
Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Fernsehen
Ratgeber
Servicezeit
Sendung vom 26. Oktober 2011
Dr. Mobil: Batteriewartung
Gerade wenn es im Winter richtig kalt wird, unterliegt die Autobatterie besonderen Belastungen. Durch die niedrigen Temperaturen kann sie weniger Energie speichern. Der Motor braucht aber mehr Energie, um anzuspringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Autobatterie, die im Sommer prima funktioniert, im Winter streikt, ist also deutlich höher.
Um Ihre Batterie beim Startvorgang zu entlasten, ist es deshalb wichtig, alle unnötigen Energieverbraucher ausgeschaltet zu lassen. Das gilt zum Beispiel für Licht, Radio, Lüftung oder die Heckscheibenheizung.
Damit Ihre Batterie ordnungsgemäß funktioniert, muss sie vor allem trocken und sauber sein. Sonst kann sich darauf eine Schmutzschicht bilden, die Kriechströme fördert. In diesem Fall entlädt sich die Batterie langsam selbst, und irgendwann reicht ihre Kraft nicht mehr zum Starten. Reinigen Sie deshalb die Batterieoberfläche mit einem Tuch von Schmutz und Dreck.
Besondere Beachtung verdienen die Anschlüsse der Batteriekabel an den Batteriepolen. Sowohl Kabel als auch Pole sollten sauber und nicht angerostet sein. Säubern können Sie die Kontakte am besten mit einer Drahtbürste. Um den Stromfluss zwischen Batterie und Anlasser zu verbessern, hilft es außerdem, die Kontakte mit Polfett einzuschmieren.
Wichtig für eine optimale Stromversorgung ist auch der feste Sitz der Anschlusskabel an der Batterie. Den können sie mit einem leichten Ruckeln am Kabel überprüfen und gegebenenfalls mit einem Schraubenschlüssel nachziehen.
Die meist deutlich teureren Batterien tragen die Bezeichnung „komplett wartungsfrei“. Hier kann man als Hobbymechaniker nichts selbst machen, außer sie eigenhändig ein- und auszubauen.
Die preiswertere Bauart nennt sich zwar auch „wartungsfrei“, das entspricht aber nicht ganz der Wahrheit. Denn sie lässt sich öffnen. Bei dieser Bauart kann und muss der Flüssigkeitsstand im Inneren regelmäßig kontrolliert werden. Ist er zu niedrig, verliert die Batterie rapide an Kraft oder nimmt im Extremfall sogar dauerhaft Schaden.
Für den Flüssigkeitsstand gibt es an der Seite der Batterie eine Minimalmarkierung. Diese darf nicht unterschritten werden. Ist das doch der Fall, können Sie mit einem Schraubenzieher die Stöpsel auf der Oberseite der Batterie herausdrehen und öffnen. Dies sollte immer nur mit Gummihandschuhen erfolgen, damit Sie Ihre Hände nicht mit Batteriesäure verätzen.
Legen Sie die Stöpsel nach dem Herausdrehen mit dem Deckel nach oben auf der Batterieoberseite ab. Jetzt können Sie die fehlende Flüssigkeit nachfüllen. Das darf nur mit destilliertem Wasser erfolgen. In normalem Leitungswasser sind Mineralien gelöst, die die Funktion der Batterie dauerhaft schädigen würden. Anschließend werden die Stöpsel wieder festgedreht.
Hat Ihre Batterie nicht mehr genügend Kraft, können Sie versuchen, ihr mit einem Ladegerät über Nacht neue Energie einzuhauchen. Wichtig ist dabei die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.
Sinnvollerweise wird die Batterie zum Laden ausgebaut. Würde man lediglich die Batteriekabel im Motorraum abklemmen und die Batterie dort laden, bestünde das Risiko, dass die Batterie bei fehlerhaftem Laden überkocht. Die austretende Batterieflüssigkeit kann irreparable Schäden an Motorteilen hinterlassen.
Beim Laden der Batterie entsteht Knallgas. Damit es entweichen kann, müssen die Stöpsel auf der Batterieoberseite während des Ladens komplett herausgedreht sein. Wegen der Gasbildung sollte das Laden der Batterie auch nur in gut belüfteten Räumen erfolgen. Offenes Feuer in der Nähe der ladenden Batterie ist strikt zu vermeiden. Achten Sie unbedingt auf die richtige Ladespannung. Eine zu hohe Ladespannung kann zum Überkochen führen.
Florian Kurz
Stand: 26.10.2011
Seite teilen