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:Essen & Trinken
Sendung vom 05. Februar 2010
Risiken durch mangelnde Lebensmittelhygiene werden oft
unterschätzt
Lebensmittelinfektionen mit Salmonellen, Campylobacter oder Ähnlichem werden als „Zoonosen“ bezeichnet. Die Erreger werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen (zum Beispiel über kontaminierte Lebensmittel, Wasser, Schmutz oder Kot). Eine Infektion kann – je nach Schwere der Symptome oder Verfassung des Betroffenen – lebensbedrohlich sein.
Lebensmittelinfektionen sind europaweit insgesamt leicht zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ( EFSA) in ihrem aktuellen Bericht. Grundlage des Berichts sind alle gemeldeten Fälle des Jahres 2008. Zu den häufigsten Zoonosen gehören Infektionen mit Campylobacter. Rund 190.566 Fälle wurden 2008 gemeldet – circa 10.000 weniger als 2007. Die Bakterien werden zum Beispiel durch rohes Geflügelfleisch übertragen und rufen Symptome wie Durchfall und Fieber hervor.
Am zweithäufigsten traten Salmonelleninfektionen auf. Im Jahr 2008 wurden in Europa 131.468 Fälle gemeldet. Salmonellen werden vor allem durch rohes Geflügel- oder Schweinefleisch oder Eier übertragen.
Weit seltener sind Infektionen mit Listerien. Nur 1.381 Fälle wurden 2008 gemeldet. Lebensmittel, die mit Listerien verunreinigt sein können, sind zum Beispiel verzehrfertige Lebensmittel wie Räucherfisch oder Fleischprodukte oder Käse.
Sofern bei der Übertragung einer Zoonose Lebensmittel im Spiel waren, konnten in 23 Prozent der in Europa gemeldeten Fälle Eier und Eierspeisen als Überträger ausgemacht werden. Bei jeder zehnten Erkrankung war Schweinefleisch die Quelle, und bei circa 9 Prozent lag es an einer nicht näher definierten Mahlzeit am Büfett.
Obwohl die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind, infizierten sich laut Robert Koch-Institut (RKI) allein in Deutschland pro Jahr über 100.000 Menschen mit Salmonellen oder Campylobacter. Experten schätzen, dass die Zahl aufgrund nicht erfasster Fälle weit höher ist. Laut aid infodienst gilt die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen als besonders gefährdet. Ob es diese Altersklasse vielleicht mit der Hygiene nicht so genau nimmt, ist hingegen nicht belegt. Möglich wäre es, denn Hygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um sich vor einer Lebensmittelinfektion zu schützen. Hier einige Dinge, auf die man achten sollte:
Katrin Niemann
Stand: 05.02.2010