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Sendung vom 02. November 2009
"Bella Italia"
Früher galt die italienische Serie A als die beste Fußballliga der Welt. Stars wie Maradona, van Basten und Matthäus verdienten südlich der Alpen ihr Geld und sorgten für volle Stadien. Heute ist die Lage trostlos: Die Stadien sind veraltet und unsicher. Seit der WM 1990 ist nichts mehr getan worden, die Kommunen, denen die Arenen meist gehören, haben kein Geld. Dazu haben Korruption, Lizenzbetrügereien und Finanzskandale den Tifosi die Lust am Fußball geraubt. Kein Wunder, dass durchschnittlich nur noch 21.000 Zuschauer zu den Spielen kommen – nur halb soviel wie in der Bundesliga. Sportlich droht der italienische Fußball auf den vierten UEFA-Rang abzurutschen und einen Europapokalstartplatz zu verlieren – an Deutschland.
Dazu wird das Bild von Gewaltexzessen geprägt. Schwere Ausschreitungen sind an beinahe jedem Wochenende die traurige Regel. Ein Fan wurde bereits erschossen, ein Polizist erschlagen. Die offene Gewalt geht dabei von den so genannten Ultras aus. Die einst treuesten der treuen Fans in der Kurve sind zunehmend zu einer politischen, zumeist rechtsgerichteten Gruppe geworden, die vor Gewalt und Erpressung des eigenen Clubs nicht halt macht, wenn es etwa um Ticketkontingente oder Schutzgelder geht – auch dies ein Spiegelbild der italienischen Gesellschaft von heute.
Stand: 29.10.200921