Facebooks neue Suchfunktion
Graph Search – Rasterfahndung für alle?
- Mittwoch, 06. März 2013, 18.20 - 18.50 Uhr
- Donnerstag, 07. März 2013, 13.00 - 13.30 Uhr (Wdh.)
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Die neueste Schreckensnachricht von Facebook heißt „Graph Search“ und ist eine Suchfunktion, die jede Menge persönlicher Daten ausspucken soll.
Es vergeht kaum ein Tag ohne eine Schlagzeile über Facebook. Ohne, dass es irgendwo wieder um Nutzer, Datenschutz und Privatsphäre geht. Das aktuelle Gespenst heißt „Graph Search“: Die neue Suchfunktion von Facebook soll jede Menge persönlicher Informationen ausspucken.
Schon jetzt hat Facebook eine Suchfunktion. Dort kann man zum Beispiel Namen oder Orte eingeben und bekommt entsprechende Ergebnisse aus dem Netzwerk geliefert. Bald soll Facebook aber auch ganze Fragen verstehen können: Welche Fernsehserien gefallen meinen Freunden? Wer fährt gerne Fahrrad und kommt aus meiner Stadt? Oder sogar: Wer wohnt in Dormagen, ist 30 Jahre alt, Single und geht gern italienisch essen? Facebook soll diese Fragen genauso verstehen, wie man sie spricht.
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Es gibt bereits eine Suchfunktion bei Facebook, doch die neue Funktion soll viel komplexere Zusammenhänge beantworten.
Rasterfahndung für alle? Nur theoretisch!
Theoretisch ist jetzt vieles möglich: Die Pizzeria um die Ecke könnte über die neue Suchfunktion herausfinden, wer in der Stadt so alles Pizza mag, und per Facebook Flyer verschicken. Arbeitgeber könnten nach Mitarbeitern fahnden, die ihre politischen Ansichten nicht unterstützen. Und der Stalker von nebenan könnte fragen: Welche Singlefrauen wohnen in der Nähe, sind an Männern interessiert und trinken gern Alkohol?
Neue Fernseher
Bevor Schnappatmung aufkommt: Damit jemand solche Daten finden kann, müssen sie erst einmal bei Facebook gespeichert sein. Viele Nutzer sind aber mittlerweile sehr sensibel, geben nur wenige Daten ein – und wenn, dann nicht öffentlich. Daten, die man nur seinen eigenen Freunden freischaltet, können aber auch nur die eigenen Freunde finden. Das heißt: Verschiedene Nutzer sehen mit der neuen Suchfunktion verschiedene Inhalte – und zwar nur die, die sowieso mit ihnen geteilt wurden.
Wie Sie sich auf die Facebook-Suche vorbereiten können
Trotzdem: Ganz problemfrei ist „Graph Search“ nicht. Mit der neuen Suchfunktion lassen sich zum Beispiel Inhalte ans Tageslicht holen, die man vor Jahren gepostet hat – und sich vielleicht auch gar nicht mehr daran erinnert. Deshalb gilt: Bevor die Suche kommt, könnte es sich lohnen, zum Beispiel die eigenen Fotoalben zu durchforsten – oder die Seiten, denen man bisher einen „Gefällt-mir“-Klick spendiert hat.
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Viele Nutzer geben mittlerweile nur noch wenige Daten bei Facebook ein, doch die neue Suchfunktion kann auch alte Beiträge wieder hervorholen.
Weil sich die neue Suchfunktion nach den eigenen Privatsphäre-Einstellungen richten soll, wäre es außerdem schlau, sich damit vertraut machen. Facebook-Nutzer können nämlich schon sehr lange sehr genau festlegen, wer ihre Inhalte sehen darf – und ihren Freundeskreis sogar in Listen unterteilen, zum Beispiel zwischen engen Freunde, Kollegen oder Mitgliedern aus dem Sportverein. Alles, was man über die Privatsphäre-Einstellungen regelt, gilt dann auch für die Suchfunktion.
Autor: Dennis Horn
Stand: 06.03.2013
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