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Smartphones: Wie Apps und Betrüger uns ausspionieren und abzocken

  • SendeterminDonnerstag, 30. Juni 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminFreitag, 01. Juli 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Display eines Smartphones mit Apps
Smartphones sind kleine Computer

Smartphones haben das Alltags- und Berufsleben längst erobert. Großer Bildschirm plus schneller Internetzugang plus zahlreiche Anwendungen beziehungsweise Apps erleichtern das Arbeitsleben und machen Spaß in der Freizeit. Doch Smartphones sind kleine Computer – und darum auch einigen Gefahren ausgesetzt.

Erste Falle: Apps als Datensammler

Grafik: Information von Person zu Smartphone zu Häusern
Apps können private Daten übermitteln

Apps, also kleine Softwareanwendungen, haben das moderne Smartphone erst so erfolgreich gemacht. Hunderttausende davon, mit zahllosen Anwendungsmöglichkeiten, kann man mittlerweile herunterladen, um zum Beispiel das nächste Restaurant zu finden, sich das Wetter vorhersagen zu lassen oder beim Spielen Entspannung zu finden. Doch Vorsicht: Einige Apps übermitteln private Daten! Und so funktioniert der Datenabruf: Die installierte App sammelt auf dem Telefon abrufbare Daten – wie Name, Gerätenummer, Standort, Telefonbuchdaten oder anderes. Über die Internetverbindung schickt die App die Daten an Marketingfirmen, welche diese sammeln, verkaufen oder für Werbung nutzen. Von all dem bekommt der Nutzer in der Regel nichts mit – und er wird auch nicht gefragt.

Deshalb: Überlegen Sie sich, welche Apps Sie wirklich brauchen! Laden Sie diese nur von vertrauenswürdigen Seiten herunter. Und bedenken Sie: Auch im App-Store zum Beispiel gibt es jede Menge Apps, die die einzigartige Geräte-ID übermitteln. Dagegen können Sie erst einmal wenig unternehmen.

Aber: Schauen Sie in die Einstellungen Ihres Telefons: Hier lässt sich zum Beispiel auswählen, welches Programm Ortsdaten verwenden darf – oder eben nicht. Auch andere Zugriffsrechte lassen sich je nach Telefon einstellen. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

Zweite Falle: kostenpflichtige Abos

Auflistung auf Rechnung über Nutzung von Mehrwertdiensten
Vorsicht: Auch unabsichtlich kann ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen werden

Eine weitere Falle lauert vor allem bei kostenlosen Apps: der unabsichtliche Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements. Bei manchen Apps werden auch Werbebanner eingeblendet, die es in sich haben können. Beim Klick auf selbige – was unbeabsichtigt geschehen kann – öffnet sich eine sogenannte WAP-Seite, die von einer normalen Webseite aber kaum zu unterscheiden ist. Beim Aufruf dieser Seite übermittelt das Telefon eine individuelle Nummer an den Webseitenbetreiber. Mit dieser sogenannten MSISDN-Nummer können Abzocker die echte Rufnummer beim Telefonanbieter erfragen – und Abogebühren auf die Telefonrechnung setzen.

Sich gegen solche Abogebühren auf der Telefonrechnung zu wehren, ist mühselig. Legen Sie unbedingt beim Telefonanbieter und bei der Abo-Firma schriftlich Widerspruch ein. Fordern Sie einen Nachweis für das angeblich abgeschlossene Abo. Und: Bei der Telekom und Vodafone können Sie Ihren Anschluss für kostenpflichtige Dienste von Fremdanbietern sperren lassen. Bei E-Plus geht das zumindest für einzelne Anbieter. Außerdem sollten Sie sich bei der Bundesnetzagentur beschweren.

Dritte Falle: offene WLANs

Passwortdaten auf einem Bildschirm
Bei offenen WLAN-Netzen können Hacker leicht an Passwörter gelangen

Ganz besonders vorsichtig sollten Sie bei offenen WLAN-Netzen – etwa in Cafés – sein. Offene WLANs sind für Betrüger der Ort, an dem sie jede Menge Opfer finden, denn die Verbindung kann leicht manipuliert werden. Hierzu täuscht der Hacker eine WLAN-Verbindung vor, die aber über seinen eigenen Rechner läuft. Darauf protokolliert er alle Datenströme und gelangt so an Passwörter, E-Mails und andere private Daten – ohne dass der Nutzer etwas davon merkt. Deshalb empfehlen Experten, solche offenen und öffentlichen WLAN-Netze erst gar nicht zu nutzen. Außerdem sollten Sie Ihre WLAN- und Bluetooth-Schnittstelle am Handy deaktivieren, wenn Sie diese nicht benötigen.

Autor:

Torsten M. Fischer

Stand: 30.06.2011


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