
Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Fernsehen
Ratgeber
Servicezeit
Sendung vom 08. Juni 2011
Dieter on Tour: Bahntrasse Hattingen
Die Radtour führt 60 Kilometer durch das südliche Ruhrgebiet. Von Hattingen aus fährt man zunächst rund 15 Kilometer auf einer ehemaligen Bahntrasse in Richtung Süden. Die Strecke führt durch Waldabschnitte, vorbei an Feldern und Wiesen und ist angenehm zu fahren.
Nach dem ersten Viertel der Route geht es weiter in östliche Richtung. Dieser Streckenabschnitt ist leicht wellig, aber trotzdem gut zu bewältigen. Außerdem lockt die bei Wetter gelegene Burgruine Volmarstein mit ihrer großartigen Aussicht. Ein letzter kleiner Anstieg, und schon ist die Hälfte der Tour absolviert. Aber wie gesagt: jetzt unbedingt einen Stopp einlegen.
Die Burg Volmarstein ist eine Burgruine im Stadtteil Volmarstein der Stadt Wetter im Ennepe-Ruhr-Kreis. Erbaut wurde sie im 12. Jahrhundert. Durch einen großen Brand wurden das Dorf Volmarstein und die Burg Mitte des 18. Jahrhunderts zerstört. Von der Burg blieben nur noch Trümmer übrig.
Die Ruine ist heute gut begehbar. Alle Wege sind ausgebaut und gesichert. Von der Burg aus hat man einen fantastischen Panoramablick auf die Stadt Wetter und die Ruhr.
Eine steinerne Hinweistafel am einzigen, noch halb erhaltenen Turm der Ruine weist auf wichtige Daten der Burggeschichte hin. So lautet beispielsweise eine Inschrift: „Diese im Jahr 1100 von dem Erzbischof von Köln erbaute und von den Herren von Volmarstein bewohnte Burg wurde 1324 von dem Grafen von der Mark erobert und zerstört.“
Aber auch für alle, die nicht so tief in die Historie eintauchen wollen, lohnt der Abstecher zur Burgruine Volmarstein.
Nach der Verschnaufpause in Volmarstein führt die Tour gen Norden, Richtung Witten. Dort sollte der nächste größere Stopp eingeplant werden. Denn hier befindet sich die „Wiege des Ruhrbergbaus“. Vor fast 300 Jahren wurden in dieser Gegend die ersten Brocken Kohle gefördert – unter welchen Arbeitsbedingungen, wird bei einem Besuch der Zeche Nachtigall nachvollziehbar.
Es ist eine Reise in die Vergangenheit – in eine Zeit, als noch waagerechte Stollen in die Hänge getrieben wurden. Deshalb gehört eine Führung durch einen Stollen zu den Höhepunkten im Angebot der Zeche Nachtigall. Der Stollen ist zum Teil nur 1,40 Meter hoch, es ist ziemlich düster, und man erhält einen Eindruck, unter welch extremen Bedingungen hier und anderswo früher Kohle gefördert wurde.
Neben der Stollenführung vermittelt eine übersichtlich und verständlich gestaltete Ausstellung weitere Informationen über die Frühzeit der Kohleförderung.
Noch ein Highlight vor Ort: die Besichtigung einer Dampfmaschine. Das gewaltige Ausstellungsstück wurde jahrzehntelang in der Kohleförderung eingesetzt und zählt heute zu den ältesten erhaltenen Dampfmaschinen des Ruhrgebiets.
Das Erlebnis- und Ausstellungsangebot der Zeche Nachtigall kann zu bezahlbaren Preisen genutzt werden. Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder und Jugendliche 1,50 Euro.
Nun muss nur noch der letzte Streckenabschnitt bewältigt werden. Die Schlussetappe führt zurück zum Ausgangspunkt der Tour – nach Hattingen. Die rund 15 Kilometer sind im Grunde Entspannung pur. Entlang der Ruhr sind keine Steigungen mehr zu bewältigen – angenehmes Ausrollen ist angesagt.
Franz-Josef Hansel
Stand: 08.06.2011
Seite teilen