Hauptnavigation

Sonntag, 27.05.2012

Suche im Redaktionsangebot von Servicezeit
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Servicezeit

Navigation


Zurück: April 2012 Sendeplan für Mai 2012 Weiter: Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Ratgeber > Servicezeit > Sendung vom 29. Juni 2011 > Architektenhäuser: Glasfront


Architektenhäuser: Glasfront

  • SendeterminMittwoch, 29. Juni 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminDonnerstag, 30. Juni 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Haus
Ein Bonner Architektenpaar hat sich sein Traumhaus in der Eifel gebaut

Das Bonner Architektenpaar Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer hat sich 2006 in Schalkenbach in der Eifel ihr Traumhaus gebaut: ein Haus komplett aus Holz und Glas und mit einem weiten Blick über das Tal, eine Badewanne mit Duscherker und ein Schlafzimmer mit Zugang zum Garten. Der ganze Stolz des Paares ist die Glasfassade.

Das Besondere

Glasfront des Hauses
Die Südseite des Hauses besteht aus einem großen Fenster, das sich über zwei Etagen erstreckt

Die Südseite des Hauses besteht aus einem großen Fenster, das sich über zwei Etagen erstreckt. Das Paar hat sich entschlossen, alle Räume zum Tal hin zu öffnen. So können sie von jedem Raum direkt ins Freie gehen. Am Obergeschoss gibt es einen kleinen überdachten Balkon, und im Erdgeschoss haben die Hausherren aus dem Schlafzimmer und der Badewanne einen direkten Blick und Zugang zum Garten.

Der hölzerne Rahmen des Hauses ist mit sibirischem Lärchenholz verschalt. Sage und schreibe 30.000 Schrauben haben die Architekten hier verarbeitet, und zwar eigenhändig, denn die gesamte Außenfassade haben sie selbst angefertigt. Die Latten sind mit 6 Zentimetern Breite dabei schmaler als üblich und zudem über das gesamte Dach verlegt. Die Idee dahinter: Die schmalen Latten sollen dem Haus eine filigrane, edle Anmutung geben. Das Holz ist unbehandelt und darf verwittern, da das Architektenpaar den dann entstehenden Grauschimmer besonders schön findet.

Innen haben die Bauherren auf der gesamten Wohnfläche von 155 Quadratmetern Eichenboden verlegen lassen. Die hohen Türen in den Räumen sorgen für Offenheit. Der Übergang zwischen Koch-, Wohn- und Essbereich ist fließend gestaltet. Die Küche ist nicht nur das Herzstück des Hauses, sondern auch ein Familienprojekt. Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer haben sie nach ihren eigenen Vorstellungen entworfen und in der Schreinerei der Schwiegereltern anfertigen lassen.

Die Effizienz

Vor dem Haus steht die Heizung: eine Luft-Wärme-Pumpe, die der Umgebungsluft die Wärme entzieht. Das Prinzip ist einfach: Auf der einen Seite wird die Luft in die Pumpe gezogen, wo ihr ein Wärmetauscher die Wärme entzieht. Auf der anderen Seite kommt die Luft kälter wieder heraus. Die Wärmepumpe übernimmt die komplette Beheizung und auch die Warmwasserbereitung des Hauses. Nur im Winter, ab minus 5 Grad Celsius, schaltet sich das Gerät ab. In diesem Fall übernehmen Heizstäbe die Energieversorgung des Hauses. Mit ihrem Energiekonzept haben die beiden Architekten nicht mehr als 500 Euro Energiekosten im Jahr, denn auch die Fenster helfen beim Energiesparen. Die Front ist gegen Süden ausgerichtet und nimmt bei gutem Wetter im Winter die Wärme der tief stehenden Sonne auf. Im Sommer dient das kleine Vordach als Sonnenschutz, ebenso wie das Hausdach aus Holz. Denn unter der Holzverschalung befindet sich ein Bitumendach, das wie eine Dämmschicht wirkt und vor Überhitzung schützt. Dadurch bleibt das Dachgeschoss auch im Sommer relativ kühl.

Kann man sich das leisten?

Zimmer
Auch der Innenausbau erfolgte in Eigenregie

Für ihr Traumhaus haben die beiden 185.000 Euro ausgegeben – ohne Architektenhonorar und Grundstück, dafür aber mit viel handwerklichem Geschick. Denn Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer haben sehr viel eigene Arbeit in das Haus gesteckt. Sie haben nicht nur die gesamte Holzfassade selbst geschraubt, sondern auch den Innenausbau in Eigenregie durchgeführt und selbst gestrichen.

Viel Wert haben sie auf die Eichendielen gelegt, die pro Quadratmeter 50 Euro kosten. Auch die hohen Türen waren von Anfang an als Hingucker gedacht. Allerdings sind sie mit 1.200 bis 1.500 Euro etwa drei- bis viermal so teuer wie normale Türen.

Ein Haus mit Glasfront und trotzdem gemütlich, sparsam gebaut und spektakulär anzusehen – Wolfgang Bauer und Cornelia Sternberg haben gezeigt, dass das kein Widerspruch sein muss.

Buchtipp:

  • Christian Tröster
    Traumhäuser unter 200.000 Euro
    Architektenhäuser für kleines Budget
    Callwey, 2011
    ISBN 9783766718358
    Preis: 59,95 Euro
Autor:

Martin Stümper

Links:

Stand: 29.06.2011


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.