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Sendung vom 10. Oktober 2011
Mobbing am Arbeitsplatz
Bei der telefonischen Anlaufstelle des Landes Nordrhein-Westfalen „MobbingLine“ zählt man monatlich etwa 250 Anrufer. Häufig sind überdurchschnittlich qualifizierte, leistungsstarke Mitarbeiter von Mobbing betroffen.
Die häufigsten Ursachen von Mobbing sind intransparente Betriebsabläufe, starke Hierarchien und Mängel im Informationssystem. Auch unzureichendes Führungsverhalten oder mangelnde Abgrenzung von Kompetenz- und Aufgabenbereichen sowie eine unzureichende Konfliktkultur im Unternehmen oder der einzelnen Abteilung können Ursache sein.
Mobbing führt häufig zu Arbeitsausfall oder sogar zu dauerhafter Arbeitsunfähigkeit, daher ist Mobbing schlecht für unsere Wirtschaft und unerträglich für den Einzelnen. Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig. Häufig werden Magenprobleme, Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Depressionen genannt. Im schlimmsten Fall kann sogar Selbstmord die Folge sein.
Prävention ist wichtig, damit Mobbing gar nicht erst aufkommt oder rechtzeitig eingedämmt werden kann. Sehr hilfreich ist etwa, wenn es eine Beschwerdestelle im Betrieb gibt. Wichtig ist auch, dass Mitarbeiter Schulungen zu den Themen „Gesprächsführung“ sowie „Umgang mit Konflikten“ besuchen. Eine aktive Informationspolitik kann für vertrauensvolle Teamarbeit und gute Unternehmenskultur sorgen.
Handeln ist in jedem Fall gefragt. Kollegen sollten Zivilcourage zeigen – je früher, desto besser. Sie sollten sich einmischen, ohne vorschnell Partei zu ergreifen. Allein die offene Missbilligung von Mobbing oder das Ansprechen eines unbefriedigenden Umgangs mit einem Kollegen kann Wunder wirken. Im Einzelfall kann der Betriebs- oder Personalrat eingeschaltet werden.
Caterina Priesner
Stand: 10.10.2011
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