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Ratgeber
Servicezeit
:Familie
Sendung vom 18. November 2009
Espressomaschinen im Test
Wer Espresso auch zu Hause genießen will und sich hierzu nicht gleich einen teuren Vollautomaten kaufen möchte, für den sind Siebträgermaschinen eine Alternative. Siebträgermaschinen gibt es schon für deutlich unter 250 Euro. Doch zaubern sie auch einen perfekten Espresso? Servicezeit: Familie hat vier Maschinen einem Praxistest unterzogen.
Rowenta Prelude
Die Maschine in „Edelstahloptik“ sieht wirklich edel
aus, finden unsere Tester. Allerdings vermissen sie den An- und
Ausschalter. Sobald der Stecker drin ist, macht sich die Maschine
sowohl beim Hotelmanager als auch bei der Geschäftsfrau
selbstständig – die Sauerei ist da vorprogrammiert. Bei
der Maschine ist unbedingt zu beachten, dass sich der Hebel in
Mittelposition befindet, bevor man sie ans Stromnetz
hängt.
Wenig begeistert ist der Barista vom Drucksystem. Die Maschine
verfügt zwar über ein Profisieb mit vielen
durchgängigen Löchern, der nötige Druck soll dann
aber durch eine ins Sieb einzulegende „Cream Disc“,
eine Kunststoffmembran mit nur einem kleinen Loch, erzeugt werden.
„Da kann eigentlich keine Crema, sondern nur Schaum
entstehen“, meint Erik Puchert skeptisch. Doch noch nicht
einmal Schaum ist zu sehen, geschweige denn Crema. Der Kaffee ist
nur schwarz und schmeckt bitter. „Der schmeckt überhaupt
nicht“, lautet das Urteil des Hotelmanagers.
AEG EA 130 Crema
Das Gehäuse ist „nur aus Plastik“, befindet
Testerin Sonja. Aber immerhin verfügt diese Maschine über
einen An- und Ausschalter. Enttäuschung beim Barista, als er
das Sieb untersucht: Die Löcher sind nur angedeutet,
aufgestanzt. Wirklich durchgängig ist nur ein einziges Loch.
Auch hier soll wieder auf diese Art und Weise künstlich Druck
aufgebaut werden, den die Maschine von alleine nicht erzeugt.
„Vortäuschung falscher Tatsachen“, nennt Erik
Puchert das.
Der Espresso kommt dann recht zügig aus der Maschine und sieht
gut aus: Er ist bedeckt von einer durchgängigen Crema.
Tatsächlich? Der Barista probiert die vermeintliche Crema.
„Eine Crema sollte nach Kaffee schmecken. Diese hier schmeckt
kaum danach. Also nur Schaum, keine wirkliche Crema“, lautet
das Fazit. „Den kann man als Espresso durchgehen
lassen“, meint hingegen Hotelmanager Michele C. „Geht
in Richtung Espresso auf alle Fälle schon mal“, urteilt
der Barista abschließend.
Krups Vivo
Der Vorteil dieser Maschine auf den ersten Blick: Sie ist klein und
damit platzsparend. Allerdings besteht sie zum Großteil aus
Kunststoff. Einen weiteren großen Vorteil entdeckt der
Barista, als er den Siebträger untersucht: Er findet ein Sieb
mit vielen durchgängigen Löchern statt einer
Kunststoffmembran oder dergleichen. „Das sieht doch zumindest
von der Optik wie bei der Profimaschine aus. Ich bin auf das
Ergebnis sehr gespannt“, meint Erik Puchert. Das Ergebnis
kommt schnell, da die Maschine kein Vorbrühsystem hat, sondern
direkt startet: Den Espresso bedeckt eine durchgängige Crema,
die auch den Geschmackstest des Barista besteht. Fazit der
Kölner Geschäftsfrau Sonja: „Ein
Superespresso.“ Barista Erik Puchert resümiert:
„Das kommt einem Espresso, wie ich ihn hier bei mir
erwartete, doch sehr nahe.“
Saeco Aroma
Die teuerste Maschine im Test wirkt edel und solide verarbeitet.
Doch gibt es schnell die erste Enttäuschung für den
Barista: Wieder wird hier eine Kunststoffmembran mit nur einem
kleinen Loch verwendet, um künstlich Druck zu erzeugen.
Zweiter Nachteil: Jedes Mal, wenn der Wasserbehälter leer
gelaufen ist, muss die Maschine entlüftet werden. „Da
habe ich morgens schon keine Lust mehr auf einen Kaffee“,
meint Sonja.
Als die Maschine dann endlich läuft, steigert sich der Unmut
unserer Tester noch: Der Kaffee quillt auch seitlich des Siebes
heraus und kommt sogar aus dem Hebel getropft. „Einfach
unglaublich“, meint dazu Erik Puchert.
Unsere Tester können das schlechte Ergebnis kaum glauben und probieren alles aus. Ein befriedigendes Ergebnis bekommen sie jedoch nur, wenn sie in das Sieb für zwei Portionen Espresso nur eine Portion einfüllen. Wenn man diesen Trick anwendet, läuft kein Kaffee neben das Sieb, und der Espresso hat sogar eine Crema.
Einstimmigkeit bei unseren Testern: Die Maschine von Krups ist der Testsieger. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, die einfache Bedienung und ein Espresso mit Crema haben sie überzeugt.
Stephan Creydt
Stand: 18.11.2009