Hauptnavigation

Sonntag, 27.05.2012

Suche im Redaktionsangebot von Servicezeit
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Servicezeit

Navigation


Zurück: April 2012 Sendeplan für Mai 2012 Weiter: Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Ratgeber > Servicezeit > Sendung vom 13. Dezember 2011 > Spekulationen mit Lebensmitteln


Spekulationen mit Lebensmitteln

  • SendeterminDienstag, 13. Dezember 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminMittwoch, 14. Dezember 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Weihnachtszeit ist Spendenzeit, viele helfen dann gerne. Doch kaum einer ahnt, dass seine Spenden verpuffen, weil er gleichzeitig über seine eigenen Geldanlagen zum Hunger in der Dritten Welt beiträgt. Denn Banken treiben mit Spekulationen die Lebensmittelpreise in die Höhe – so zum Beispiel bei Weizen, Reis oder Mais. Das zumindest kritisieren foodwatch, Misereor und die Deutsche Welthungerhilfe in eigenen Studien.

Broschüren zum Thema Lebensmittelspekulationen
Insbesondere foodwatch geht den Spekulationen der Finanzbörse auf Lebensmittel nach.

„Hungermacher“ Deutsche Bank

Einer der schlimmsten „Hungermacher“ ist nach Ansicht von foodwatch die Deutsche Bank: Sie sei die größte und habe ihren Kunden 2004 als erste in Deutschland Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln verkauft. Dabei wirbt sie mit sogenanntem „Banking on Green“, und ihr Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann sagte noch vor wenigen Monaten in einem Vortrag mit dem Titel „Ethik der Geschäfte“: „Alle unsere Geschäfte müssen nicht nur rechtlich, sondern auch ethisch einwandfrei sein. Davon dürfen wir keine Ausnahme dulden.“

Grafik: Entwicklung Lebensmittelspekulationen
„Banking on Green“ hört sich besser an als es ist.

Aber die Deutsche Bank handle nicht so ethisch, wie versprochen, so der Vorwurf von foodwatch in einer vor Kurzem gestarteten Kampagne. Denn gerade sie spekuliere über Geldanlagen ihrer Kunden in Lebensmittelrohstoffe, erhöhe künstlich die Nachfrage und treibe so die Lebensmittelpreise in der Dritten Welt in die Höhe.

Auf Nachfrage der Servicezeit teilt die Deutsche Bank mit, sie prüfe diesen Vorwurf – und das schon seit Wochen, und es werde noch weitere Wochen dauern. Des Weiteren erklärt sie: „Sollten sich dabei ausreichend Belege für die Behauptung von foodwatch finden, werden wir entsprechende Konsequenzen daraus ziehen.“

Bis zum Ende ihrer Prüfung laufen die Geschäfte der Deutschen Bank mit Lebensmittelspekulationen weiter.

Auch andere Banken machen mit

Sogar genossenschaftliche Volks- und Raiffeisenbanken sowie kommunale Sparkassen mischen bei solchen Geschäften mit. Zum Beispiel Union Investment, Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken. Diese teilte beispielweise ihren Kunden in ihrem „Investment Ticker“ noch im August dieses Jahres mit: „In den letzten Wochen setzte das Fondsmanagement bei Mais und Zuchtvieh mit Erfolg auf steigende Notierungen und konnte in diesen beiden Sektoren von den Wetterkapriolen in den USA profitieren.“

An der Börse
Viele deutsche Banken machen mit beim Profithandel mit Lebensmitteln an der Börse.

Dennnoch wehrt sich Union Investment gegenüber der Servicezeit gegen den Vorwurf, Lebensmittelpreise in der Dritten Welt in die Höhe zu treiben. Solche Vorgänge würden ständig geprüft. Bisher aber offenbar ohne Folgen für Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln. Denn solche Anlagen werden von Union Investment auch weiterhin angeboten.

Auch mit dabei: die DekaBank, Fondsgesellschaft der Sparkassen. Auch sie teilt der Servicezeit mit, sie prüfe diese Geschäfte. Und, so wörtlich: „Sollten sich die Zusammenhänge eindeutig belegen lassen, wird die DekaBank die entsprechenden Konsequenzen für sich ziehen.“

Auch hier keine Angaben, bis wann die Prüfung beendet ist – und natürlich läuft das Geschäft auch hier erst einmal weiter.

Es geht auch anders

Doch es gibt auch Banken, die nicht mit Lebensmittelrohstoffen spekulieren. Ein Beispiel, so der foodwatch-Experte Harald Schumann, sei die größte französische Bank BNP Paribas, die aus ethischen Gründen aus diesem Geschäft ausgestiegen sei.

Auch in Deutschland gibt es Banken, die saubere Geldanlagen anbieten. Informationen dazu gibt es zum Beispiel bei Ökotest und Finanztest.

Autoren:

H.-C. Schultze und Gregor Witt

Stand: 13.12.2011


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.