"Stumpfes Schwert"
Ein Film von Hajo Seppelt
- Montag, 18. März 2013, 22.45 - 23.15 Uhr
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Die Dopingbekämpfung in Deutschland ist nicht sehr effektiv – nur bei 0,05 Prozent der getesteten Proben gibt es einen positiven Befund
Wenn in Deutschland ein Trainer oder Arzt einen Sportler dopt, muss er Geld- und Gefängnisstrafen fürchten. Gleiches gilt für den Dealer der Dopingmittel. Die Athleten dagegen dürfen sogar geringe Mengen an Dopingmitteln besitzen und bleiben dennoch straffrei – so wurde es 2007 gesetzlich festgehalten. Damals galt die Verschärfung des Arzneimittelgesetzes als großer Wurf in der Dopingbekämpfung. Doch heute mehren sich kritische Stimmen. Das Gesetz gehe am Kern des Problems vorbei.
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DOSB-Präsident Thomas Bach (l.) und DOSB-Generaldirektor Michael Vesper möchten keine Verschärfung des Gesetzes
Die deutsche Dopingbekämpfung wird von Sportlobbyisten stets als eine der besten der Welt gefeiert, ist aber alles andere als effektiv. Deutschland ist gemeinsam mit Irland weltweites Schlusslicht bei der Quote der aufgeklärten Dopingfälle. Dabei haben bei einer repräsentativen Studie Anfang 2012 fast sechs Prozent von 1000 anonym befragten deutschen Top-Athleten bestätigt, dass sie regelmäßig zu Dopingmitteln greifen. Über 40 Prozent wollten auf diese Frage gar keine Antwort geben. Alarmierende Zahlen für den Sport. DOSB-Präsident Bach und sein Generaldirektor Vesper sagen dennoch, dass es sinnvoll sei, wenn sich der Staat aus der Bestrafung der Doper heraushalte. Klar ist, ohne ein Anti-Doping-Gesetz wird die Dopingbekämpfung hierzulande ein stumpfes Schwert bleiben.
"sport inside" wird auf dem digitalen ARD-Kanal "Tagesschau24" dienstags um 0:00 Uhr wiederholt.
Stand: 18.03.2013, 22:45 Uhr
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