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Segelreviere im Test

  • SendeterminMittwoch, 03. August 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminDonnerstag, 04. August 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Segelboot auf einem See
Die Servicezeit testet drei Segelreviere

Auf dem Wasser einmal richtig die Seele baumeln lassen, sich Wind und Wetter im Trapez hängend bei sechs Beaufort stellen: Segeln ist für die einen ein geruhsamer Sonntagsnachmittagsausflug auf dem Wasser, für die anderen sportliche Leidenschaft.

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Seen, auf denen gesegelt wird. Unsere Servicezeit-Tester Kathrin Höhne und Istvan Wortelkamp haben sich drei Segelreviere angeschaut. Kathrin hat einen Segelschein, Istvan ist bisher noch nicht gesegelt. Beide werden zwei Stunden lang eine Einführung an einer ortansässigen Segelschule mitmachen. Anschließend sollen sie diese, die Segelbedingungen, die Atmosphäre und das Zusatzangebot vor Ort beurteilen.

Sportlich segeln in Xanten

Am Niederrhein liegt das Freizeitzentrum Xanten. Es teilt sich in die sogenannte Xantener Nord- und Südsee, zwei je 130 Hektar große Seen.

Segelrevier: Die Auskiesungsseen liegen im Flachland, haben wenig Baumbewuchs, die Windverhältnisse sind ähnlich denen in Holland, nämlich konstant, das heißt, es gibt wenig böige oder drehende Winde.

Auf der Xantener Nordsee segeln vor allem Jollen, Katamaranfans kommen hingegen auf der Xantener Südsee auf ihre Kosten. Kathrin hat das Segelrevier aufgrund der Windverhältnisse besonders gut gefallen. Sie konnte kreuzen, Tempo machen und eine lange Strecke durchsegeln.

Einführung: Für 60 Euro pro Person kann man bei der Segelschule an der Xantener Nordsee an einem zweistündigen Schnupperkurs mit Segellehrer teilnehmen. Ein Segelgrundschein mit 20 Stunden Lehrgang kostet 220 Euro inklusive Prüfungsgebühr.

Segellehrer Stefan erklärt Kathrin und Istvan die Begriffe und Manöver an Bord. Er lässt sie schnell an Pinne und Vorschot, hat aber in brenzligen Situationen ein Auge darauf. Beide waren zufrieden mit der Einführung.

Kletterpark
Das Freizeitzentrum Xanten hat ein breites Zusatzangebot

Zusatzangebot: Das Freizeitzentrum besticht durch das große Zusatzangebot. Wer will, kann dort in einer Unterwasserwelt tauchen, surfen, Wasserski fahren und Kitesegeln. Die Anlagen wirken alle recht neu und gepflegt, die Betreuer nett. „Ein idealer Ort, um hier einen ganzen Tag mit der Familie zu verbringen und sich auf dem Wasser in jeder Hinsicht auszutoben“, meint die sportliche Kathrin.

Fazit: Wer neben ein paar Stunden Segeln viele Angebote rund um den Wassersport nutzen will, ist hier bestens aufgehoben. Wassersportfans kommen voll auf ihre Kosten.

Segelidylle an der Möhnetalsperre – Natur pur

Staumauer der Möhnetalsperre
Entspanntes Urlaubsflair in der Natur

Der Möhnestausee liegt bei Arnsberg im Sauerland. Als eine der größten Talsperren in Nordrhein-Westfalen unterteilt sich der See in vier Becken mit einer Größe von insgesamt 123 Quadratkilometern. Umgeben ist die Talsperre vom Arnsberger Wald.

Segelrevier: Wie immer bei einer Talsperre sind die Windverhältnisse nicht so gut wie im Flachland, sie sind häufiger böig. Durch die Größe der Talsperre und weil sie nach Westen ohne Baumbewuchs ist, der Wind also wie durch einen Kamin ziehen kann, macht Segeln dort aber trotzdem sehr viel Spaß. Testerin Kathrin begeisterten der konstante Wind auf dem See und die große Fläche, auf der sie kreuzen konnte. Schade fand sie, dass die vier Becken der Talsperre nicht mit dem Segelboot untereinander erreichbar sind.

