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Sendung vom 03. Februar 2012
Auf der Suche nach den Ursachen für Übergewicht
Katrin erkennt, dass sie ihr Übergewicht langfristig nur in den Griff bekommt, wenn sie die Ursachen ihres Essverhaltens erforscht. Sie vereinbart daher einen Termin für eine psychologische Beratung bei Andreas Winter in Iserlohn. Andreas Winter ist Diplompädagoge und hat vor fast zehn Jahren ein Coaching-Institut gegründet.
Katrin bucht bei ihm ein halbtägiges Coaching. Dieses kostet bei Andreas Winter persönlich 650 Euro (bei seinen Mitarbeitern 450 Euro) und besteht aus einer Persönlichkeitsanalyse mit anschließender „Traumreise“.
Zunächst spricht Andreas Winter mit Katrin über die Ursachen des Übergewichts. Er glaubt, dass wir „falschen Glaubenssätzen“, wie beispielsweise „Ich esse zu viel“, „Ich esse zur falschen Zeit“ oder „Ich esse das Falsche“, anhängen. Für Andreas Winter sind das nicht beweisbare Glaubenssätze, denn sie gelten nicht für jeden Menschen. Sonst gäbe es, so begründet er seine These, nicht diejenigen Menschen, die essen können, was sie wollen, aber kein Gramm zunehmen.
Für ihn hat weder die Menge noch die Qualität der Speise eine Relevanz, sondern es ist entscheidend, wie wir sie verstoffwechseln: „Wir nehmen nicht einfach irgendwie zu, weil wir mal was Schlechtes gegessen haben oder zu viel oder so, sondern wir nehmen nur dann zu, wenn ein bestimmter Stresshormoncocktail in unserem Körper vorherrscht und wir den mit Essen ausgleichen.“
Die Stresshormone haben einen Einfluss auf den Vorgang der Fettverbrennung. Ausgeschüttet werden sie, wenn wir unbewusste Angst- und Mangelgefühle haben. Diese entstehen oft schon in unserer Kindheit, vor allem in den ersten drei Lebensjahren. Denn in dieser Zeit nehmen wir unsere Umwelt vorwiegend emotional wahr, das zeitliche Empfinden und die Fähigkeit der rationalen Einordnung sind noch nicht ausgeprägt. Deshalb spricht Andreas Winter mit Katrin zunächst intensiv über die Erlebnisse ihrer Kindheit, die eventuell unbewusste Ängste ausgelöst haben könnten.
Diese erarbeiteten Informationen sind für die anschließende Hypnose wichtig. Andreas Winter nennt es „Traumreise“, weil viele Menschen mit Hypnose auch „Suggestionen“ verbinden. Er betont aber, dass er nicht suggeriert, sondern nur die emotionale und bildhafte Erlebnisfähigkeit seiner Klienten benutzt, um die einstigen Stressauslöser emotional neu zu bewerten. In der Traumreise werden also die als negativ empfundenen Erlebnisse der Kindheit nochmals aus der Perspektive als Erwachsene betrachtet und können durch den veränderten Blickwinkel neu bewertet werden.
Andreas Winter hat die Erfahrung gemacht, dass eine Sitzung in der Regel ausreicht. Er ist fest davon überzeugt, dass Katrin in Zukunft abnehmen wird – ohne dass sie ihre Ernährung umstellt oder Sport macht. Egal, was sie essen wird, es wird sie nicht mehr dick machen, sondern sie wird von alleine abnehmen, so lautet sein Versprechen. Wichtig ist nur, dass es die Stressauslöser, die dazu geführt haben, dass Katrin zugenommen hat, nicht mehr gibt.
Katrin ist zunächst durch Winters These verunsichert, denn das würde ja bedeuten, dass sie weder das Sport- noch Ernährungsprogramm weiter zu verfolgen brauchte. Doch sie beschließt für sich, weiterzumachen, denn sie weiß inzwischen, dass ihr die Umstellung guttut.
Letztendlich findet Katrin ihren Weg, indem sie die Ratschläge von Professor Dr. Ingo Froböse annimmt, aber trotzdem auf ihr Gefühl hört und nur das tut, was ihr Spaß macht. So hat sie keine Lust auf Therabandübungen auf der Matte, Walken und Tanzen mit Gewichtsmanschetten hingegen machen ihr viel Spaß.
Sie hält sich auch erfolgreich an die Ernährungsempfehlungen, aber nicht die Disziplin steht im Vordergrund, sondern das „In-sich-Hineinhören“. Jetzt isst sie oft nur noch, wenn sie wirklich Hunger hat, nicht aber, um sich zu trösten. Sie sagt, sie spüre, dass sie ihrem Körper keinen Schaden mehr zufügen wolle. Das hat sie lange genug getan. Sie will sich endlich wieder Gutes tun und ihren Ballast loswerden.
Katrin hat in sieben Wochen fünf Kilogramm geschafft. Momentan ist sie zuversichtlich, dass sie auch die fehlenden 25 Kilogramm noch abnehmen wird. Letztendlich wird das aber die Zeit zeigen.
Alice Tschöke
Stand: 03.02.2012
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