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Sendung vom 13. Dezember 2011
Geschenke: Design your style
Eine persönliche Note beim Schenken kommt im Kreis der Liebsten und Freunde meist gut an. Durch moderne Foto- und Computertechnik, die heutzutage fast jeder besitzt, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Man trägt sein selbst erzeugtes Design einfach als Datei in den Copyshop und lässt es auf die unterschiedlichesten Materialien drucken.
Designstudenten zeigen uns Geschenke, wie es sie früher nicht gab. Flavia, Manuel und Alexandra leben zu dritt in einer WG. Sie haben ein paar tolle Ideen für uns entwickelt.
Zuerst zeigt Manuel uns ein Geschenk, „das von Herzen kommt“: „Das hier ist ein ganz normales Shirt. Ich hab beim Arzt ein EKG von mir machen lassen und werde das jetzt da drauf sticken lassen.“
Das EKG, seine Herzkurve, hat Manu sich per E-Mail schicken lassen. Dazu hat er die Arzthelferin ein bisschen überreden müssen, aber am Ende sah sie ein, dass es für einen guten Zweck ist, nämlich eine ganz besondere Geschenkidee für seine Freundin Flavia. Manuel nimmt mit einem handelsüblichen Grafikprogramm einige Verschönerungen an dem EKG-Bild vor, damit er es einer Maschinenstickerei als Datei liefern kann.
Solche Stickereiläden gibt es fast überall. Dort kann man sich auch helfen lassen, bevor die Stickmaschine mit dem Motiv programmiert wird. Das kostet aber zusätzlich. Man kann ein Motiv auch auf einer Papiervorlage liefern, die dann eingescannt und am Computer bearbeitet wird.
Manuels Herzkurve wird schließlich mit weißem Faden ungefähr in Herzhöhe auf das T-Shirt aufgestickt. Eine schwarze Bluse wäre sicher auch chic.
Flavia hat für 30 Euro einen Lampenschirm aus Baumwolle besorgt und im Internet ein feuriges Motiv ausgesucht. Ein Motiv aus dem Internet darf man verwenden, solange man es nur privat und in kleiner Anzahl verschenkt.
Flavia druckt es auf sogenannte „Thermotransferfolie“. Die kann man im Elektrohandel kaufen. Dabei handelt es sich um eine Folie, die sich auf Stoffe bügeln lässt. Manuel hilft ihr dabei. Doch als sie die Rückseite der Folie abziehen wollen, stellen die beiden leider fest, dass das Motiv nicht auf dem Baumwoll-Lampenschirm haftet. Mit viel Geduld gelingt es ihnen am Ende, doch noch einige Flammen aufzubügeln. Doch richtig schön ist der Lampenschirm nicht gewor-den. Unser Tipp: Bügeln Sie Motive nur auf solche Stoffe, die Sie plan auf ein Bügelbrett aufle-gen können, damit sich mit dem Bügeleisen richtig Druck ausüben lässt.
In Manuel bricht jetzt der Designer durch. Zunächst fertigt er eine Zeichnung an – so kann er besser ausprobieren, was auf den Klodeckel soll. „Dreissigacker“ ist der Nachname seines Freundes, den er beschenken möchte, den schreibt er am Computer, dazu den Begriff „Heiliger Stuhl“, drum herum noch Nonsense-Text. Als er sich entschieden hat, schreibt er seinen Entwurf am Computer. Dann lässt er ihn auf eine Folie drucken, die auf Plastikoberflächen gut haftet. Das geht im Reproladen. Manuels Tipp beim Aufkleben der Folie: „Du brauchst eigentlich so etwas wie einen Spatel. Dann legst du es flach hin, aber noch nicht ganz – ziehst nämlich mit der EC-Karte drüber.“
Alexandra liest privat geschossene Fotos in ihr Laptop ein. Sie wählt ein Motiv aus, um daraus ein Geschenk an den Liebsten zu machen. „Ich möchte ihm eine selbst gemachte Lampe schenken – mit einem Teelicht und einem Foto von uns drauf, wo wir uns küssen.“ Alexandra wählt ein Foto, das genug Kontraste und helle Flächen bietet, die nachher das Licht durchlassen. Für die Stimmung kann man grafisch einen Gelbton hineingeben, weil das Licht damit wärmer scheint. Im Copyshop um die Ecke wird das Foto dann auf Transparentpapier gedruckt.
Kontraste und helle Flächen im Motiv lassen nachher das Licht durch. Gelocht und mit schöner Kordel geschnürt ist der ganz persönliche Schirm für eine Lampe damit schon fertig.
Den Babystrampler wollen die drei möglichst frech bedrucken. Damit alle gleich freundlich lachen, wenn sie das Kind sehen. Das führt erst einmal zu Diskussionen in der WG. Manuel fragt die anderen: „Was denkt ihr denn, was hier draufkommt?“ „Kleiner Schreihals“, findet Alexandra gut, „Mit Liebe gemacht“, schlägt Flavia vor, aber das wäre Ideenklau, denn das gibt es schon und ist für Alexandra auch zu niedlich. „Ich find ‚böse’ gut“, sagt schließlich Flavia, und so wird es gemacht. Manuel wählt am Computer eine Schrift, die ihm gefällt und bringt das selbst kreierte Wort als Datei in den Copyshop. Für Kindersachen empfiehlt sich der sogenannte „Flockdruck“. Der ist an der Oberfläche samtig weich. Und die Räume zwischen den Buchstaben sorgen für Beweglichkeit des Stoffes in sich.
Alexandra arbeitet an ihren Lieblingsmotiven, um daraus Schmuck herzustellen. Im Copyshop werden die Engelsbildchen, die sie hierzu ausgewählt hat, laminiert, das heißt, in Folie eingeschweißt. So lassen sich sie ausschneiden und weiterverwenden. Alexandra schneidet sie in ovaler Form aus und pikst ein Loch hinein. Dann kommt ein Anhänger dran. Fertig ist ein Ohrring.
Flavia zeichnet ein Strichmännchen und klebt Manuels Kopf darauf. Den hat sie von einem ausgedruckten Foto ausgeschnitten. Die fertige Zeichnung mit Foto scannt Flavia ein und bringt sie als Datei in den Druckladen. Vom USB-Stick kann das Motiv auf eine Transferfolie gedruckt und auf eine Schürze aufgepresst werden. Eine Ermutigung zur Küchenarbeit, hofft Flavia.
Caterina Priesner
Stand: 13.12.2011
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