlich auf der Singleveröffentlichung dieses Titels mit Bandleader Evan Foster zusammen im Duett sang. Rockmusik mit dicker Hose, die sich stilsicher bei guten Vorbildern bedient.
Die französischen Hush Puppies rocken sich juvenil unbekümmert durch die letzten vier Dekaden und verleugnen dabei einerseits nicht ihre frühen britischen Vorbilder wie The Who, The Small Faces oder die Kinks. Andererseits sind zeitgenössischere Einflussgrößen wie The Hives zu erkennen. Was zu einem angenehm überdrehten, krachigen Indie-Pop führt, der sich meist in kurzen, hymnischen Songs offenbart, die einer quirlig quengelnden Orgel und großen Rock-Gesten ebenso Platz bieten wie atmosphärischen Melodien. Brit-Pop-Anleihen und sarkastische Überhöhungen ergänzen ihren unkomplizierten Umgang mit handelsüblichen Rockattitüden.
Stand: 03.09.2009
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