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Kaffeepadmaschinen im Praxistest

  • SendeterminMontag, 06. Februar 2012, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminDienstag, 07. Februar 2012, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Vor genau zehn Jahren hielten sie Einzug in deutsche Küchen: die Kaffeepadmaschinen. Vorreiter war Philips mit der Senseo-Maschine, viele weitere Hersteller folgten. Der Vorteil der Padmaschinen: Der Kaffee wird portionsweise frisch aufgebrüht und verfügt im besten Fall über eine Art Crema, zumindest aber über einen Schaum auf dem Heißgetränk.

Nach zehn Jahren Marktdurchsetzung und vielen Millionen verkaufter Modelle sollte es sich bei den Kaffeepadmaschinen um ein ausgereiftes Produkt handeln. Doch ist das tatsächlich so? Zaubert wirklich jede Padmaschine schnell und einfach frischen, aromatischen Kaffee in die Tasse? Die Servicezeit machte den Praxistest.

Die vier Kaffeemaschinen-Modelle aus dem Test
Wie ausgereift sind die Kaffeepadmaschinen nach zehn Jahren auf dem Markt wirklich? Vier Maschinen wurden getestet.

Die getesteten Modelle

  • Petra KM 45.00 (circa 190 Euro)
  • Severin Café Fino (circa 70 Euro)
  • WMF 10 (circa 199 Euro)
  • Philips HD 7860/60 Senseo Quadrante (circa 119 Euro)

Anmerkung: Bei den Preisen handelt es sich um die unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers. Die Produkte sind im Internet zum Teil deutlich günstiger zu erwerben.

Die Tester

  • Wulf Schlichte, Chef der italienischen Espressobar „Galestro“ (Standorte in Köln, Bonn und Hamm), und seine Barista Concetta Perrone
  • drei kaffeedurstige Pädagoginnen einer Grundschule

Die Testmethode

Alle Maschinen wurden mit der gleichen Sorte Pads bestückt.

Die Testergebnisse

Petra KM 45.00
Ein großes Plus: Die „Funktionalität der Maschine ist fast selbsterklärend“, befindet Espressobar-Chef Wulf Schlichte. Ein Drehrad regelt die Größe der Tasse, ein weiteres das gewünschte Heißgetränk (Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato und Café au Lait). Zudem gibt es die Funktionen „Heißwasser“ und „Milchschaum“. Praktisch, dass der Padhalter sowohl für ein als auch umgedreht für zwei Pads verwendet werden kann. Weniger verbraucherfreundlich finden unsere Testerinnen, dass man zwar mit der Maschine einen Latte macchiato machen kann, aber unter die Brüheinheit kein großes Glas passt. Ein Manko stellt für alle Tester der Wassertank dar. Er ist nur dann einsetzbar, wenn im Gerät eine Führung hochgeklappt ist. „Das finde ich unpraktisch“, so Wulf Schlichte. Im Betrieb empfinden unsere Testerinnen die Maschine als laut, zudem „wandern“ die Tassen durch die Vibration auf der Ablage. Der Kaffee fließt schnell durch – „sieht ein bisschen wässrig aus“, so der Espressobar-Besitzer. So schmeckt der Kaffee dann auch, befindet unser Profi-Team. Den drei Pädagoginnen schmeckt der Kaffee jedoch.

Kaffepadmaschine Petra KM 45.00
Bei der Petra KM 45.00 kann man zwischen verschiedenen Heißgetränken und der Tassengröße auswählen. Doch den Profis ist der Kaffee zu wässrig.

