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Sendung vom 12. Dezember 2011
Haushaltscheck mit Yvonne Willicks: Wärmedämmung
Weniger ist mehr! Familie K. hat von allem viel – nur eines hat sie nicht: Geld. Unter anderem hat die Familie immens hohe Nebenkosten. Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks zeigt der Patchworkfamilie, wie sie diese senken kann.
Mithilfe von speziellen Wärmebildkameras können Energieberater herausfinden, wo im Haus Energie verloren geht. Vor allem alte Fenster und ungedämmte Dachgeschosse können schnell zu Energiefressern werden: Man heizt die Umgebung, nicht das Haus.
2009 wurde die Energiesparverordnung novelliert. Damit sind europaweit die Anforderungen an Neu- und Altbauten verschärft worden. Sowohl bei der Heizung als auch bei der Warmwasserbereitung soll Energie gespart werden.
Mit der Novellierung der Energiesparverordnung im Jahr 2009 sind die Anforderungen an Neu- und Altbauten auf europäischer Ebene strenger geworden. Energie soll bei der Heizung und bei der Warmwasserbereitung gespart werden. Eingeschlossen sind alle Gebäude, sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäude. Alle Eigentümer und Bauherren, die nach dem Stichtag Oktober 2009 bauen, renovieren und sanieren, müssen den Energiebedarf um 30 Prozent senken – ausgehend von der vorher gültigen Energiesparverordnung. Der 30-Prozent-Wert bezieht sich bei der Modernisierung von Altbauten auch auf die Wärmedämmung an den Wänden oder den Einbau neuer Fenster. Für die Umrüstung von Nachtspeicherheizungen gelten Sonderregelungen.
Selbst Eigentümer, die keine Modernisierung in Angriff nehmen wollten, müssen bis Ende dieses Jahres die oberste begehbare Geschossdecke oder das Dach darüber entsprechend dämmen. Damit soll Heizenergie gespart werden. Besonders bewohnte Dachräume sollten, so Experten, dringend gedämmt werden, um den teuren Energieverlust über das Dach zu vermindern. Wie allerdings im nächsten Jahr mögliche Kontrollen aussehen sollen, ist noch unklar. Zurzeit ist bei einem ungedämmten Dachboden kein Bußgeld zu befürchten.
Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, ein Dach zu dämmen. Einfach ist es, wenn eine neue Dachdeckung vorgesehen ist: Dann lohnt es sich, die Dämmmaterialien von außen auf die Dachsparren aufzubringen. Aber auch von innen ist es möglich, zwischen den Dachsparren Dämmmaterial aufzubringen, es sollte mindestens 20 Zentimeter dick sein. Weil der Dämmeffekt aber an den Balken unterbrochen wird und dabei sogenannte Kältebrücken entstehen, empfehlen Experten eine zusätzliche Dämmschicht unterhalb der Sparren, um eine geschlossene Fläche zu bekommen.
Die Industrie bietet viele unterschiedliche Materialien an. Wichtig ist der sogenannte U-Wert des Materials. Die Faustregel lautet: Je dicker ein Dämmstoff ist, desto weniger Wärme leitet er und desto kleiner ist der U-Wert. Es gibt sowohl Dämmstoffe aus organischen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen (zum Beispiel Flachs, Baum- oder Schafwolle oder Kork) als auch aus anorganischen und mineralischen Materialien (beispielsweise Mineralfasern, Porenbeton oder Steinwolle). Unterschiede bei den Dämmstoffen gibt es auch in Bezug auf Brand- und Schallschutz sowie Wärmeschutz im Sommer.
Leider ist nicht jeder, der sich „Energieberater“ nennt, auch tatsächlich dafür hoch qualifiziert. Viele der Berater haben lediglich Fachwissen in ihrem erlernten Beruf, so zum Beispiel als Heizungstechniker oder Dachdecker. Die Gefahr besteht, dass diese „Energieberater“ entsprechend einseitig beraten. Verbraucher sollten sich deshalb vor dem Hinzuziehen eines Energieberaters gut informieren. Sowohl das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, viele Stellen bei den Städten und den Kommunen als auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bieten umfassende Informationen rund um die Wärmedämmung und das Energiesparen.
Die Kosten einer Dachdämmung hängen von zahlreichen Faktoren ab. Das Dämmverfahren, das verwendeten Dämmmaterial, die Dämmstärke und die Größe der zu dämmenden Fläche spielen eine Rolle. Rund 50 Euro pro Quadratmeter kostet eine einfache Innensparrendämmung. Die Kosten für eine Dämmung auf den Sparren können leicht mehr als 200 Euro pro Quadratmeter betragen. Diese Zahlen sind nur als Richtwerte zu begreifen.
Nicole Walper und Barbara Dobke
Stand: 12.12.2011
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