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Sendung vom 29. Juni 2011
Architektenhäuser: Glasfront
Das Bonner Architektenpaar Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer hat sich 2006 in Schalkenbach in der Eifel ihr Traumhaus gebaut: ein Haus komplett aus Holz und Glas und mit einem weiten Blick über das Tal, eine Badewanne mit Duscherker und ein Schlafzimmer mit Zugang zum Garten. Der ganze Stolz des Paares ist die Glasfassade.
Die Südseite des Hauses besteht aus einem großen Fenster, das sich über zwei Etagen erstreckt. Das Paar hat sich entschlossen, alle Räume zum Tal hin zu öffnen. So können sie von jedem Raum direkt ins Freie gehen. Am Obergeschoss gibt es einen kleinen überdachten Balkon, und im Erdgeschoss haben die Hausherren aus dem Schlafzimmer und der Badewanne einen direkten Blick und Zugang zum Garten.
Der hölzerne Rahmen des Hauses ist mit sibirischem Lärchenholz verschalt. Sage und schreibe 30.000 Schrauben haben die Architekten hier verarbeitet, und zwar eigenhändig, denn die gesamte Außenfassade haben sie selbst angefertigt. Die Latten sind mit 6 Zentimetern Breite dabei schmaler als üblich und zudem über das gesamte Dach verlegt. Die Idee dahinter: Die schmalen Latten sollen dem Haus eine filigrane, edle Anmutung geben. Das Holz ist unbehandelt und darf verwittern, da das Architektenpaar den dann entstehenden Grauschimmer besonders schön findet.
Innen haben die Bauherren auf der gesamten Wohnfläche von 155 Quadratmetern Eichenboden verlegen lassen. Die hohen Türen in den Räumen sorgen für Offenheit. Der Übergang zwischen Koch-, Wohn- und Essbereich ist fließend gestaltet. Die Küche ist nicht nur das Herzstück des Hauses, sondern auch ein Familienprojekt. Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer haben sie nach ihren eigenen Vorstellungen entworfen und in der Schreinerei der Schwiegereltern anfertigen lassen.
Vor dem Haus steht die Heizung: eine Luft-Wärme-Pumpe, die der Umgebungsluft die Wärme entzieht. Das Prinzip ist einfach: Auf der einen Seite wird die Luft in die Pumpe gezogen, wo ihr ein Wärmetauscher die Wärme entzieht. Auf der anderen Seite kommt die Luft kälter wieder heraus. Die Wärmepumpe übernimmt die komplette Beheizung und auch die Warmwasserbereitung des Hauses. Nur im Winter, ab minus 5 Grad Celsius, schaltet sich das Gerät ab. In diesem Fall übernehmen Heizstäbe die Energieversorgung des Hauses. Mit ihrem Energiekonzept haben die beiden Architekten nicht mehr als 500 Euro Energiekosten im Jahr, denn auch die Fenster helfen beim Energiesparen. Die Front ist gegen Süden ausgerichtet und nimmt bei gutem Wetter im Winter die Wärme der tief stehenden Sonne auf. Im Sommer dient das kleine Vordach als Sonnenschutz, ebenso wie das Hausdach aus Holz. Denn unter der Holzverschalung befindet sich ein Bitumendach, das wie eine Dämmschicht wirkt und vor Überhitzung schützt. Dadurch bleibt das Dachgeschoss auch im Sommer relativ kühl.
Für ihr Traumhaus haben die beiden 185.000 Euro ausgegeben – ohne Architektenhonorar und Grundstück, dafür aber mit viel handwerklichem Geschick. Denn Cornelia Sternberg und Wolfgang Bauer haben sehr viel eigene Arbeit in das Haus gesteckt. Sie haben nicht nur die gesamte Holzfassade selbst geschraubt, sondern auch den Innenausbau in Eigenregie durchgeführt und selbst gestrichen.
Viel Wert haben sie auf die Eichendielen gelegt, die pro Quadratmeter 50 Euro kosten. Auch die hohen Türen waren von Anfang an als Hingucker gedacht. Allerdings sind sie mit 1.200 bis 1.500 Euro etwa drei- bis viermal so teuer wie normale Türen.
Ein Haus mit Glasfront und trotzdem gemütlich, sparsam gebaut und spektakulär anzusehen – Wolfgang Bauer und Cornelia Sternberg haben gezeigt, dass das kein Widerspruch sein muss.
Martin Stümper
Stand: 29.06.2011
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