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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 24. Juli 2011
Hühnerhaltung privat bei Hahnes
Jeden Morgen ein frisches Ei aus dem Garten holen, gelegt von glücklichen Hühnern. Das geht – auch im eigenen Garten!
Im Privatgarten von Familie Hahne in Köln picken junge Hühner. Die Rasse ist eher ungewöhnlich – „Zwergwyandotten“ heißen sie. Die Hahnes haben schon immer von frischen Eiern am Morgen geträumt und den Traum nun endlich verwirklicht. Das Hühnerhaus haben sie selbst aus Dachlatten gebaut, diese hat sich der Vater kostenlos von einem Container besorgt. Dann hat er sich einen Plan gemacht und das Haus danach gebaut. Bezahlen mussten sie nur die Farbe, die Dachpappe und eine kleine Regenrinne. Das Hühnerhaus hat etwa 4 bis 5 Quadratmeter Raum. Als Faustregel gilt: Ein Zwerghuhn braucht circa einen halben Quadratmeter Platz im Stall – „normale“ Hühner das Doppelte.
Grundsätzlich gilt in Nordrhein-Westfalen die Regelung, dass im Garten Gebäude mit bis zu 30 Kubikmetern umbautem Raum genehmigungsfrei errichtet werden dürfen. Das entspricht etwa einem Stall mit den Maßen 3 Meter mal 2 Meter mal 5 Meter. Je nach Lage des Grundstücks und je nach Gemeinde kann es aber sein, dass Hühner gar nicht gehalten werden dürfen, oder ein Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten werden muss. Sicherheitshalber sollte man also vorher beim Bauamt nachfragen.
Wer Hühner im Garten halten möchte, muss die Tiere bei der Kreisveterinärbehörde und der Tierseuchenkasse melden. Die Meldung an die Kreisveterinärbehörde ist reine Formsache und kostenfrei. Die Tierseuchenkasse erhebt eine Gebühr. Diese beträgt 10 Euro für bis zu 50 Hühner.
Hühner müssen gegen die Geflügelpest geimpft werden, egal ob sie im Garten, in der Voliere oder im Käfig gehalten werden. Auf den Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar. Wer möchte, kann den Tieren den Impfstoff selbst verabreichen. Er wird einfach in die Tränke gegeben. Der Flüssigimpfstoff ist bei Impfstoff-Ausgabestellen oder beim Tierarzt erhältlich. Diese Impfung hält vier Monate an. Alternativ kann man auch zum Tierarzt gehen. Der gibt den Vögeln den Impfstoff mit einer Spritze. Diese Impfung hält dann für ein Jahr.
Einmal in der Woche wird bei den Hahnes der Stall sauber gemacht, vor allem die Kotwanne. Das ist wichtig, damit die Hühner keine Krankheiten bekommen. Über die Kotwanne hat Familie Hahne noch eine Klappe aus Kaninchendraht gebaut, damit die Tiere sich nicht in den Dreck hineinsetzen und mit Erregern in Kontakt kommen. So bleiben sie auf ihrer Sitzstange.
Nachts müssen die Hühner immer in den Stall, damit sie nicht gerissen werden, und selbst im Stall gibt es Schutzvorkehrungen: „Den Zaun haben wir ein ganzes Stück in die Erde hineingelassen, zum Schutz vor Mardern, die reißen die Hühner, und dann wäre der Spaß bald vorbei“, erzählt uns Dorothee Hahne. Auch der Außenzaun ist in der Erde vergraben. Besonders hoch ist er nicht. Zwergwyandotten fliegen nicht gerne, darüber muss man sich bei der Wahl der Hühnerrasse informieren.
Gefüttert wird bei Familie Hahne mit Mais, Fertigfutter und auch mit Resten aus der Küche. Hühner fressen so ziemlich alles, nur salzig oder fettig sollte das Essen nicht sein, dann legen die Tiere weniger Eier.
Wer sich ein Huhn kaufen möchte, informiert sich am besten beim nächsten Geflügelzuchtverein. Bei der Wahl der Rasse sollte man sich beraten lassen. Manche sehen sehr schön aus, wie etwa die federfüßigen Zwerge. Man nennt sie deshalb auch Parkhühner. Sie legen allerdings sehr kleine Eier. Andere Rassen legen große Eier oder sind auf Fleischansatz gezüchtet. Insgesamt gibt es mehr als 150 Hühnerrassen. Einige davon gelten als stark gefährdet. Auf den Seiten der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. erfährt man Näheres.
Familie Hahne wollte die Nachbarn erst gar nicht verärgern und hat von vorneherein auf einen Hahn verzichtet. Die Hühner sind eher leise. In jedem Fall sind Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, deshalb empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld mit den Nachbarn zu reden.
Ein Huhn fühlt sich wohl, wenn es artgerecht gehalten wird. Dazu gehört auch, dass es alles tun kann, was es von Natur aus gerne macht: ruhen, laufen, flattern, picken, scharren, ein Staub- und Sandbad nehmen. Familie Hahne genießt es, den Tieren dabei zuzusehen. „Ich finde das super, ich hätte das nie gedacht, dass ich das so sehr genieße“, lächelt Dorothee Hahne, und Eberhard Hahne stimmt ihr zu: „Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung.“
Sabine Fricke
Stand: 24.07.2011
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