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Sendung vom 23. Januar 2012
Gesundmacher (3): Haut
Um auch im Winter braun zu sein, gehen über 14 Millionen Deutsche regelmäßig in eines der 12.000 Solarien mit insgesamt etwa 90.000 Bräunungsgeräten. Die Gesundheitsgefährdung durch Solarien ist umstritten. Ein übermäßiger Sonnenstudiobesuch schadet der Haut, lässt sie altern und fördert unter Umständen die Bildung von Hautkrebs. Andererseits kann im Winter ein gelegentlicher Solarienbesuch den Körper auch mit Vitamin D versorgen und die Stimmung aufhellen. Doch Vorsicht: Eine richtige Beratung durch die Angestellten der Sonnenstudios ist nicht immer gegeben.
Achten Sie darauf, dass Sie vor Ihrer ersten Bestrahlung einen Hauttyptest durchführen. Mit dieser Kenntnis vermeiden Sie es, eine falsche Bestrahlungsintensität einzustellen. Von Sonnenstudios, die solch einen Test nicht anbieten, sollten Sie sich besser fernhalten. Zudem sollten Ihnen die Sonnenbankbetreiber zu einer Ihrem Hauttyp entsprechenden Höchstdauer für eine Bestrahlung raten.
Bestehen Sie auf einen Augenschutz, auch wenn Ihnen keiner angeboten wird. Die Haut auf den Lidern ist sehr dünn und bei einer Bestrahlung auf der Sonnenbank sonnenbrandgefährdet.
Wichtig ist auch die Hygiene: Ein grundsätzlich gepflegtes Studio hat aller Voraussicht nach auch saubere Sonnenbänke. Trotzdem empfehlen Experten eine Reinigung der Bank vor Gebrauch. Fragen Sie nach einem Desinfektionsmittel und Tüchern. Das gehört in jedem vertrauenswürdigen Sonnenstudio zur Grundausstattung.
Auch die Ausstattung der Sonnenbänke ist für eine ungefährliche Bestrahlung entscheidend. Achten Sie darauf, dass die Röhren neu sind oder regelmäßige gewechselt werden. Bei alten Röhren kann es dazu kommen, dass eine Dosierung der Strahlung immer schwieriger wird, das heißt, die eingestellte Bestrahlungsintensität kann eine andere sein, als tatsächlich aus den Röhren kommt. Fragen Sie beim Personal nach. Sonnenstudios, die Ihnen keine Auskunft darüber geben können, sind nicht vertrauenserweckend und sollten nicht wieder besucht werden.
Braune Haut ganz ohne UV-Strahlen verspricht ein neuer Trend aus Hollywood: „Spray on Tan“, zu Deutsch: „Aufsprühbräune“. Dabei wird eine Bräunungslotion mit einem Luftdruckgerät direkt auf die Haut gesprüht. Die Lotion besteht aus verschiedenen Zuckerrohrsorten, Hautpflegemitteln und zusätzlich – je nach Wunsch des Kunden – aus einem Sofortbräuner. Während die Bestandteile aus Zucker in die obersten Hautschichten eindringen und nach etwa sechs bis acht Stunden zusammen mit Proteinen zu Bräunstoffen (Melanoidinen) reagieren, bleibt der Sofortbräuner auf der Hautoberfläche und sorgt damit für ein schnelles Ergebnis. Der Nachteil: Nach der Behandlung dürfen sich Anwender dieser Methode für mindestens sechs Stunden nicht waschen. Danach ist der Sofortbräuner wasserfest.
Ein professionelles Sprühgerät kostet im Handel mehrere Hundert Euro. Wem das zu teuer ist, der kann in Sonnenstudios gehen, die „Spray on Tan“ anbieten. Dort kostet eine Ganzkörperbehandlung etwa 20 Euro. Der Nachteil: Für unser Ästhetikempfinden hierzulande ist das Ergebnis oft zu dunkel und sieht damit zu künstlich aus.
Wer im Winter braun sein möchte und nicht ins Solarium will, der kann zu Selbstbräunern greifen. Diese sind gesundheitlich unbedenklich. Das in ihnen enthaltene Dihydroxyaceton (DHA) sorgt für die Bräune. Es reagiert mit den Proteinen der obersten Hautschichten. Zusammen bilden sie sogenannte Melanoidine – die Haut wird braun.
Das Angebot an Bräunungscremes ist groß – ebenfalls groß ist die Liste der Inhaltsstoffe einer üblichen Flasche: 20 Begriffe stehen darauf. Die Gefahr dabei: Je mehr chemische Zusätze, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Creme Allergien auslösen kann.
10 g Emulsan
II
31 g Mandel-,
Sesam-, Distel- oder Erdnussöl
90 ml
Wasser
¼ Messlöffel Allantoin
30 ml
abgekochtes, kaltes Wasser
8 g DHA
(Dihydroxyaceton)
20 Tropfen Aloe Vera (10-fach-Konzentrat)
17 Tropfen Paraben K
Die Creme besteht aus zwei Komponenten: einer Fett- und einer Wasserlösung.
Sie benötigen zwei hitzebeständige Schalen: In der einen rühren Sie die Stoffe für die Fettlösung zusammen, in der anderen die Zutaten für die Wasserlösung. Setzen Sie nun mithilfe von zwei tiefen Pfannen zwei Wasserbäder an.
Legen Sie die Schalen mit den beiden Lösungen in die Wasserbäder und erhitzen Sie diese auf maximal 68 Grad Celsius. Sollten Sie kein Thermometer zur Hand haben, ist das kein Problem: Achten Sie darauf, dass sich die Zutaten in den jeweiligen Phasen auflösen, und rühren Sie regelmäßig um, damit nichts klumpt. Wichtig: Die Wasserbäder dürfen nicht zu kochen anfangen.
Nehmen Sie die Schalen mit den Lösungen aus den Wasserbädern, wenn die Inhalte flüssig und gut vermischt sind. Die Wasserlösung wird nun langsam und unter ständigem Rühren in die Fettlösung gegossen. Rühren Sie so lange, bis sich die beiden Lösungen miteinander verbinden. Die Flüssigkeit wird zunächst milchig. Anschließend erhalten Sie eine weiße, cremige Konsistenz. Diese Creme schließlich abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit lösen Sie das DHA in kaltem Wasser (30 Milliliter) und fügen es der abgekühlten Creme hinzu. Anschließend ergänzen Sie die restlichen Zusatzstoffe in der vorgegebenen Reihenfolge.
Alle Zutaten sind unbedenklich: Einzig der Haltbarmacher Paraben K trägt ein erhöhtes Allergierisiko – diesen Bestandteil könnte man auch weglassen.
Noch ein Tipp: Bewahren Sie die Creme im Kühlschrank auf. So ist Sie dank des Haltbarmachers Paraben K bis zu sechs Monate haltbar.
50 Milliliter der selbst gemachten Bräunungscreme kosten etwa 6,45 Euro.
Stefan Wichmann
Stand: 23.01.2012
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