E-Books - Lesespaß oder Lesefrust?
Wachgeküsst aus dem Dornröschenschlaf
- Mittwoch, 24. Oktober 2012, 18.20 - 18.50 Uhr
- Donnerstag, 25. Oktober 2012, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.)
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In den USA sind sie schon länger ein Verkaufshit, hierzulande führten E-Books lange ein Nischendasein. Bis jetzt: In diesem Jahr hat sich der Anteil der legal heruntergeladenen Bücher am Gesamtbuchmarkt im Vergleich zu 2011 bereits verdoppelt. Das liegt zum einen an neuen Publikationsformen: Viele junge Autoren erreichen ihre Leserschaft überwiegend im Internet – der Bestseller „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James war beispielsweise lange Zeit sogar ausschließlich online zu lesen.
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In Deutschland ändert sich erst seit diesem Jahr rapide etwas in der Nutzung von E-Books. Doppelt so viele wie im Vorjahr wurden heruntergeladen.
Zweites Erfolgsgeheimnis der elektronischen Bücher: Sie werden billiger. Sowohl E-Books selbst, die bis zu 30 Prozent günstiger sind als ihre analogen Kollegen, als auch die Lesegeräte.
Vier Lesegeräte haben wir getestet:
Amazons Kindle (79 Euro): Dank E-Ink–Display wirkt die Schrift gestochen scharf, wie auf Papier. Zusätzlich kann man die Schriftgröße verändern. Zum langen Lesevergnügen trägt auch die Akkulaufzeit von mehreren Wochen bei. Ein Haken ist aber die Bedienbarkeit: Die Menütasten fand unsere Testperson schlecht gekennzeichnet, zudem muss auf der Tastatur jeder Buchstabe einzeln angewählt werden.
Und: Wer den Kindle kauft, muss Amazon mögen. Denn mit dem Kindle kann man nur Bücher bei Amazon herunterladen. Vorteil: Dort sind viele Bücher von den Kunden bewertet – so bekommt man eine Einschätzung vor dem Kauf. Wer das möchte, ist hier gut aufgehoben.
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Der Sony PRS-T2 in einem Regal neben analogen Vorläufern. Sein großes Plus ist der Touchscreen.
Sonys PRS-T2 (139 Euro): Das große Plus des Sony-Gerätes ist der Touchscreen. Das macht die Bedienung kinderleicht, auch das Umblättern der Seiten ist eleganter. Zusätzlich kann man ganz leicht mit den Fingern in den Text reinzoomen, um bestimmte Stellen zu vergrößern.
Auch hier sorgt das E-Ink-Display für ein authentisches Buchgefühl beim Lesen. Die Schriftgröße kann ebenfalls eingestellt werden. Der Akku hält bis zu zwei Monaten. Und: Weil das Gerät auch gängige Datei-Formate wie ePub unterstützt, bleibt der Käufer ungebunden, kann sich also frei bei E-Book-Plattformen wie beispielsweise ebook.de (früher libri.de) oder weltbild.de bedienen.
Thalias TouchMe TFT (49 Euro): Auch dieser Reader unterstützt ePub, der Käufer ist nicht an Thalia gebunden. Das Gerät verspricht zudem viel: Es verfügt über einen Touchscreen und soll sogar Musik und Videos abspielen können. Leider fand unsere Testerin die Bedienung sehr behäbig, das Gerät lädt lange, und es entsteht der Eindruck, der Touchscreen funktioniere nicht. Zudem war der Akku in unserer Stichprobe binnen weniger Stunden leer – auch nach erneutem Aufladen. Thalia hat den TouchMe TFT, der in unserer Stichprobe nicht so gut weggekommen ist, nach Beendigung der Dreharbeiten vom Markt genommen.
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Als Lesegerät mit einigen Nachteilen ausgestattet: das iPad 3. Es ist vergleichsweise schwer, die Augen werden schnell müde und das Display spiegelt.
Apples iPad 3 (479 Euro): Das iPad ist natürlich viel mehr als ein Lesegerät für elektronische Bücher. Und: Das iPad ist dank Touchscreen leicht zu bedienen, das Menü erklärt sich von selbst. Aber schon beim Gewicht spürte unsere Testerin, dass es mit dem langen Lesen schwierig wird: Das iPad wiegt deutlich mehr als ein herkömmlicher Reader. Die helle Hintergrundbeleuchtung macht die Augen schnell müde, die Oberfläche spiegelt: So wird Lesen im Garten praktisch unmöglich. Auch hier muss die Akkulaufzeit in Stunden, nicht in Wochen, berechnet werden. Zudem bindet man sich an den E-Book-Store von Apple, mit einer App können lediglich auch die Angebote von Amazon genutzt werden.
Spar-Tipps: Beim Projekt Gutenberg (gutenberg.org) können Bücher kostenlos heruntergeladen werden, weil das Urheberrecht abgelaufen ist. Die Plattform „beam-eBooks“ (beam-ebooks.de) bietet viele Bücher ohne Kopierschutz an, darunter sogar aktuelle Bestseller von großen Verlagen. Dritter Tipp ist die „Onleihe“ (onleihe.de): die Ausleihmöglichkeit der örtlichen Bibliotheken im Internet. Dafür braucht man jedoch ein Gerät, das ePub unterstützt.
E-Book-Reader – darauf müssen Sie achten:
- Akkulaufzeit: Die Akkus der meisten Reader halten mehrere Wochen lang.
- Auf welches Format setzt der Hersteller? Amazon verwendet ein eigenes Format, man kann also nur das Angebot von Amazon nutzen. Im Gegensatz dazu gibt es Formate wie ePub – das verwenden die meisten E-Book-Geschäfte und Lesegeräte.
- Displaytechnik: E-Ink sorgt für eine gestochen scharfe Schrift wie auf Papier. Ein Display mit TFT dagegen ist vergleichbar mit dem eines Computers: Langes Lesen ist nicht möglich.
- Bedienbarkeit: Ist das Menü verständlich? Ein Touchscreen sorgt für zusätzlichen Komfort.
- Ist das Angebot zu gut, um wahr zu sein? Soll das Gerät neben dem Lesen auch noch Musik und Filme abspielen können, aber nichts kosten: Lieber noch einmal genau hinschauen.
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In beiden Kategorien vollkommend überzeugen, konnte leider kein Gerät. Zu empfehlen sind Geräte, die das Format ePub unterstützen.
Autorin: Dorothee Werkman
Stand: 24.10.2012
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