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Espressomaschinen im Test

  • SendeterminMittwoch, 18. November 2009, 18.20 - 18.50 Uhr .
Vier Testmodelle; Rechte: WDR (TV-Bild)
Welche der vier Testmaschinen wird diesmal zum Sieger gekürt?

Wer Espresso auch zu Hause genießen will und sich hierzu nicht gleich einen teuren Vollautomaten kaufen möchte, für den sind Siebträgermaschinen eine Alternative. Siebträgermaschinen gibt es schon für deutlich unter 250 Euro. Doch zaubern sie auch einen perfekten Espresso? Servicezeit: Familie hat vier Maschinen einem Praxistest unterzogen.

Die getesteten Modelle

  • Rowenta Prelude (circa 179 Euro)
  • AEG EA 130 Crema (circa 150 Euro)
  • Krups Vivo (circa 140 Euro)
  • Saeco Aroma (circa 230 Euro)

Die Tester

  • Erik Puchert, Barista der Cafébar „Signor Verde“ in Köln
  • Michele C., italienischer Hotelmanager aus Bonn
  • Sonja L., Kölner Geschäftsfrau

Die Testergebnisse

Rowenta Prelude; Rechte: WDR (TV-Bild)
Rowenta Prelude

Rowenta Prelude
Die Maschine in „Edelstahloptik“ sieht wirklich edel aus, finden unsere Tester. Allerdings vermissen sie den An- und Ausschalter. Sobald der Stecker drin ist, macht sich die Maschine sowohl beim Hotelmanager als auch bei der Geschäftsfrau selbstständig – die Sauerei ist da vorprogrammiert. Bei der Maschine ist unbedingt zu beachten, dass sich der Hebel in Mittelposition befindet, bevor man sie ans Stromnetz hängt.
Wenig begeistert ist der Barista vom Drucksystem. Die Maschine verfügt zwar über ein Profisieb mit vielen durchgängigen Löchern, der nötige Druck soll dann aber durch eine ins Sieb einzulegende „Cream Disc“, eine Kunststoffmembran mit nur einem kleinen Loch, erzeugt werden. „Da kann eigentlich keine Crema, sondern nur Schaum entstehen“, meint Erik Puchert skeptisch. Doch noch nicht einmal Schaum ist zu sehen, geschweige denn Crema. Der Kaffee ist nur schwarz und schmeckt bitter. „Der schmeckt überhaupt nicht“, lautet das Urteil des Hotelmanagers.

AEG EA 130 Crema; Rechte: WDR (TV-Bild)
AEG EA 130 Crema

AEG EA 130 Crema
Das Gehäuse ist „nur aus Plastik“, befindet Testerin Sonja. Aber immerhin verfügt diese Maschine über einen An- und Ausschalter. Enttäuschung beim Barista, als er das Sieb untersucht: Die Löcher sind nur angedeutet, aufgestanzt. Wirklich durchgängig ist nur ein einziges Loch. Auch hier soll wieder auf diese Art und Weise künstlich Druck aufgebaut werden, den die Maschine von alleine nicht erzeugt. „Vortäuschung falscher Tatsachen“, nennt Erik Puchert das.
Der Espresso kommt dann recht zügig aus der Maschine und sieht gut aus: Er ist bedeckt von einer durchgängigen Crema. Tatsächlich? Der Barista probiert die vermeintliche Crema. „Eine Crema sollte nach Kaffee schmecken. Diese hier schmeckt kaum danach. Also nur Schaum, keine wirkliche Crema“, lautet das Fazit. „Den kann man als Espresso durchgehen lassen“, meint hingegen Hotelmanager Michele C. „Geht in Richtung Espresso auf alle Fälle schon mal“, urteilt der Barista abschließend.

Krups Vivo; Rechte: WDR (TV-Bild)
Krups Vivo

Krups Vivo
Der Vorteil dieser Maschine auf den ersten Blick: Sie ist klein und damit platzsparend. Allerdings besteht sie zum Großteil aus Kunststoff. Einen weiteren großen Vorteil entdeckt der Barista, als er den Siebträger untersucht: Er findet ein Sieb mit vielen durchgängigen Löchern statt einer Kunststoffmembran oder dergleichen. „Das sieht doch zumindest von der Optik wie bei der Profimaschine aus. Ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt“, meint Erik Puchert. Das Ergebnis kommt schnell, da die Maschine kein Vorbrühsystem hat, sondern direkt startet: Den Espresso bedeckt eine durchgängige Crema, die auch den Geschmackstest des Barista besteht. Fazit der Kölner Geschäftsfrau Sonja: „Ein Superespresso.“ Barista Erik Puchert resümiert: „Das kommt einem Espresso, wie ich ihn hier bei mir erwartete, doch sehr nahe.“

Saeco Aroma; Rechte: WDR (TV-Bild)
Saeco Aroma

Saeco Aroma
Die teuerste Maschine im Test wirkt edel und solide verarbeitet. Doch gibt es schnell die erste Enttäuschung für den Barista: Wieder wird hier eine Kunststoffmembran mit nur einem kleinen Loch verwendet, um künstlich Druck zu erzeugen. Zweiter Nachteil: Jedes Mal, wenn der Wasserbehälter leer gelaufen ist, muss die Maschine entlüftet werden. „Da habe ich morgens schon keine Lust mehr auf einen Kaffee“, meint Sonja.
Als die Maschine dann endlich läuft, steigert sich der Unmut unserer Tester noch: Der Kaffee quillt auch seitlich des Siebes heraus und kommt sogar aus dem Hebel getropft. „Einfach unglaublich“, meint dazu Erik Puchert.

Unsere Tester können das schlechte Ergebnis kaum glauben und probieren alles aus. Ein befriedigendes Ergebnis bekommen sie jedoch nur, wenn sie in das Sieb für zwei Portionen Espresso nur eine Portion einfüllen. Wenn man diesen Trick anwendet, läuft kein Kaffee neben das Sieb, und der Espresso hat sogar eine Crema.

Der Testsieger

Einstimmigkeit bei unseren Testern: Die Maschine von Krups ist der Testsieger. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, die einfache Bedienung und ein Espresso mit Crema haben sie überzeugt.

Autor:

Stephan Creydt

Stand: 18.11.2009


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