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Sendung vom 07. Februar 2012
Gicht durch Fertigbrühe
Christian K. hat heftige Gelenkschmerzen. Je nachdem, was er gegessen hat, fallen diese unterschiedlich stark aus. Der 47-Jährige leidet an Gicht. Nach einem ordentlichen Fleischgericht oder zu viel Alkohol schmerzen ganz schnell seine Finger. Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass er sogar Schmerzmittel einnehmen muss, um die unangenehme Pein aushalten zu können.
Gicht entsteht durch zu viel Harnsäure im Blut. Harnsäure ist ein Produkt, das beim Abbau von sogenannten „Purinen“ im Körper anfällt. Diese nehmen wir tagtäglich durch Lebensmittel auf, bilden die Stoffe aber auch selbst. Purine sind Eiweißverbindungen tierischer und pflanzlicher Zellkerne. Bei Gichtpatienten schaffen es die Nieren nicht, die Harnsäure vollständig abzubauen. Die Betroffenen leiden unter einer Stoffwechselerkrankung. Die Folge: Harnsäurekristalle lagern sich in den Gelenken ab. Betroffen sind außer dem Großzehengrundgelenk oft auch das Sprunggelenk, das Handgelenk sowie Gelenke der Fußwurzel und des Knies.
Ein Gichtanfall entsteht, wenn die abgelagerten Harnsäurekristalle eine Entzündung in den jeweiligen Gelenken auslösen. Diese kann so schmerzhaft sein, dass oftmals nur noch Schmerzmittel helfen. Die Erkrankung ist leicht zu erkennen: die Hand- und Fußgelenke sind meist gerötet und geschwollen. Durch das Anschwellen wird die Beweglichkeit der Gelenke immer mehr eingeschränkt. Im Extremfall können sogar Harnsäurekristalle das Gelenk zerstören. Daher sollte man Gicht immer umgehend behandeln lassen und die Ernährung blitzschnell umstellen.
In den meisten Fällen ist Gicht erblich bedingt. Jeder, der einen Gichtpatienten in seiner Familie hat, sollte bei der Ernährung besonders vorsichtig und aufmerksam sein. Aber auch Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum und Völlerei können Gicht begünstigen. Neben der medikamentösen Hilfe gegen Entzündung und Schmerz sowie der Senkung der Harnsäure kann eine gezielte Ernährungsumstellung Abhilfe schaffen. Wer konsequent auf eine gesunde und purinarme Ernährung achtet, bekommt die Erkrankung ohne sonstige Hilfsmittel in den Griff.
Jeder Gichtpatient sollte purinreiche Kost vermeiden. Darunter fallen Alkohol (speziell Bier), Fleisch, Innereien, geräucherter Fisch, Spinat, Hülsenfrüchte und natürlich auch Rinder- oder Hühnerbrühe. Bei der Gemüsebrühe sollte man zusätzlich noch auf Geschmacksverstärker (Hefeextrakte) achten, die für einen Gichtpatienten ebenfalls unbekömmlich sind. Wenn man unbedingt auf eine Fertigbrühe zurückgreifen will, dann sollte man eine ohne Geschmacksverstärker und Lauch verwenden. Lauch gehört neben Kohl und Spinat zu den Gemüsesorten, die relativ viel Purin enthalten.
Selbst gemachte Brühen sind besser als jede Fertigbrühe. Einfach das frische Gemüse klein schneiden, in den Topf geben, Wasser dazu, mit Salz verfeinern und kochen lassen – fertig ist die gesunde Gemüsebrühe.
Oder Sie legen das frisch geschnittene Gemüse auf ein Backblech, trocknen es im Backofen ein paar Minuten und pürieren das Ganze anschließend im Mixer. Eine gesündere Brühe ohne Purine sowie Zusatz- und Konservierungsstoffe gibt es nicht. Und günstig ist es noch dazu. Außerdem haben Sie auch direkt etwas für das nächste Mal übrig.
Christian K. hat eine Lösung gefunden. Der Architekt bereitet sich ab sofort seine Brühen selbst zu. Somit weiß er ganz genau, was bei ihm im Suppenteller landet, und was er ohne Reue genießen kann. Ohnehin schmeckt Selbstgemachtes immer noch am besten.
(Das hier nicht mehr veröffentlichte Rezept erhalten Sie gegen Einsendung eines mit 0,55 Euro frankierten und an Sie adressierten Rückumschlags – Thema der Sendung bitte angeben. Weitere Informationen erhalten Sie über unsere Hotline: 0221 56789 999.)
Gabriel Fröhlke
Stand: 07.02.2012, 09.09 Uhr
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