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Ratgeber
Servicezeit
Sendung vom 06. Februar 2012
Kaffeepadmaschinen im Praxistest
Vor genau zehn Jahren hielten sie Einzug in deutsche Küchen: die Kaffeepadmaschinen. Vorreiter war Philips mit der Senseo-Maschine, viele weitere Hersteller folgten. Der Vorteil der Padmaschinen: Der Kaffee wird portionsweise frisch aufgebrüht und verfügt im besten Fall über eine Art Crema, zumindest aber über einen Schaum auf dem Heißgetränk.
Nach zehn Jahren Marktdurchsetzung und vielen Millionen verkaufter Modelle sollte es sich bei den Kaffeepadmaschinen um ein ausgereiftes Produkt handeln. Doch ist das tatsächlich so? Zaubert wirklich jede Padmaschine schnell und einfach frischen, aromatischen Kaffee in die Tasse? Die Servicezeit machte den Praxistest.
Anmerkung: Bei den Preisen handelt es sich um die unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers. Die Produkte sind im Internet zum Teil deutlich günstiger zu erwerben.
Alle Maschinen wurden mit der gleichen Sorte Pads bestückt.
Petra KM 45.00
Ein großes Plus: Die „Funktionalität der
Maschine ist fast selbsterklärend“, befindet
Espressobar-Chef Wulf Schlichte. Ein Drehrad regelt die
Größe der Tasse, ein weiteres das gewünschte
Heißgetränk (Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato und
Café au Lait). Zudem
gibt es die Funktionen „Heißwasser“ und
„Milchschaum“. Praktisch, dass der Padhalter sowohl
für ein als auch umgedreht für zwei Pads verwendet werden
kann. Weniger verbraucherfreundlich finden unsere Testerinnen, dass
man zwar mit der Maschine einen Latte macchiato machen kann, aber
unter die Brüheinheit kein großes Glas passt. Ein Manko
stellt für alle Tester der Wassertank dar. Er ist nur dann
einsetzbar, wenn im Gerät eine Führung hochgeklappt ist.
„Das finde ich unpraktisch“, so Wulf Schlichte. Im
Betrieb empfinden unsere Testerinnen die Maschine als laut, zudem
„wandern“ die Tassen durch die Vibration auf der
Ablage. Der Kaffee fließt schnell durch – „sieht
ein bisschen wässrig aus“, so der Espressobar-Besitzer.
So schmeckt der Kaffee dann auch, befindet unser Profi-Team. Den
drei Pädagoginnen schmeckt der Kaffee jedoch.
Severin Café Fino
Der erste Eindruck unserer Testerinnen: „Schön klein,
passt in jede Küche rein.“ Bei genauerer Betrachtung
stoßen die drei Pädagoginnen auf Nachteile: Die Maschine
scheint billig verarbeitet: „Alles aus Plastik“.
Besonders dem Hebel, der den Padhalter mit den Pads fixiert,
misstrauen sie. „Der kann schnell abbrechen, und dann kann
man sich eine neue Maschine holen“, meint Pädagogin
Gertrud N. zweifelnd. Im Gegensatz zur ersten Maschine verfügt
diese nur über eine einzige Funktion. Die Maschine kann per
Knopfdruck für eine Tasse Kaffee in Betrieb genommen werden,
weder die Anzahl noch die Größe der Tassen oder die
Zubereitungsart wie zum Beispiel Cappuccino können
angewählt werden. Beim Geschmackstest fällt das
Gerät durch: „Schmeckt wie ein zweiter Aufguss“,
heißt es in der Grundschule.
WMF 10
Auf den ersten Blick überzeugt diese Maschine unsere Profis:
„Sieht optisch gut aus, gut verarbeitet“, meint Barista
Concetta. Die Pädagoginnen melden jedoch Bedenken an: Die
Maschine sei zu groß und wuchtig, zudem sehe man auf der
polierten Oberfläche jeden Fingerabdruck. Auch das
Einführen des Wassertanks sei analog zur Petra-Maschine zu
kompliziert. Die Bedienfunktionen sind gut strukturiert und
selbsterklärend. Mit dem Brühergebnis sind die Profis
relativ zufrieden. Der erste Kaffee, auf dem sich eine Art Crema
gebildet hat. Zudem schmeckt man hier „etwas mehr
Kaffee“, so Concetta Perrone.
Philips Senseo Quandrante
Eine Maschine, die unseren Lehrkörpern auf Anhieb zusagt. Die
Maschine wirkt solide verarbeitet. Ein Pluspunkt ist sicher die
Verstellbarkeit des Tassenuntersatzes. Je nach Größe
können Tasse, Becher oder Glas dicht an den Kaffeeauslauf
herangeführt werden. Auch das Einführen der Pads –
ohne Schieben, sondern durch Zuklappen – scheint hier besser
gelöst. Positiv auch, dass der Wassertank unseren Testern
keine Probleme bereitet. „Alles sehr, sehr gut und
funktionell gemacht“, erklärt Wulf Schlichte. Weniger
zufrieden ist er mit dem Brühergebnis: „Man hat hier
gesehen, dass am Anfang und am Ende sehr viel Wasser in die Tasse
läuft“, erläutert der „Galestro“-Chef.
Das macht sich seiner Meinung nach auch im Geschmack bemerkbar.
Für Barista Concetta Perrone befindet sich auf dem Kaffee
keine Crema, sondern nur Schaum. Völlig zufrieden ist man
dagegen in der Grundschule. „Voller, würziger
Geschmack“, lautet das Urteil der Damen.
Für die drei Pädagoginnen hat eindeutig die Senseo Quadrante von Philips gewonnen. „Sie ist leicht zu handhaben und passt in jede Küche“, und: „Sie macht wunderbaren, aromatischen Kaffee“, lauten ihre Argumente. Die Profis plädieren für die WMF 10, die „mit Einschränkungen den besten Kaffee gemacht hat und bei der auch der Kaffee eine gewisse Crema hatte“.
Stephan Creydt
Stand: 06.02.2012
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