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Sendung vom 15. Juni 2011
Umzugskosten: Wie Mieter sparen können
Umziehen ist teuer – das weiß jeder. Umzugswagen, Möbelpacker, Großeinkauf im Baumarkt und manchmal doppelte Miete – da sind schnell ein paar Tausender weg. In den beliebten Regionen wie Köln und Düsseldorf zahlen Mieter oft erst einmal hohe Maklerprovisionen, um überhaupt an eine neue Wohnung zu kommen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, den eigenen Umzug oder den Umzug anderer günstiger zu machen.
„Ich bekomme Geld fürs Ausziehen“ – so lautet das Motto des Hamburger Startup-Unternehmens Yoom. Ihr Geschäftsmodell funktioniert so: Wenn ein Mieter umzieht, sucht er für seine alte Wohnung eigenhändig einen Nachmieter. Er annonciert sie auf der Website und organisiert Besichtigungstermine. Ist ein neuer Mieter gefunden – natürlich mit dem Einverständnis des Vermieters – zahlt dieser dem Vormieter eine Ablösesumme. Die Höhe kann der Vormieter selbst bestimmen, sie darf jedoch nicht höher als eine Kaltmiete sein.
Beide Seiten profitieren von dem Deal: Der Vormieter kommt schnell aus seinem Mietvertrag heraus und muss nicht parallel für zwei Wohnungen zahlen. Der Nachmieter findet schnell und einfach eine Wohnung und spart sich die Maklercourtage. Er profitiert vor allem dort, wo das Angebot knapper als die Nachfrage ist.
„Für mich hat es sich sehr gelohnt“, sagt Eser Orhan, der über die Onlineplattform einen Nachmieter gesucht hat. „Ich musste zwar ein paar Fotos und Besichtigungstermine machen, aber konnte dadurch meinen Umzug finanzieren.“
Die junge Firma bringt Mieter und Nachmieter zusammen und macht so Immobilienmaklern Konkurrenz. Mehr als 400 Wohnungen hat sie 2010 vermittelt, und über 25.000 Nutzer sind derzeit registriert. Noch ist der Service kostenlos, aber demnächst soll der Nachmieter eine Vermittlungsgebühr zahlen.
Außerhalb der beliebten Großstädte haben Immobiliengesellschaften oft mit Leerstand zu kämpfen. Um an neue Mieter zu kommen, lassen auch sie sich einiges einfallen. Die Volkswagen Immobilien GmbH in Wolfsburg zum Beispiel setzt auf die Aktion „Mieter werben Mieter“: Wer einen Kandidaten für eine leer stehende Wohnung vermittelt oder bei seinem Umzug einen geeigneten Nachmieter stellt, wird mit einer Sachprämie belohnt. „Das Programm trägt sehr erfolgreich zu unserem Leerstandsabbau bei. Circa 10 Prozent unserer Neuvermietungen gehen inzwischen über das Programm“, sagt Geschäftsführer Ulrich Sörgel. „Und das Schöne daran ist: Mieter können sich ihren Nachbarn aussuchen und bekommen noch eine Prämie dazu.“ Auch hier profitiert nicht nur der Vermittler, sondern auch der neue Mieter erhält ein ganzes Paket an Prämien: Rabatt auf den Umzugswagen oder den Einkauf im Baumarkt, eine Null-Prozent-Finanzierung bei einem Möbelhaus oder ein Gratisabonnement der Lokalzeitung.
Ein Umzug muss nicht mehr zwangsläufig viel Geld kosten. Wer sich informiert, kann in seiner Region viele Prämienaktionen oder ohne großen Konkurrenzkampf auf alternativem Weg eine gute Wohnung finden. So ist ein Umzug zwar immer noch stressig, aber zumindest finanziell nicht mehr so belastend.
Hanna Beckmann und Lisa Wurscher
Stand: 15.06.2011
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