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Müll trennen – aber richtig

  • SendeterminMittwoch, 06. Januar 2010, 18.20 - 18.50 Uhr .
Müll wird von Hand sortiert; Rechte: WDR (TV-Bild)
Alltäglicher Verpackungsmüll

Müll richtig trennen – gar nicht so einfach. Die größten Unsicherheiten gibt es bei der Befüllung des Gelben Sacks. Servicezeit: Familie hat sich in einer großen Müllsortieranlage umgeschaut. Die erste Erkenntnis: Dort stinkt es bestialisch - Spülen von Joghurtbechern vor dem Wegwerfen macht keinen Sinn, im Gegenteil. Die zweite Erkenntnis: Auch wenn der Müll am Anfang der Anlage nur wie ein riesiger Dreckhaufen wirkt, am Ende können zehn verschiedene Wertstofffraktionen aussortiert werden. Und das Resümee angesichts der gewaltigen Müllberge: Am besten wäre es, wir würden diese Müllberge gar nicht erst produzieren.

Sammeln, entsorgen, recyceln – das Duale System

Der Grüne Punkt; Rechte: WDR (TV-Bild)
Der Grüne Punkt: Markenzeichen für „Duales System Deutschland“

Seit den 90er-Jahren sind Firmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und bei deren Entsorgung mitzuwirken. Das Ganze wurde „Duales System“ getauft, und die erste Firma, die sich um das Einsammeln und Verwerten kümmerte, nannte sich „Duales System Deutschland“. Ihr Markenzeichen: der grüne Punkt. Für uns Verbraucher änderte sich nicht viel, außer, dass wir eine weitere, die Gelbe Mülltonne dazubekamen oder einen Gelben Sack.

Was kommt in den Gelben Sack?

Nach dem Dualen System sollen alle Verkaufsverpackungen vom Verbraucher zurückgegeben werden können. Ein Indiz für den richtigen Container ist das Material: In den Gelben Sack kommen Verpackungen, die aus Metall oder aus Kunststoff bestehen, sowie Mischungen und Verbundstoffe.

Abfälle, die von der Sache her keine Verpackung sind, zum Beispiel ein alter Wischeimer oder ein kaputter Plastikball, dürfen nicht in den Gelben Sack geworfen werden.

Verpackungen aus Glas kommen in den Glascontainer, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Pfandflaschen. Verpackungen aus Papier oder Pappe kommen in den Papiercontainer, wenn sie sauber sind.

Gibt es ein Kennzeichen?

Produkte, die recycelt werden können, tragen bei uns traditionell den Grünen Punkt. Mittlerweile gibt es auch andere Zeichen von insgesamt neun Firmen. Doch merken muss man sich diese nicht, denn seit dem 1. Januar 2009 besteht keine Kennzeichnungspflicht mehr.

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass „der ,Grüne Punkt’ kein Umweltlabel ist. Er sagt nichts über die Umweltverträglichkeit der Verpackung aus. Die Vermeidung von Müll wird mit diesem System nicht gefördert.“

Das perfekte Chaos: Getränkeverpackungen

Lauter Getränkeverpackungen; Rechte: WDR (TV-Bild)
Chaos pur: die Entsorgung von Getränkeverpackungen

Bei den Getränkeverpackungen hat es die Politik geschafft, ein heilloses Chaos anzurichten, und kaum jemand weiß mehr, was wohin zu werfen ist.

Pfandfreie Glasflaschen kommen in den Glascontainer, die Deckel in den Gelben Sack. Flaschen aus Kunststoff gehören in den Gelben Sack. Es sei denn, sie tragen das DPG-Einwegpfandsiegel. Dieses Siegel zeigt eine Flasche und eine Getränkedose mit einem Pfeil, der von rechts nach links zeigt. Wir Verbraucher zahlen Pfand dafür – 0,25 Euro.

Weitaus günstiger im Pfand und ökologischer sind Mehrwegflaschen aus Kunststoff. Diese unbedingt zurückbringen.

Alle anderen Getränkeverpackungen wie Tetapacks oder Schlauchbeutel gehören ebenfalls in den Gelben Sack.

Joghurtbecherchen spülen?

Das Reinigen der alten Becher und Dosen verbraucht Wasser. Dies muss anschließend wieder gereinigt werden. Ökologisch ist dies unsinnig.

Autorin:

Sabine Fricke

Stand: 06.01.2010


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