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Sendung vom 10. Mai 2011
Facebook: Chancen und Risiken
In Ihrem Konto finden Sie die „Privatsphäre-Einstellungen“. Klicken Sie auf den Menüpunkt „Auf Facebook vernetzen“. Hier steht der Menüpunkt „Deine Freundesliste anzeigen“. Diesen Punkt sollte man auf „Nur ich“ oder „Freunde“ einstellen. Sonst ist Ihre Freundesliste für jeden Fremden sichtbar, der Ihr Profil anklickt. In den Privatsphäre-Einstellungen unter dem Menüpunkt 2 „Inhalte auf Facebook teilen“ stellt Facebook viele Punkte automatisch auf „Alle“. Das heißt, Ihr Status, Ihre Fotos und Beiträge, Ihre Biografie und Lieblingszitate, Familie und Beziehungen sind automatisch für alle anderen Facebooknutzer sichtbar – also rund 500 Millionen Menschen. Diese Einstellungen sollten Sie auf „Freunde“ stellen oder jeden Punkt einzeln unter „Benutzerdefiniert“. Ratsam ist zum Beispiel „Orte, die Du besuchst“ auf „Nur ich“ einzustellen. Sonst weiß jeder, wo Sie sich befinden, und es ist auch möglich, ein Bewegungsprofil von Ihnen zu erstellen. Auch mit „Kontaktinformationen“ sollten Sie sparsam sein. Die Privatadresse und Telefonnummer gehören dort nicht hin.
Viele Nutzer nehmen bedenkenlos jede Freundschaftsanfrage an, weil es „cool“ ist, so viele Kontakte wie möglich zu haben. Hier empfiehlt sich Zurückhaltung. Denn jeder kann sich bei Facebook unter falschem Namen und mit einem falschen Foto anmelden und sich unter Ihre Freunde mischen, um Sie auszuspionieren. Wenn jemand Ihnen eine Freundschaftsanfrage sendet, den Sie nicht einordnen können, klicken Sie auf das Profil der einladenden Person. Dort klicken Sie oben links den hellen Reiter „Nachricht senden“ und fragen per E-Mail, woher Sie sich kennen. Wenn die einladende Person diesen Reiter nicht aktiviert hat, und es keine andere Möglichkeit gibt, in Kontakt zu treten, ignorieren Sie die Anfrage. Wenn jemand wirklich an Ihnen interessiert ist, wird er/sie sich schon wieder melden. Die Funktion „Nachricht verschicken“ aktivieren Sie wieder im Menü „Privatsphäre-Einstellungen“ unter dem ersten Menüpunkt „Auf Facebook vernetzen“.
Wenn Sie mit dem Chef „befreundet“ sind und einem Kollegen eine Nachricht zukommen lassen möchten, die der Chef nicht sehen soll, können Sie Nachrichten per E-Mail versenden. Sie können auch Freundeslisten anlegen. Über das linke Profilmenü klicken Sie „Freunde“ an, dann rechts „Freunde bearbeiten“, dann „Liste erstellen“. Sie können nun zuerst einen Namen für die Liste eingeben und anschließend die Personen bestimmen. Wenn Sie dann etwas auf Ihrer Wand posten möchten, finden Sie links neben dem Button „Teilen“ ein kleines Vorhängeschloss und einen Pfeil. Wenn Sie den Pfeil anklicken, erscheinen Ihre Optionen, wer das Posting sehen darf. Unter „Benutzerdefiniert“ können Sie eine Liste aktivieren oder Personen von dem Posting ausschließen.
Der „Like“-Button ist auf vielen Seiten zu sehen. Wenn Sie bei Facebook eingeloggt sind, registriert die Plattform jedoch, wenn Sie eine solche Seite besuchen – selbst dann, wenn Sie den Button nicht betätigen. Was Sie mögen oder nicht, wird nicht nur von Facebook gesammelt und registriert, sondern auch auf Ihrer Wand veröffentlicht. In Zukunft möchte Facebook diese Informationen an Partnerfirmen weitergeben, die wiederum die Information über Sie dazu nutzen, Ihnen personalisierte Werbung zu senden – kein Problem, wenn man schon all Ihre Vorlieben kennt! Dann wird auch Ihr Foto verwendet werden, um Ihren Freunden personalisierte Werbung von Produkten zu senden, die Sie mit dem „Like“-Button „empfohlen“ haben – denn Freunden vertraut man. Zurzeit ist nicht absehbar, was Facebook mit unseren gesammelten Daten macht, denn die Server des Portals stehen in aller Welt und sind nicht an die Regeln des deutschen Datenschutzes gebunden. Wir empfehlen deshalb: Gehen Sie sparsam mit dem Daumen um, und überprüfen Sie regelmäßig in den Privatsphäre-Einstellungen, unter „Anwendungen und Webseiten“ und den Punkt „Umgehende Personalisierung“. Sollte ein Häkchen unter der Liste stehen, die dies zulässt, entfernen Sie es.
Der Freundefinder möchte, dass Sie Ihre E-Mail-Adressbücher zu Facebook exportieren, damit Facebook all Ihre Kontakte zu Facebook einladen kann – ungefragt! Facebook weist zwar darauf hin, dass Sie die Genehmigung der Kontakte für den Export einholen müssen, doch fast niemand tut es. Es hat sich außerdem gezeigt, dass Facebook nicht nur die E-Mail-Adressen aus den Adressbüchern ausliest, sondern auch Telefonnummern, Adressen und persönliche Notizen. Das geht gar nicht! Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat Facebook im Oktober 2010 verklagt. Wir raten deshalb: Exportieren Sie Ihre Adressbücher nicht zu Facebook. Wenn Sie dies bereits getan haben, können Sie den Export wieder rückgängig machen.
Wenn Sie Fragen zum Umgang mit facebook haben, können Sie diese hier in unserem Gästebuch stellen. Wir versuchen alle Fragen zeitnah zu beantworten.
Iris Rohmann
Stand: 10.05.2011
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