Quitten aus dem Schlossgarten

  • Freitag, 16. November 2012, 18.20 - 18.50 Uhr
  • Montag, 19. November 2012, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.)

Szenenbild der Sendung Servicezeit

Quittenbäume wachsen meist in Privatgärten, der erwerbsmäßige Anbau des Kernobstes ist in Deutschland nicht besonders weit verbreitet. Ein nennenswerter Anbau findet jedoch unter anderem im Rheinland statt, zum Beispiel auf den Obstplantagen von Schloss Türnich bei Kerpen. Hier kauft Sternekoch Björn Freitag seine Quitten – eine weitere Hauptzutat, mit der die drei Hobbyköche in seiner Küche ein Gericht zubereiten sollen. Die Familie von und zu Hoensbroech arbeitet nach Demeter-Richtlinien, und entsprechend ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln tabu. Anja Hoensbroech weist darauf hin, dass die gut erkennbaren schwarzen Pünktchen beziehungsweise Stippen auf dem Obst einfach weggeschnitten werden sollten, die Qualität des Fruchtfleisches werde dadurch nicht beeinträchtigt. Der Baumbestand ist sehr alt, manche Exemplare leiden unter einer Stoffwechselkrankheit, das Fruchtfleisch ist aber genusstauglich. Auf Schloss Türnich wurde eine Veredlung vorgenommen, die Quitten wachsen auf einer sogenannten Unterlage von Birnen- und Apfelbäumen. Die Ernte wird hier zu Saft und Gelee verarbeitet und anschließend im Hofladen und -café verkauft.

Björn Freitag steht mit Anja Hoensbroech und einer Kiste Quitten im Hof von Schloss Türnich

Quitten: eine vergessene Frucht

Quitten stammen ursprünglich aus Asien. Sie sehen aus wie eine Kreuzung aus Äpfeln und Birnen und tatsächlich gehören sie auch zu derselben Familie. Da sie ein Gehäuse mit Kernen haben, werden sie als Kernobst bezeichnet. Die Früchte sind leider in Vergessenheit geraten und die Artenvielfalt ist stark zurückgegangen. Heute werden nur noch wenige verschiedene Sorten angebaut. Die am weitesten verbreitete Art ist die etwas rundliche, aromatische Apfelquitte und die länglichere Birnenquitte. Geschmacklich unterscheiden sie sich jedoch kaum voneinander. Das Fruchtfleisch der apfelförmigen Quitte ist sehr holzig und enthält viele Gerbstoffe, das der birnenförmigen ist weniger aromatisch, aber weicher und besser zu verarbeiten. Geerntet wird das Kernobst von September bis November.

Quitte, die am Baum hängt

Worauf sollte man beim Einkauf von Quitten achten?

Quitten haben in der Regel eine schöne gelbe Farbe und duften aromatisch. Der Flaum auf der Schale sollte beim Kauf möglichst noch intakt sein. Die empfindlichen Früchte sollten keine braunen Druckstellen haben, da sie dann schneller verderben. Bei einer kalten und dunklen Lagerung halten sie sich rund zwei Monate. Die Früchte sollten Sie am besten getrennt von anderen Lebensmitteln lagern, da Quitten sehr stark duften und viele Lebensmittel leicht Gerüche aus der Umgebung annehmen.

Nicht zum Rohverzehr geeignet

Nur sehr wenige Quittenarten können roh verzehrt werden. Diese Arten stammen jedoch aus dem Mittelmeerraum, gehören nicht zu den heimischen Quitten und sind hier auch kaum erhältlich. Bevor Sie die Früchte schälen, sollte die sehr bittere, pelzige Schicht mit einem Tuch gründlich abwischt werden, damit nichts davon auf das Fruchtfleisch gelangt. Quitten kann man zu süßem Gelee oder Kompott verkochen, sie schmecken aber auch hervorragend in herzhaften Gerichten wie Suppen oder Aufläufen.

Geerntete Quitten in einer Kiste

Buchtipp:

  • Lucas Rosenblatt, Freddy Christandl
    Quitten
    Das Comeback einer vergessenen Frucht
    Fona, 2012
    ISBN 9783775005173
    Preis: 16,90 Euro


Autorinnen: Anja Tanas und Mehret Haile-Preylowski


Stand: 16.11.2012