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Servicezeit
:Essen & Trinken
Sendung vom 05. Februar 2010
Katja will’s wissen: Fett verbrennen – aber wie?
Wäre es nicht super, wenn man so viel essen könnte, wie man wollte, ohne dick zu werden? Oder wenn man etwas essen könnte, dass einen schlank macht?
Aber vielleicht gibt es so etwas ja. Bei manchen Diäten wird von sogenannten „Fatburnern“, also „Fettverbrennern“, gesprochen. Ob diese Lebensmittel wirklich schlank machen? Die Ernährungsjournalistin Katja K. hat im Auftrag von Servicezeit: Essen & Trinken bei Experten nachgefragt.
Ananas, Grapefruits oder Papayas enthalten Enzyme, die nach Angaben in einigen Diätratgebern Fett „auflösen“ sollen. Doch selbst wenn sie diese Wirkung hätten, könnten sie nicht wirken. Denn Enzyme sind Eiweiße. Und diese werden bereits im Magen – also lange, bevor sie in einer Fettzelle ankommen könnten, von der Magensäure und den Verdauungsenzymen zerstört. Sie verlieren also ihre mögliche Wirkung, noch bevor sie vom Körper aufgenommen werden.
Diese drei Getränke sind koffeinhaltige Genussmittel. Nicht mehr und nicht weniger. Zwar kann Koffein in der Tat den Stoffwechsel anregen, was man an einem beschleunigten Herzschlag spürt, doch damit das Fett wirklich „verbrennt“, müsste man sehr, sehr viel Kaffee oder Tee trinken. Und das wäre schlecht für die Gesundheit. Zittern, Herzrasen, Schwindel und Schweißausbrüche lassen einen die überschüssigen Pfunde eher unwichtig erscheinen.
Die tödliche Dosierung für Koffein liegt übrigens bei circa 10 Gramm. Das entspricht gut 100 Tassen Kaffee.
Gewürze wie Chili erhitzen durch ihre Schärfe. Die Durchblutung wird gesteigert, vor allem im Mund und Magen. Die für diese Temperatursteigerung benötigte Energie stammt aber nicht aus den Fettzellen. Das würde viel zu lange dauern.
Der Fluss der Verdauungssäfte wird durch scharfe Gewürze angeregt. Das Essen wird also schneller und gründlicher aufgeschlossen, und die Nährstoffe werden besser aufgenommen. Von Fettverbrennung kann auch hier keine Rede sein.
Als wahres Wundermittel zum Abnehmen wird L-Carnitin angepriesen. Die vitaminähnliche Substanz kann man in Form von Pulver oder Kapseln kaufen, doch wir nehmen sie auch über die Nahrung auf. Außerdem stellt der Körper Carnitin selbst her – und das in der Regel in mehr als ausreichender Menge. Zwar regt Carnitin die Fettverbrennung in den Mitochondrien an, das sind Zellkörper innerhalb der Zelle, doch ein Mehr an Carnitin führt nicht zu einer erhöhten Verbrennung, sondern zu einer vermehrten Ausscheidung des Stoffes selbst. Und dann hat man sein Geld umsonst ausgegeben.
Schilddrüsen- oder Wachstumshormone stehen ebenfalls im Ruf, die Fettverbrennung anzuregen, weil sie unter anderem den Stoffwechsel anregen. Doch die unerwünschten Nebenwirkungen sind bei Hormonen noch unübersichtlicher und gefährlicher als zum Beispiel beim Koffein. Deshalb: Finger weg! Außerdem müsste man das Wachstumshormon sogar spritzen. An der Nadel zum Wunschgewicht? Das wäre sicher auch nicht der richtige Weg.
Es gibt also bisher keinen wissenschaftlich belegten Hinweis dafür, dass der Fettabbau durch Lebensmittel beschleunigt werden kann, und pharmakologisch wirksame Substanzen sind in ihrer Wirkung zu gefährlich und der Markt zu unübersichtlich, als dass man sie als Diäthilfe auch nur in Erwägung ziehen sollte.
Es hilft nichts: Fettreserven schmelzen nur, wenn man mehr Energie verbraucht, als man zu sich nimmt.
Angela Sommer
Stand: 05.02.2010