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Sendung vom 06. Februar 2012
Vorkoster Björn Freitag: Käse (2)
Hart, weich, frisch – von mild bis zum Stinker: Kaum ein anderes Lebensmittel ist so vielfältig wie Käse. Allein in Deutschland soll es über 500 Sorten geben. Die Deutschen essen ihn am liebsten auf Brot – ganze 90 Prozent macht das Käsebrot aus. Und Käse wird immer beliebter. 2010 hat ein Deutscher im Schnitt 22,8 Kilogramm davon gegessen. Die Deutschen liegen mit ihrem Käsekonsum damit an dritter Stelle hinter Griechenland und Frankreich.
Die Deutschen lieben ihren Käse klassisch. Zu ungewöhnlich, stinkig oder schimmelig sollte er nicht sein. Besonders beliebt sind Edamer, Emmentaler und vor allem junger Gouda. Doch auch kalorienreduzierte und leichte Käsesorten sind auf dem Vormarsch.
Käse lässt sich grob in Gruppen einteilen. Sie unterscheiden sich durch Herstellungsprozess, Fett- und Wassergehalt.
Für Käseexpertin Susanne Hofmann ist das erste Indiz für guten Käse eine Naturrinde. Diese zeigt in der Regel an, dass der Käse aus handwerklicher Herstellung kommt. Industriell hergestellter Käse soll möglichst immer die gleiche Form, Farbe und das gleiche Aroma haben. Beim handwerklich hergestellten Käse variiert dagegen der Geschmack je nach Milch, Jahreszeit und Behandlung. Die handwerkliche Herstellung ist natürlich zeit- und damit auch kostenintensiver als die industrielle Fertigung.
Damit der Käse nicht so oft gewendet werden muss, setzt die Industrie zum Beispiel Antipilzmittel wie Natamycin gegen Schimmelbefall ein. Natamycin ist in der Humanmedizin auch als Fußpilzmittel bekannt. Wird es auf die Käserinde aufgetragen, muss dies auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Die Rinde ist dann nicht zum Verzehr geeignet. Das ist natürlich auch der Fall, wenn der Käse mit einem Kunststoffüberzug, einem sogenannten Coating, umhüllt ist.
Im Gegensatz dazu dürfen in der biologischen Herstellung keine chemischen Zusatzstoffe verwendet werden. Bei natürlich behandeltem Käse, wie zum Beispiel durch Salz und Rotschmiere, kann die Rinde mitgegessen werden.
Verschimmelte Lebensmittel wandern in den Müll. Beim Käse stimmt das nur dann, wenn es sich nicht um einen Edelschimmelkäse handelt. Doch wie unterscheidet sich guter Schimmel von schlechtem? Beim Käse kann man zwei Kategorien Schimmel unterscheiden:
Bei Edelschimmelkäse verleihen gezüchtete Schimmelkulturen ein individuelles, kräftiges Aroma. Diese werden dem Käse beim Reifungsprozess eingeimpft. Kulturschimmel bildet im Gegensatz zu wilden Schimmelpilzen keine Toxine und kann daher gegessen werden.
Käse, die nicht zur Gruppe der Edelschimmelkäse gehören, sollten entsorgt werden, wenn sich auf der Oberfläche Schimmel bildet. Dieser kann nämlich Giftstoffe entwickeln, die Leber und Nieren schädigen.
Käse, der unappetitlich aussieht und vor allem komplett anders als beim Einkauf, sollte man umgehend entsorgen. Das gilt besonders für Frischkäse und kurz gereiften Schnittkäse, da dieser noch Milchzucker enthält und sich durch die Schimmelpilze Toxine bilden können.
Der weißliche Belag, der sich auf Gouda bilden kann, ist ebenfalls Schimmel. Er kann den Geschmack beeinflussen, ist aber gesundheitlich nicht bedenklich. Wenn der Schimmel grün, blau oder rot ist, sollten Sie den Käse aber unbedingt wegwerfen.
Am Ende eines feinen Menüs steht oft die Käseplatte, denn Käse schließt bekanntlich den Magen. Käsebuffets können Sie individuell zusammenstellen, achten Sie dabei grob auf folgende Regeln:
Wenn Sie sich an diese Regel halten, müssen Sie zwischen den einzelnen Käsesorten nicht neutralisieren.
Zu aromatischen Käsen passt ein vollmundiger Wein. Rote Weine passen zu aromatischen festen Käsen wie Appenzeller und herben Blauschimmelkäsen. Zu milden Weißschimmelkäsen wie Camembert bieten sich weiße Weine an.
Eine passende Auswahl an hellem und dunklem Brot macht das Käsebuffet perfekt.
K. Unger und A. Kabacinski
Stand: 06.02.2012
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