Einführung: An der Möhnetalsperre gibt es drei Segelschulen. Kathrin und Istvan testen die ADAC-Yachtschule. Ein zweistündiger Schnupperkurs mit Segellehrer kostet dort 16,50 Euro pro Person. Wer einen Grundschein inklusive Prüfung machen möchte, zahlt 190 Euro.

Kathrin und Istvan bekommen Unterricht von Segelschulleiter Udo Rahmann. Mit viel Herz, Geduld und Liebe erklärt der passionierte Segler und gelernte Koch und Konditor anschaulich und humorvoll die Grundbegriffe. „Das war eine ganz tolle Einführung“, meint Istvan, „ich habe sehr viel gelernt.“

Zusatzangebot: Die Möhnetalsperre gilt als Naherholungsgebiet für Jung und Alt. Sie liegt idyllisch umgeben vom Arnsberger Wald. Es lohnen sich Fahrradausflüge oder Wanderungen, aber auch zahlreiche Wassersportangebote locken. Wer will, kann angeln, surfen, Kanuwandern, Ruder- oder Tretboot fahren. Es gibt ein Strandbad und viel Gastronomie. Schade fanden die Tester, dass die einzelnen Angebote so weit voneinander entfernt liegen, sodass sie fußläufig schlecht erreichbar sind.

Fazit: Die Möhnetalsperre samt Segelrevier ist ideal für einen Familienausflug. Sie bietet entspanntes Urlaubsflair in der Natur.

Familiär segeln lernen am Zülpichsee

Drei Personen vor einem Katamaran
In Zülpich kann man auf Katamaranen segeln lernen

Der Wassersportsee bei Zülpich liegt in der Nähe von Euskirchen in der Voreifel. Der See ist circa 1,2 Kilometer lang und 800 Meter breit. Er ist durch Braunkohleaushebungen entstanden.

Segelrevier: Der im Flachland liegende See ist klimatechnisch begünstigt. Er liegt höher als viele andere Seen der Umgebung, der Baumbewuchs um ihn herum ist nicht stark, und die Berge der Eifel sind weit entfernt. So bläst dort ein relativ konstanter Wind. Der See ist über einen Kilometer groß und kreisförmig. So gibt es viele Möglichkeiten, längere Strecken ohne Manöver zu fahren. Istvan und Kathrin fanden die Segelbedingungen dort sehr gut.

Einführung: An der Segelschule am Zülpichsee gibt es eine Besonderheit. Dort lernt man nicht auf Jollen, sondern auf Katamaranen. Der Katamaran gilt mit seinen zwei Bootsrümpfen als Ferrari unter den Segelbooten. Für 50 Euro pro Person kann man an der Surf- und „Kat“-Schule zwei Stunden Schnupperkurs mit Lehrer buchen. Einen kleinen Katamaran kann man sich dort für 15 Euro die Stunde mieten. Der Katamarangrundschein ist dafür Voraussetzung. Ein kompletter Grundkurs inklusive Prüfungsgebühr kostet 200 Euro für 14 Stunden.

Kathrin und Istvan waren begeistert von der Einführung. Segellehrer Bastian erklärte Manöver und Seglerlatein und übte mit ihnen sogar das Kentern. Istvan hat das Katamaranfahren besonders gut gefallen. „Man gleitet über das Wasser und ist viel schneller als mit dem Segelboot“, meint er.

Zusatzangebot: Am See gibt es einen kleinen Badestrand, einen Kiosk mit Imbiss, und wer möchte, kann auch surfen, tauchen oder paddeln. Das Zusatzangebot hält sich also in Grenzen. Die Anlage besticht aber durch die sehr familiäre Atmosphäre. Schulkinder aus der Umgebung kommen hier nachmittags zum Surfen, die Kat-Segler kennen sich untereinander gut. Trotzdem sind Fremde willkommen.

Fazit: Wer in Ruhe auf einem Katamaran segeln lernen will, ist hier richtig. Ideal für einen entspannten Sonntagnachmittag mit der Familie.

Autorinnen:

Barbara Ostermann und Birgit Bonk

Stand: 03.08.2011


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