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Stromwechsel über Internet-Vergleichsportale

  • SendeterminMittwoch, 26. Oktober 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminDonnerstag, 27. Oktober 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Dank verschiedener kostenloser Preisvergleichsportale im Internet ist der Stromanbieterwechsel online kinderleicht. Aber kann man den Vergleichsrechnern überhaupt trauen?

Mann sitzt vor seinem Computer
Der Stromanbieterwechsel im Internet ist dank Vergleichsportalen kinderleicht. Doch kann man den Onlinerechnern auch trauen?

Vorwürfe gegen Verivox

Im September 2011 wurden Vorwürfe gegen das größte Vergleichsportal „Verivox“ laut. Nach Recherchen des Handelsblatts soll das nach eigenen Aussagen unabhängige Verbraucherportal Kunden gezielt zum Energielieferanten Teldafax geführt haben. Teldafax wiederum soll Verivox im Gegenzug höhere Vermittlungsprovisionen gezahlt haben. Verivox bestreitet die Vorwürfe vehement.

Vergleichsrechner finanzieren sich auch durch Provisionen

Doch die Verbraucher sind verunsichert. Verivox galt und gilt als verbraucherfreundlich und unabhängig – bei einem Vergleich der Tarifrechner durch der Stiftung Warentest von 2008 wurde Verivox klarer Testsieger.

Vielen Verbrauchern ist nicht klar, dass sich die meisten Vergleichsportale neben Werbeeinnahmen auch durch Provisionen und Analysen aus Kundendaten finanzieren.

Forderung nach Kontrolle der Vergleichsrechner

Der Markt der Vergleichsrechner ist undurchsichtig. Verivox und Co. bieten kaum Einblicke in ihre Geschäftsbeziehungen. Verbraucherschützer fordern deshalb, dass die Vergleichsportale öffentlich machen, mit wem sie kooperieren und womit sie ihr Geld verdienen. Hubertus Primus, Chefredakteur von test, fordert sogar eine Überwachung durch die Bundesnetzagentur. Auf unsere Nachfrage erklärt man uns dort: „Solange wir keinen Auftrag vom Gesetzgeber haben, können wir diesbezüglich nicht handeln.“ Die Bundesregierung strebt jedoch derzeit kein Gesetz zur Kontrolle der Vergleichsrechner an.

Wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Verivox lud der Anbieter FlexStrom Energiehändler und Onlineportale zu einem „Transparenzgipfel“ ein. Verbraucherschützer standen dem Treffen jedoch skeptisch gegenüber – wohl auch wegen der vielen Beschwerden von Verbrauchern gegenüber FlexStrom, die beispielsweise der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vorliegen.

Tipps zum Stromwechsel auf Vergleichsportalen

Voreingestellte Häkchen wegnehmen
Um im Ranking weit oben zu stehen, versuchen Stromanbieter, ihre Tarife durch Rabattaktionen möglichst günstig erscheinen zu lassen. Darunter fallen Neukundenboni, Jahresvorauszahlungen oder Kautionen. Viele Tarifrechner unterstützen diese Praxis, indem sie per Standardeinstellung solche Tarife ganz oben in ihrem Ranking anzeigen. Die Verbraucher können so Tarife schlechter vergleichen und geraten schneller an unseriöse Angebote. Daher raten Verbraucherschützer bei der Stromanbietersuche über diese Portale, die voreingestellten Häkchen für Vorauskasse, Bonuszahlung und Kaution zu deaktivieren.

Abbildung eines Tarifrechners im Internet
Bei vielen Vergleichsportalen sind bereits einige Standardeinstellungen vorgenommen worden. Überprüfen Sie diese und ändern Sie sie gegebenenfalls.

Konditionen des neuen Anbieters prüfen
Nicht immer sind die Angebote im Vergleichsportal auf dem neuesten Stand. Schauen Sie daher besser auf der Homepage des betreffenden Stromanbieters nach, oder rufen Sie ihn direkt an und lassen sich die Angaben des Tarifrechners bestätigen. Sie können auch direkt bei dem Anbieter den Vertrag abschließen, wenn Sie das wünschen.

Vergleichsportale untereinander vergleichen
Verbraucher sollten nicht auf die Ergebnisse einer einzelnen Plattform vertrauen. Besser ist es, die Ergebnisse von zwei oder mehr Tarifrechnern zu vergleichen. Mitunter zeigt ein anderes Portal noch bessere Tarife für die eigene Postleitzahl an. Allerdings kommt es bei einigen Vergleichsrechnern auch zu identischen Ergebnissen. Nur ein Bruchteil der vielen Portale betreibt einen eigenen Rechner – manchmal findet der Wechselwillige auch nur die gleichen Ergebnisse unter einem anderen Namen.

In jedem Fall gilt: Vor dem Wechsel immer über den Anbieter schlau machen!

Autorin:

Hanna Beckmann

Links:

Stand: 26.10.2011


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