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Ratgeber
Servicezeit
Sendung vom 02. Februar 2012
Erste Hilfe gegen Kälte
Der Herbst geht, der Winter kommt – und mit ihm die Kälte. Zeit für unsere „Erste Hilfe“-Tipps gegen Kälte, mit denen Sie sich bei eisigen Temperaturen schützen können.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Auto so auf den Winter vorzubereiten, dass Sie auch schnell in den Tag starten können, wenn es nachts gefroren hat und Ihr Wagen auf der Straße stand.
Wenn Sie keine Garage haben, sollten Sie Front- und Heckscheibe auf jeden Fall mit einer Folie abdecken. Das spart mühevolles Kratzen am Morgen. Diese Folien gibt es schon für wenige Euro. Sollten Sie die Folie aber einmal vergessen haben, benutzen Sie am besten einen Besen und einen Eiskratzer mit einem langen Stiel, damit Ihnen Eis und Schnee nicht in den Ärmel rieseln.
Die Gummidichtungen der Türen sollten eingefettet werden, damit die Türen nicht zufrieren. Dafür gibt es zwar spezielle Fettstifte im Fachhandel, kostengünstiger und genauso effektiv ist es, einen Lippenbalsam oder ein Fett aus der Dose zu verwenden.
Damit die Scheibenwischer nicht festfrieren, können Sie einfach den Korken einer Weinflasche darunter klemmen.
Denken Sie daran, ein Frostschutzmittel in das Wischwasser zu füllen, sonst kann die nächste Autofahrt gefährlich werden! Dann nämlich, wenn Sie auf der Autobahn den Matsch der anderen Autos nicht von der Scheibe bekommen, weil Ihr Wischwasser eingefroren ist. Wenn Sie das Mittel einfüllen, sollten Sie sofort einige Male pumpen, damit der Frostschutz auch in die Düsen und Schläuche gelangt. Andernfalls kann das dort zurückgebliebene, alte Wischwasser ohne Frostschutz einfrieren und alles verstopfen.
Einen Thermoschutz gibt es auch für die Autobatterie – für rund fünf Euro. Die Batterie wird in einen Alumantel eingehüllt und kühlt dadurch nicht so schnell aus. Steht Ihr Auto allerdings jede Nacht auf der Straße, schützt die Hülle nicht vor Startproblemen. Denn auch der Batteriemantel kann die Wärme nur für einige Stunden halten.
Deshalb der Rat des Servicezeit-Kfz-Experten Peter Millies: Die Batterie möglichst vor dem ersten Frost in der Werkstatt auf ihre Leistungsfähigkeit überprüfen lassen, damit es keine bösen Überraschungen gibt.
Wenn es richtig kalt wird, besteht immer die Gefahr, dass das Türschloss Ihres Autos zufriert. Deshalb sollten Sie unbedingt ein alkoholhaltiges Enteiserspray, das die Eiskristalle auflöst, griffbereit haben. Wichtig: Nicht im Auto aufbewahren, denn was hilft Ihnen der Enteiser, wenn er hinter der zugefrorenen Autotür liegt.
Noch ein Tipp: Die Scheiben sollten auch von innen immer sauber sein, denn Dreck zieht Feuchtigkeit, und dreckige Scheiben können auch von innen einfrieren. Darum ist es auch wichtig, die Fußmatten immer direkt von Schnee zu befreien.
Gerne hat man die eigenen vier Wände muckelig warm. Aber bevor Sie alle Heizkörper voll aufdrehen: Behalten Sie die Kosten im Blick! Rund zehn Prozent Heizkosten können Sie jährlich sparen, wenn Sie an jeden Heizkörper ein Thermostat anbringen. In die digitalen Geräte sind Zeitschaltuhren eingebaut. Damit können Sie festlegen, wann ein Heizkörper heizt und wann er ruhig kalt bleiben kann. Außerdem können Sie die Heiztemperaturen für jeden Raum individell bestimmen. Wenn Sie also gegen 18.00 Uhr von der Arbeit nach Hause kommen, können Sie das Wohnzimmer ab 17.30 Uhr auf 21 Grad Celsius heizen. Dann ist es bereits warm, wenn Sie kommen, ohne dass die Heizung den ganzen Tag laufen muss. Aber senken Sie die Temperatur tagsüber nicht zu stark ab. In jedem Raum sollten rund 18 Grad Celsius sein, damit sich an den Wänden kein Schimmel bildet.
