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E-Books: Lässt sich damit Geld verdienen?

  • SendeterminDienstag, 14. Februar 2012, 18.20 - 18.50 Uhr.
  • WiederholungsterminMittwoch, 15. Februar 2012, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.).

Mit E-Books reich werden?

Irgendwie steckt doch in jedem von uns ein kleiner Schriftsteller. Seit es E-Books, also elektronische Bücher gibt, kann jeder sein Werk ganz einfach veröffentlichen – egal, ob Gedichte, Bauanleitungen oder Romane.

Internetseite eines E-Book-Publishers, der hohe Gewinne verspricht
Ist das Publizieren via E-Book tatsächlich ein Garant für hohe Einnahmen aus dem Verkauf? Wir haben es getestet.

Angeblich lässt sich damit sogar viel Geld verdienen – bis zu 3.000 Euro im Monat. So wird es auf einschlägigen Seiten im Internet versprochen.

In einem Test wollten wir herausfinden, ob das wirklich geht – mussten aber feststellen, dass man im schlimmsten Fall sogar mehrere Tausend Euro in den Sand setzen kann.

Der Versuch

Wir schicken unser Manuskript an 70 Buchverlage. Vielen Verlagen reicht es, das Manuskript online zugeschickt zu bekommen. Andere wollen weitere Angaben haben, zum Beispiel Lebensläufe. Aber was machen die Verlage eigentlich mit dem Manuskript? Das Servicepaket reicht von der reinen Veröffentlichung, der grafischen Gestaltung, der Korrektur bis hin zur inhaltlichen Überarbeitung in Zusammenarbeit mit dem Autoren (Lektorat).

Bereits nach einigen Tagen haben wir erste Rückmeldungen von den Verlagen erhalten. Aber Vorsicht: Selten sind die Schnellsten auch die Besten.

Verlage werden unterschieden in klassische Verlage, Zuschussverlage oder „Pseudoverlage“. Haben wir von den klassischen Verlagen keinerlei Angebote erhalten, weil sie entweder mehr Informationen vom Autor erhalten wollten bzw. das Manuskript viel länger geprüft haben, waren die Zuschussverlage bedeutend schneller unterwegs.

Der Grund dafür ist einfach: Die klassischen Verlage nehmen kein Geld. Sie tragen das komplette Risiko der Veröffentlichung. Der Autor erhält ein Honorar und Umsatzbeteiligungen.

Ganz anders bei den Zuschussverlagen. Diese übernehmen kein oder nur ein geringes Risiko, dieses trägt der Autor selbst. Im Klartext: Für die Veröffentlichung muss der Autor Geld bezahlen. Das fängt bei 39 Euro an und geht in unserem Beispiel (je nach Seitenzahl des Werkes) hoch bis auf 3.390 Euro.

Da die meisten Zuschussverlage keine reinen E-Book-Veröffentlichungen anbieten, landet man bei einer Buchveröffentlichung. Diese kostet dann schon nahezu 15.000 Euro.

Das Ergebnis oder: Muss man tatsächlich für sein E-Book zahlen?

Von den reinen Zuschussverlagen kann nur abgeraten werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Autoren für die Veröffentlichung ihres geistigen Eigentums auch noch Geld bezahlen sollen.

E-Book in der Anwendung
Von den reinen Zuschussverlagen kann nur abgeraten werden. Es ist nicht nachvollziehbar, da Autoren für die Veröffentlichung ihres geistigen Eigentums bezahlen sollen.

Autoren bieten sich folgende Möglichkeiten: Entweder den Weg über klassische Verlage gehen – hier ist die Wahrscheinlichkeit natürlich hoch, dass das Werk abgelehnt wird – oder für überschaubares Geld die Veröffentlichung bei Anbietern wie BoD (Books on Demand) abwickeln.

Die zurzeit beste Wahl ist wohl der Weg über Amazon und den Kindle-Reader. Dort zahlt man gar nichts, das Einstellen des Buches inklusive Kopierschutz, E-Book-Preis etc. ist einfach, und man erhält sehr transparente Abrechnungen.

Vergleichen sollte man in jedem Fall, wie lange man die Rechte am eigenen Werk abtritt. Bei einigen Anbietern ist es lebenslang, bei anderen kann man den Vertrag nach eigenem Ermessen aufkündigen. Darüber hinaus ist auch die Umsatzbeteiligung spannend – dabei reicht die Spanne von 8 bis zu 70 Prozent.

Fazit

Reich wird man mit der Veröffentlichung von E-Books wohl nicht. Positiv gesehen gibt es aber dank elektronischer Bücher immerhin die Möglichkeit, mit sehr geringem Aufwand zu publizieren.

Autor:

Immo Mäueler

Stand: 14.02.2012


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