Hauptnavigation

Dienstag, 09.02.2010

Suche im Redaktionsangebot von :Tiere suchen ein Zuhause
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia-Portal.

:Tiere suchen ein Zuhause

Navigation


Zurück: Januar 2010 Sendeplan für Februar 2010 Weiter: März 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Ratgeber > Servicezeit > :Tiere suchen ein Zuhause > Sendung vom 18. Oktober 2009 > Uhus in der Eifel


Uhus in der Eifel

  • SendeterminSonntag, 18. Oktober 2009, 18.15 - 19.10 Uhr .

Unterwegs zum Wohl der Uhus

Uhu vor Landschaft; Rechte: EGE, Stefan Brücher
Dank der Tätigkeit von Aktivisten wie Stefan Brücher wird der Uhu hierzulande wieder heimisch

Im Frühsommer kommt Stefan Brücher kaum aus seinem Klettergeschirr heraus. Während dieser Zeit hat der Uhu-Schützer nämlich Hochsaison. Er kontrolliert die rund hundert Nester in der Eifel und beringt die Jungvögel. Die Uhus brüten am liebsten in Felsnischen, die sich häufig in Steinbrüchen finden, daher ist das Klettergeschirr unerlässlich. Doch zu tun hat der Experte auch außerhalb der Brutsaison. Er dokumentiert den Bestand, kümmert sich um verletzte Tiere und setzt sich unermüdlich für Schutzmaßnahmen ein. Dazu steht er mit Gemeinden, Politikern, Firmen aber auch mit Einzelpersonen wie Forst- und Landwirten in Kontakt.

Gerade noch gerettet – Uhus in Deutschland

Ohne das Engagement von Tierfreunden wie Stefan Brücher gäbe es wohl heute keine Uhus mehr in Deutschland. Vor 40 Jahren war die größte Eulenart der Welt hierzulande fast ausgestorben, vom Menschen wurde sie Jahrhunderte lang als „Raubzeug“ verfolgt. Dann aber gründeten Tierfreunde im Jahr 1973 die „Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus (AzWU)“. Sie züchteten die Tiere und wilderten sie mit Erfolg aus: Allein in der Eifel leben wieder einige hundert Uhus, in ganz Deutschland sind es etwa 1.000. Doch Schutz brauchen die Tiere weiterhin. Genau darum kümmert sich der Nachfolgeverein der AzWU, die „EGE – Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“, deren Vorsitzender Stefan Brücher ist.

Der Uhu (Bubo bubo)

Uhuportrait; Rechte: EGE, Stefan Brücher
Der Uhu ist mit seinen leuchtenden Augen und seiner Körpergröße von 70 Zentimetern ein äußerst beeindruckender Vogel

Der Uhu ist mit einer Körpergröße von 70 und einer Spannweite von bis zu 180 Zentimetern die größte Eulenart der Welt. Auffallend sind seine großen, leuchtend orangefarbenen Augen und die Federohren, die übrigens gar keine Ohren sind. Die wirklichen Ohren verbergen sich nämlich unter bloßen Öffnungen im Federkleid des Kopfes. Der Uhu ist äußerst standorttreu. Geeignete Brutreviere sind oft über Generationen besetzt. Er jagt in offenen Kulturlandschaften und frisst, was er fangen kann: Feldmäuse, Ratten, Igel und Kaninchen, aber auch junge Füchse, Vögel bis Bussardsgröße und sogar Fische oder Amphibien. Die Brut wird meist im März begonnen. Nach 35 Tagen schlüpfen ein bis fünf Jungvögel. Sie sind im Alter von etwa zehn Wochen flugfähig, werden aber noch bis in den Herbst von den Eltern versorgt, bis sie sich ein eigenes Revier in der Nähe suchen.

Gefahren

Obwohl es wieder Uhus in Deutschland gibt, gilt der Bestand als noch nicht gesichert. Das bedeutet, dass der immer noch von Schutzmaßnahmen abhängig ist. Ein Problem ist zum Beispiel der Verlust von Brutplätzen durch die Aktivitäten von Klettersportlern oder Maschinen in Steinbrüchen. Stefan Brücher berät die Betreiber von Steinbrüchen, wie sie auf Uhus Rücksicht nehmen können. Dazu sind sie verpflichtet, denn der Uhu gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz wie alle Eulen zu den streng geschützten Arten. Viele Uhus sterben bei der Kollision mit Autos und durch Stromschlag an ungesicherten Strommasten. Daher appellieren die Vogelschützer sowohl an Bund und Kommunen, Uhu-Habitate beim Bau von neuen Straßen und Wegen zu berücksichtigen, als auch an die Stromkonzerne, endlich die gefährlichen Mittelspannungsmasten vogelsicher umzurüsten. Vom technischen Aspekt her wäre das kein Problem.

Die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald e.V.

Menschen pflegen Vogel; Rechte: EGE, Stefan Brücher
In der Pflegestation Kirchwald e.V. wurden schon hunderte Raubvögel wieder gesund gepflegt

Wann immer Stefan Brücher verletzte oder kranke Uhus findet, bringt er sie zu Helga Steffens, die seit 25 Jahren bei Mayen eine Pflegestation für Wildvögel hat. Die engagierte Rentnerin sieht in jedem Wildvogel einen wichtigen Bestandteil der Natur, für sie zählt jedes Leben. Die Zahl ihrer Schützlinge ist beeindruckend: Fast 2.000 verletzte, kranke und junge Vögel pflegt sie jedes Jahr, darunter viele Greifvogel- und Eulenarten. Am Ende steht immer die Wiederauswilderung in die Freiheit.

Ein Leben für die Uhus

Schon als Junge waren Vögel Stefan Brüchers Passion, oft kümmerte er sich um verletzte Tiere. Später absolvierte er seinen Zivildienst bei der „EGE - Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.“, deren Vorsitzender er mittlerweile ist. Bereits 30 Jahre lang widmet er sich vor allem den Uhus und gilt mittlerweile als Experte auf diesem Gebiet. Er fährt jährlich Tausende von Kilometern durch die Eifel, um die Nester zu betreuen. Das ist viel Zeit, die er ehrenamtlich investiert. Doch Stefan Brücher liebt diese Arbeit und würde gerne damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch das kann sich sein Verein nicht leisten. Und so verdingt er sich im Hauptberuf als Handwerker. Sein Herz aber gehört den Uhus.

Buchtipps

  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow
    Pareys Vogelbuch
    Alle Vögel Europas, Nordafrikas und des mittleren Ostens

    Blackwell Wissenschafts-Verlag, 1996
    ISBN 3826381211

    (Das Buch ist vergriffen, gebraucht aber bei verschiedenen Internetbuchhändlern erhältlich.)
  • Theodor Mebs
    Greifvögel Europas
    Kosmos, 2002
    ISBN 9783440089187
    Preis: 29,90 Euro
  • Nina Rauprich
    Laßt den Uhu leben
    dtv, 1988
    ISBN 9783423701297
    Preis: 5,50 Euro

    Das Buch ist ein Kinderbuch, in dem es um die Wiedereinbürgerung der Uhus in der Eifel geht.
Autorin:

Christiane Broil von Schwind

Stand: 15.10.2009


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.