Severin Café Fino
Der erste Eindruck unserer Testerinnen: „Schön klein, passt in jede Küche rein.“ Bei genauerer Betrachtung stoßen die drei Pädagoginnen auf Nachteile: Die Maschine scheint billig verarbeitet: „Alles aus Plastik“. Besonders dem Hebel, der den Padhalter mit den Pads fixiert, misstrauen sie. „Der kann schnell abbrechen, und dann kann man sich eine neue Maschine holen“, meint Pädagogin Gertrud N. zweifelnd. Im Gegensatz zur ersten Maschine verfügt diese nur über eine einzige Funktion. Die Maschine kann per Knopfdruck für eine Tasse Kaffee in Betrieb genommen werden, weder die Anzahl noch die Größe der Tassen oder die Zubereitungsart wie zum Beispiel Cappuccino können angewählt werden. Beim Geschmackstest fällt das Gerät durch: „Schmeckt wie ein zweiter Aufguss“, heißt es in der Grundschule.

Kaffeepadmaschine Severin Café Fino
Die Severin Café Fino ist zwar platzsparend, scheint aber billig verarbeitet zu sein. Es steht nur Kaffee zur Auswahl und dieser fällt geschmacklich durch.

WMF 10
Auf den ersten Blick überzeugt diese Maschine unsere Profis: „Sieht optisch gut aus, gut verarbeitet“, meint Barista Concetta. Die Pädagoginnen melden jedoch Bedenken an: Die Maschine sei zu groß und wuchtig, zudem sehe man auf der polierten Oberfläche jeden Fingerabdruck. Auch das Einführen des Wassertanks sei analog zur Petra-Maschine zu kompliziert. Die Bedienfunktionen sind gut strukturiert und selbsterklärend. Mit dem Brühergebnis sind die Profis relativ zufrieden. Der erste Kaffee, auf dem sich eine Art Crema gebildet hat. Zudem schmeckt man hier „etwas mehr Kaffee“, so Concetta Perrone.

Kaffeepadmaschine WMF 10
Die WMF 10 kommt bei den Profis sowohl optisch als auch qualitativ gut an, die Pädagoginnen halten die polierte Oberfläche jedoch für schmutzanfällig.

Philips Senseo Quandrante
Eine Maschine, die unseren Lehrkörpern auf Anhieb zusagt. Die Maschine wirkt solide verarbeitet. Ein Pluspunkt ist sicher die Verstellbarkeit des Tassenuntersatzes. Je nach Größe können Tasse, Becher oder Glas dicht an den Kaffeeauslauf herangeführt werden. Auch das Einführen der Pads – ohne Schieben, sondern durch Zuklappen – scheint hier besser gelöst. Positiv auch, dass der Wassertank unseren Testern keine Probleme bereitet. „Alles sehr, sehr gut und funktionell gemacht“, erklärt Wulf Schlichte. Weniger zufrieden ist er mit dem Brühergebnis: „Man hat hier gesehen, dass am Anfang und am Ende sehr viel Wasser in die Tasse läuft“, erläutert der „Galestro“-Chef. Das macht sich seiner Meinung nach auch im Geschmack bemerkbar. Für Barista Concetta Perrone befindet sich auf dem Kaffee keine Crema, sondern nur Schaum. Völlig zufrieden ist man dagegen in der Grundschule. „Voller, würziger Geschmack“, lautet das Urteil der Damen.

Philips Senseo Quandrante
Die Philips Senseo Quadrante ist sehr benutzerfreundlich und kommt geschmacklich zumindest bei den Lehrerinnen sehr gut an.

Der Testsieger

Für die drei Pädagoginnen hat eindeutig die Senseo Quadrante von Philips gewonnen. „Sie ist leicht zu handhaben und passt in jede Küche“, und: „Sie macht wunderbaren, aromatischen Kaffee“, lauten ihre Argumente. Die Profis plädieren für die WMF 10, die „mit Einschränkungen den besten Kaffee gemacht hat und bei der auch der Kaffee eine gewisse Crema hatte“.

Crema auf Kaffee in Tasse
Bei den Profis geht die WMF 10 als Testsieger hervor, da der Kaffee eine gewisse Crema hatte. Für die Lehrerinnen ist die Senseo Quadrante der Sieger.
Autor:

Stephan Creydt

Link:

Stand: 06.02.2012


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