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Feuerlöschertest: Pulverlöscher ruinieren die Wohnung

  • SendeterminDienstag, 13. Dezember 2011, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminMittwoch, 14. Dezember 2011, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Feuerlöscher können Leben retten – und gehören wie auch Rauchmelder in jede Wohnung. Doch viele Menschen verdrängen die Gefahr eines Brandes. Dabei brennen jedes Jahr allein in der Weihnachtszeit und an Silvester 18.000 Häuser und Wohnungen. Bleibt die Frage: Welche Feuerlöscher sind für den Hausgebrauch am besten, und wie lösche ich richtig?

Tester vor Feuerlöschgeräten
Welche Art von Feuerlöscher eignet sich für den Hausgebrauch am besten?

Zu Hause finden sich viele verschiedene brennbare Stoffe, unter anderem jede Menge Kunststoffe. Ein reiner Wasserlöscher hat unter Umständen eine zu geringe Löschwirkung. Pulverlöscher haben den Vorteil, für viele Brandklassen einsetzbar zu sein, das heißt, verschiedenartige Brände zu löschen. Allerdings haben sie auch einen immensen Nachteil: Das Löschmittel, ein feines Pulver, dessen Partikel kleiner sind als Hausstaub, verschmutzt die Wohnräume sehr stark und verursacht dadurch einen Schaden, der größer sein kann als der eigentliche Brandschaden. Bis in die kleinsten Ritzen zieht die Pulverwolke, danach sind Möbel oft reif für den Müll, und die Wohnung muss renoviert werden. Für elektrische Geräte, die gar nicht von dem Brand betroffen sind, bedeutet das oftmals einen Totalschaden. Außerdem sind Pulverlöscher für Laien schwer einsetzbar, die Pulverwolke behindert die Sicht, und man sieht kaum noch, wohin man sprüht.

Experten empfehlen deshalb Schaumlöscher für den Hausgebrauch. Sie haben eine hohe Löschleistung, und der Schaden konzentriert sich auf den eigentlichen Brandherd. Für Laien ist ein Schaumlöscher relativ einfach zu bedienen.

Mann sprüht mit Feuerlöscher auf brennende
Tischutensilien
Schaumlöscher sind empfehlenswert, da sie eine hohe Löschleistung haben und sich der Schaden auf den Brandherd konzentriert.

Sechs Liter sind eine gute Größe, kleinere Löscher reichen unter Umständen nicht aus, größere und damit schwerere Feuerlöscher sind schlechter handhabbar. Angebracht werden sollten sie – gut erreichbar – im Flur. Auch Löschdecken können gute Dienste leisten – vor allem in der Küche.

Wie lösche ich richtig?

Ein Feuerlöscher kann nur bei Entstehungsbränden etwas ausrichten. Sobald sich ein Feuer ausgebreitet hat, entwickeln sich rasend schnell sehr hohe Temperaturen und vor allem giftige Gase. Dann hilft nur noch, Fenster und Türen zu schließen, den Raum schnell zu verlassen, sich dabei nah am Boden zu halten und auf das Eintreffen der alarmierten Feuerwehr zu warten.

Grundsätzlich findet sich auf jedem Feuerlöscher eine aufgedruckte Bedienungsanleitung. Zuerst muss immer die Sicherung entfernt und der Löscher aktiviert werden. Meist ist die Sicherung ein gelber Kunststoffring. Dieser wird abgezogen und anschließend der Schlagknopf auf dem Gerät betätigt. Dann kann mit dem Löschschlauch gelöscht werden. Der eigentliche Bedienhebel befindet sich entweder direkt am Schlauch oder am Gerät.

Generell löscht man an der Wurzel des Brandes und dabei von vorn nach hinten. Dabei nicht zu nah herangehen und den Löscher stoßweise betätigen. So hat man noch genügend Reserven, wenn es zu einer Rückzündung kommt. Vorsicht bei Fettbränden in der Küche: Diese niemals mit Wasser löschen, da es dadurch zu einer meterhohen Stichflamme kommen kann!

Brennender Adventskranz
Das Erste, was man bei einem Brand tun sollte: die Feuerwehr rufen.

Am Arbeitsplatz sind die Vorschriften für Feuerlöscher streng. Sie müssen an bestimmten Stellen aufgehängt werden und frei zugänglich sein – oder das Unternehmen muss mit deutlichen Hinweisschildern den Weg weisen. Handfeuerlöschgeräte, so der Fachjargon, müssen außerdem regelmäßig geprüft werden – in der Regel alle zwei Jahre. Auch für private Feuerlöscher empfiehlt es sich, diese regelmäßig vom Fachmann überprüfen zu lassen. Eine Pflicht für Feuerlöscher in Privathaushalten gibt es in NRW nicht mehr.

Fast noch wichtiger für den Heimgebrauch sind Rauchmelder. Denn jedes Jahr sterben etwa 600 Menschen an den Folgen eines Brandes, etwa zwei Drittel davon ersticken an den Brandgasen – und das vor allem nachts. Gute Rauchmelder haben das DIN-Prüfzeichen 14604 und sind mit dem VdS-Zeichen gekennzeichnet. Die Geräte sollten an der Decke montiert werden – am besten in Schlaf- und Wohnzimmer. Für Häuser empfehlen sich auch Rauchmelder, die per Funk miteinander verbunden sind. Wenn einer von ihnen Rauch feststellt, alarmieren die anderen die Bewohner.

Grundsätzlich gilt: Bei Bränden immer so schnell wie möglich die Feuerwehr alarmieren. Denn als Laie kann man schlecht einschätzen, ob man das Feuer noch selbst löschen kann.

Autor:

Torsten M. Fischer

Stand: 13.12.2011


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