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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 12. Juni 2011
Impfen
Unsere Expertin ist die Tierärztin Dr. Elke Peters aus Mönchengladbach. Bevor sie ihre eigene Praxis übernahm, war sie unter anderem auch als Tierärztin in einem Tierheim tätig. Elke Peters betreut ihre Patienten sowohl in der eigenen Praxis als auch als mobile Tierärztin. Sie selbst hat drei Hunde, zwei Katzen und einen Goldfischteich zu Hause.
Impfungen eignen sich sehr gut für Hausbesuche. Mit dem Tierarztmobil unserer Expertin geht es zu drei Impfterminen. Die erste Station ist das Freigehege. Weil Dr. Elke Peters nur gesunde Tiere impft, gibt es vor jeder Impfung immer eine gründliche Komplettuntersuchung – Zähne inklusive. So weiß der Halter auch immer direkt, ob mit seinem Tier alles in Ordnung ist.
Bei Kaninchen empfiehlt die Tierärztin die regelmäßige Impfung von Myxomatose und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), auch bekannt als Chinaseuche. Beide Krankheiten sind Viruserkrankungen, mit denen sich alle Kaninchen infizieren können – Gruppentiere genauso wie Einzeltiere, Wohnungskaninchen und Freilauftiere. Beide Erkrankungen werden durch blutsaugende Insekten, andere Kaninchen, Futter oder Menschen übertragen. Sind die Tiere einmal infiziert, enden die Krankheiten schnell tödlich. Zum Glück gibt es seit einiger Zeit Kombi-Impfungen, sodass nur eine Spritze nötig ist. Die RHD-Impfung hält ein Jahr an, die Myxomatose-Impfung muss alle sechs Monate aufgefrischt werden.
Der nächste Impftermin ist bei der zwölf Jahre alten Hündin Julie. Viele Menschen vergessen, dass unter Umständen auch alte Hunde geimpft werden müssen. Alle ein bis drei Jahre können Auffrischungen nötig sein. Dr. Elke Peters erklärt ihren Patienten dieses lebenslängliche Impfen mit dem Vergleich zu alten Menschen. Alte Patienten haben in der Regel ein schwächeres Immunsystem als junge Patienten, können sich schneller infizieren und die Krankheit schlechter verarbeiten. Es gibt auch für Hunde Kombi-Impfungen gegen Tollwut (tödliche virale Gehirnkrankheit), Staupe (schwere, meist tödliche Viruskrankheit), Hepatitis (infektiöse Leberentzündung), Parvovirose (schwere Durchfälle, Welpensterben), Leptospirose (Organschäden, auch für den Menschen sehr gefährlich) und Parainfluenza (Besonderheit: Der Mensch kann seinen Hund anstecken und umgekehrt).
Viele Tierärzte empfehlen je nach Hund und Aufenthalt die Impfung gegen Borreliose, die durch Zecken übertragen wird. Dieser Impfschutz ist besonders bei sehr aktiven Hunden und geplanten Aufenthalten in Süddeutschland oder im südlichen Ausland zu empfehlen.
Beim letzten Impftermin wird eine Wohnungskatze gegen Katzenschnupfen (Rhinitis) und Katzenseuche (Panleukopenie) geimpft. Das ist wichtig, weil Menschen mit ihrer Kleidung und ihren Schuhen die Erreger von draußen mit in die Wohnung bringen. Deshalb müssen auch Wohnungskatzen unbedingt jährlich geimpft werden, rät Dr. Elke Peters.
Im Jahr 2006 hat sich die Ständige Impfkommission Vet. (StIKo Vet.) im Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt) gegründet. Ihr gehören Wissenschaftler und Vertreter berufsständischer Organisationen an. Hier können sich Tierhalter über Impfempfehlungen für Haustiere informieren. Die meisten Tierärzte halten sich an die StIKo Vet.
Egal, ob Hund oder Katze, ganz wichtig ist die Grundimmunisierung des Tieres. In welchen Jahresabständen dann weitergeimpft wird, sollte vom jeweiligen Tier und Impfschutz abhängen. Inzwischen gibt es Präparate, die nur alle drei Jahre geimpft werden müssen.
Marika Liebsch
Stand: 12.06.2011
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