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Ratgeber
Servicezeit
:Familie
Sendung vom 21. März 2007
Kein Malheur: Stumpfe Messer
Wo Familie ist, ist meist auch die nächste Überraschung nicht weit – manchmal eine „böse“. Kleinkinder entdecken das teure Sofa als Malfläche, Papa beweist zwar seine Kochkünste, hinterlässt dabei aber die Küche als „Schlachtfeld“: Wie soll das alles jemals wieder sauber werden? Servicezeit: Familie meint: „Kein Malheur“. In loser Folge gibt es Tipps für Situationen, in denen der Haushalt mal nicht rund läuft. Diesmal im Mittelpunkt: Messer.
Die Fingerprobe macht es spürbar: Viele Messer in der Küchenschublade haben den Schliff verloren! Eine reife Tomate – das ist der Schärfetest – lässt sich mit einem stumpfen Messer nicht mehr halbieren. Aber nur Wellenschliffmesser müssen auf jeden Fall zum Scherenschleifer. Und guten Messern mit glatter Klinge sollte alle zwei Jahre ein professioneller Nachschliff gegönnt werden. Ansonsten lassen sich die meisten Küchenmesser auch zu Hause schleifen.
Dazu wird ein Schleifgerät benötigt, das es in Küchen- und gut sortierten Haushaltswarengeschäften zu kaufen gibt. Allzu oft sollte allerdings nicht Hand angelegt werden, da sich die Klingen auf Dauer abnutzen.
Haben die Klingen erst einmal einen Grundschliff erhalten, eignet sich zum regelmäßigen Nachschärfen ein Wetzstahl. Dieser lässt sich am einfachsten nutzen, wenn er auf einer festen Unterlage aufgestellt wird. Dann mit der anderen Hand das Messer anlegen. Dabei ist es wichtig, dass das Messer in einem flachen Winkel am Wetzstahl angelegt wird. Die beiden Seiten der Klinge werden nun ein paar Mal langsam und gleichmäßig abwechselnd am Wetzstahl entlang gezogen. Dabei liegt einmal der Daumen am Wetzstahl und beim Schleifen der anderen Klingenseite der Zeigefinger.
Gibt es im Haushalt keinen Wetzstahl, so kann ein Keramikteller verwendet werden. Am unglasierten Rand auf der Unterseite des Tellers lässt sich das Messer ebenso gut abziehen wie am Wetzstahl. Dabei wird sehr behutsam mit allen Fingern die Messerklinge leicht gegen den Tellerrand gedrückt und in einem sanften Bogen darüber geführt.
Wichtig: Zahnschliffmesser (wie das Tomatenmesser) lassen sich überhaupt nicht schärfen. Ihnen bekommt weder das Schleifen noch das Abziehen.
Auch Scheren sollten hin und wieder einen neuen Schliff bekommen. Das gilt für Küchen-, Bastel- sowie Nagelscheren gleichermaßen: Einfach damit mehrmals in einen Bogen Schleifpapier schneiden. Allerdings muss dieser mindestens eine 240er Körnung haben, da die Klinge sonst verletzt wird. Und wenn die Nagelfeile nicht mehr gut feilt? Auch sie lässt sich schärfen, vorausgesetzt die Körnung ist verschmutzt. Dann genügt ein Stückchen starkes Klebeband. Dieses drückt man kräftig auf die Feile und zieht es wieder ab. Der Schmutz klebt am Band, und die Feile ist wieder sauber und funktionstüchtig.
Und wie werden die Messer gereinigt? Gute Messer gehören keinesfalls in die Spülmaschine. Dort stumpfen sie durch das Spülmaschinensalz ab. Sie sollten in jedem Fall mit der Hand gesäubert und abgerieben werden.
Silbermesser wie alles andere Silberbesteck lässt sich hingegen gut in der Spülmaschine waschen, wenn es in ein Extrakörbchen sortiert wird. Noch besser füllt man in dieses Extrakörbchen einige Kügelchen Alufolie. Diese brauchen nur alle paar Wochen ausgetauscht zu werden.
Inka Friese und Simone Masarwah
Stand: 29.10.2007