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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 26. Juni 2011
Hundesport
Still zu sitzen gefällt den wenigsten Hunden. Die meisten wollen gefordert und beschäftigt werden. Dabei ist Hundesport mehr als nur bloße Bewegung. Er bedeutet immer auch, dass sich Hund und Mensch miteinander beschäftigen – mit dem Ziel, größtmögliche Bindung und Harmonie herzustellen.
Die passende Auswahl einer Hundesportart sollte die individuelle Lernfähigkeit und den jeweiligen Bewegungsdrang des Vierbeiners berücksichtigen: Hohe, weite Sprünge sind womöglich nichts für große, schwere Hunde. Nicht jedes Tier lässt sich für Wasser begeistern, und besonders „kluge Köpfe“ brauchen besondere Herausforderungen.
Bei allen Betätigungen dieser Art ist ein gewisser Grundgehorsam des Hundes Pflicht. In einigen Sportarten stellt sogar die erfolgreich absolvierte Begleithundeprüfung eine unabdingbare Voraussetzung dar. Eine bereits etablierte Variante ist der „Turnierhundesport“ – eine Art Leichtathletikwettkampf für Hunde. Es ist die älteste Sportart auf Deutschlands Hundeplätzen und zeichnet sich durch eine große Vielfalt in den Disziplinen sowie durch hohe sportliche Herausforderung für Tier und Halter aus.
Ebenfalls ein Klassiker und seit vielen Jahren beliebt: Agility – ein Hindernisparcours, bei dem das Tier von seinem Menschen begleitet und angeleitet wird. Das Ziel: alle Aufgaben möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen. Wenn der Hund die roten Kontaktzonen an den Hindernissen nicht berührt, wird das bespielsweise als Fehler gewertet.
Agility ist echte Teamarbeit, die ein gutes Verhältnis von Mensch und Tier voraussetzt. Großer Pluspunkt: Die körperliche Betätigung ist für beide Partner garantiert.
Die Sportart Flyball stammt ursprünglich aus Amerika und ist hierzulande ein richtiger Selbstläufer. Bei diesem Staffellauf, an dem mehrere Hunde teilnehmen, müssen zuerst vier Hürden überquert, dann ein Ball aus einer Wurfmaschine gefangen und zuletzt wieder die Hürden übersprungen werden. Die gemischten Teams haben dabei Spaß ohne Ende – vorausgesetzt, die Vierbeiner bringen einen gewissen Grad an „Ballverrücktheit“ mit.
Der Vorteil bei dieser Sportart: Auch kleine Hunde können mitmachen. Denn innerhalb kürzester Zeit lassen sich in der Regel alle Hürden an die kleinen Tiere anpassen. So hat sich Flyball in den vergangenen Jahren zu einem rasanten Mannschaftssport mit Suchtcharakter entwickelt – für Vierbeiner und Zuschauer.
Der Name „Dogdancing“ lässt schon vermuten, dass „Hunde-Tänzer“ nur ungern ohne Musik auskommen. Doch eigentlich nutzen die Rhythmen eher dem Menschen. Denn wenn dieser motiviert ist, überträgt sich der Spaß auch auf das Tier und führt im besten Fall zu beeindruckenden Kunststücken.
Im Kern besteht Dogdancing aus reinen Gehorsamsübungen, die Stück für Stück mit dem Hund erarbeitet werden. Belohnungen in Form von Leckerchen spielen in der Ausbildung eine große Rolle. Wichtig: Überforderung sollte vermieden und großzügige Pausen gewährt werden. Dogdancing ist grundsätzlich für jeden Hund geeignet – funktioniert aber ohne Publikum ganz gewiss nur halb so gut.
Auch die Sportart Dog Frisbee kommt ursprünglich aus Amerika. Die Beute, der die Hunde hinterherjagen, ist diesmal kein Ball, sondern eine spezielle Scheibe aus biegsamem Kunststoff. Jeder gesunde Hund, der gerne spielt, ist beim Frisbee richtig aufgehoben. Vom schlichten Fangen bis zu komplizierter Artistik ist für jeden etwas dabei.
Doch Tricks und Tempo wollen gelernt sein: „Kein Frisbeespiel ohne Vorkenntnisse oder Anleitung“, empfehlen Experten wie Karin Actun aus Düsseldorf. Gemeinsam mit Hund Ben ist sie Weltmeisterin und mehrmalige Deutsche Meisterin und weiß auch: Wer richtig zu werfen gelernt hat, ist klar im Vorteil! Denn eine waagerecht in der Luft liegende Scheibe erleichtert dem Hund das Fangen mit der Schnauze enorm. Insofern stellt Dog Frisbee vielleicht die höchsten Anforderungen an den menschlichen Part in einem Hundesport-Team.
„Dog Diving“ vereint Mut, Motivation und Wasserspaß in einem Sprung. Gemessen wird aber einzig und allein die Weite, die der Hund beim Sprung vom erhöhten Steg aus ins Wasserbecken erzielt. Mehr als 9 Meter werden als Rekord aus Amerika vermeldet, doch hierzulande steht ganz klar der Spaß im Vordergrund.
Motiviert werden die Hunde mit einem Spielzeug, das von Herrchen oder Frauchen ins Wasser geworfen wird. Großes Plus der exotischen Hundesportart Dog Diving: Mitmachen kann jeder, es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, Zweibeiner haben was zu staunen, und vierbeinige Wasserratten kommen voll auf ihre Kosten.
Clemens Gersch
Stand: 26.06.2011
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