Wenn Sie zu kalten Füßen neigen: Es gibt diverse Sohlen, die Sie sich in die Schuhe legen können, damit die Kälte nicht durch die Sohle dringt (zum Beispiel Lammfellsohlen und Sohlen mit Alubeschichtung). Zudem sind Einlegesohlen erhältlich, die aktiv wärmen, beispielsweise durch eine chemische Verbindung, die wirkt, sobald man die Packung aufreißt. Rund fünf Stunden halten diese Sohlen warm.
Falls Sie mehrere Stunden bei klirrender Kälte im Freien sein sollten, helfen Sohlen, die mit Batteriebetrieb die Füße anheizen. Ein Sortiment gibt es in Outdoorläden und manchmal auch beim Discounter – je nach Technik ab drei Euro.
Falls es auch in diesem Winter so viel Schnee und Eis in NRW geben sollte wie im vergangenen Jahr, haben wir noch einen besonderen Tipp für Ihre Füße: Spikes, die Sie unter die Schuhe schnallen können. Kleine Eisennägel graben sich in Schnee und Eis, und so kommen Sie sicher über die Straße – vor allem rutschfrei. Die Spikes funktionieren wie Manschetten, werden in verschiedenen Schuhgrößen verkauft und passen unter alle Sohlen. Vorsicht nur in der Wohnung: Dort können Sie sich mit Spikes schnell den Fußboden kaputt machen. In Schuhgeschäften und Outdoorläden gibt es Spikes für rund 30 Euro.
Auch die Hände müssen nicht kalt bleiben: In Supermärkten, Drogerien und Sportgeschäften werden im Winter unzählige Modelle von Taschenwärmern angeboten. Sie funktionieren nach unterschiedlichen physikalischen oder chemischen Prinzipien. Einmalhandwärmer auf chemischer Basis erhitzen sich bei Kontakt mit der Luft nach dem Aufreißen der Packung auf bis zu 70 Grad Celsius und halten etliche Stunden. Besonders umweltfreundlich sind diese Aktivkohlewärmer natürlich nicht. Wiederverwendbar sind Handwärmer mit Natriumacetat, einer kristallinen Substanz, die zunächst flüssig ist. Knickt man die kleinen Metallplättchen im Inneren des Taschenwärmers, dann wechselt der Aggregatzustand von flüssig zu fest. Nach dem Benutzen müssen sie erst ins heiße Wasserbad, damit sich ihre Heizfunktion wieder aktivieren lässt. Solche Taschenwärmer gibt es bereits für rund zwei Euro.
Die Wärme in der Jackentasche tut übrigens auch dem Akku Ihres Handys gut, denn Akkus vertragen Kälte schlecht und entladen sich dann schneller.
Wenn Sie ein Handy mit Touchscreen besitzen, werden Sie bereits festgestellt haben, dass Sie im Winter immer erst die Handschuhe ausziehen müssen, bevor Sie das Handy benutzen können. Das liegt daran, dass die Handys auf die Oberflächenspannung einer nackten Fingerspitze eingestellt sind. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Smartphone-Handschuhe aus Japan, in deren Daumen und Zeigefinger ein spezieller Faden eingewebt ist, sodass sie mit diesen beiden Fingern das Display so bedienen können, als hätten sie keine Handschuhe an. Kostenpunkt: 20 Euro.
Katharina Kiecol
Stand: 02.02.2012
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