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Rockpalast
Sendung vom 14. Dezember 2008
Crossroads mit Rose Kemp und Pure Reason Revolution
Mögen einige ihrer Songs mit Samplings, wummernder Maschinen, luftiger Rhythmik und leichtfüßiger Slide-Gitarre noch an das floydsche „Welcome To The Machine“ denken lassen, so gelingen generell Einordnungsversuche schwer. Das englische Q-Magazin bezeichnete das englische Quintett als „das fehlende Glied zwischen Pink Floyd und dem 21. Jahrhundert“. Richtig - und falsch. Sinnvoller ist es, auf das wunderbare Zusammenspiel zwischen Gitarre und weiblichem Gesang hinzuweisen, auf herrliche Gitarren-Arpeggios, auf die feine Verbindung von Elektrobleeps und, vor allem aber auf den wunderbaren polyphonen Gesang, der nicht so verschachtelt wie der von Gentle Giant aber so jubilierend wie der der Beach Boys daherkommt. Allein auf “Ambassadors” wurden bis zu 60 Tonspuren dafür verwendet, womit PRR wohl jede noch so berühmte Psychedelic-Band in den Schatten stellen dürfte. Jeder Song schäumend vor Harmonien und Melodien, eine brodelnde Mixtur aus Prog-, Space- und Rave-Rock. Man darf gespannt sein, wie die nach Ksnts „Kritik der reinen Vernunft“ benannte und kunstinteressierte Band die Live-Umsetzung der vielschichtigen Songs gelingen wird.
Dass Rose Kemp schon in jungen Jahre tourte, sang und sogar einige Lieder mit ihren Eltern verfasste, interessiert nur am Rande. Ihre Eltern Maddy Prior und Rick Kemp stehen der britischen Folk-Rock-Legende Steeleye Span vor. Kemps Entwicklung vom Folk der Frühtage zu einer ganz neuen, eigenständigen Form des Doom-Folks vollzog sich in wenigen Jahren und auf nur drei Alben. Live begeistern Kemp und ihren beiden Mitstreiter mit einer Atem nehmenden Vielfältigkeit und überraschend wuchtigen Gitarren. Ihr an Kate Bush gemahnender Gesang wird dabei von klassischen Rockriffs a la Black Sabbath und Led Zeppelin in ungekannte Ecken geschleudert. Die FAZ schrieb über eines ihrer Konzerte: "Der Emphase von Rose Kemp kann man erliegen oder sich entziehen, gleichgültig lässt sie nicht."
Stand: 25.06.2009
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