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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 18. September 2011
Gassigänger
Sie haben ein Herz für Hunde und sind gerne an der frischen Luft? Wie wäre es, wenn Sie als Gassigänger im Tierheim einmal aushelfen? Auf diese Idee sind zwei Bergheimerinnen gekommen. Doch als Gassigänger müssen sie einige Regeln beachten. Wir haben Studentin Mandy und Schülerin Nima begleitet.
Zwei Hundefans, die heute etwas Besonderes vorhaben. Ihr Ziel ist das Tierheim in Bergheim-Niederaußem. Den heimatlosen Vierbeinern möchten Studentin Mandy und die 14-jährige Schülerin Nima als Gassigänger zu mehr Bewegung verhelfen. Mandy hat im Studium zu viel zu tun und kann keinen eigenen Hund halten, und Nima hat Mitleid mit den Hunden im Zwinger. Als Gassigänger wollen sie den Tieren auf diese Weise helfen. Doch im Tierheim Bergheim bekommen sie nicht einfach einen Hund mit auf den Spaziergang. Sebastian Everding ist ehrenamtlicher Dienstleiter. Er erklärt den Mädchen die Regeln für Gassigänger.
Mit einem Hund spazieren gehen darf man in den meisten Tierheimen erst ab einem Alter von 18 Jahren. Sogenannte Anlagehunde können erwachsene Gassigänger nur mit einem Sachkundenachweis führen. Das ist ein Test mit Fragen über typisches Verhalten eines Hundes und den Umgang mit dem Tier. Kinder und Jugendliche dürfen nur mit einem erwachsenen Gassigänger mitgehen und selbst keinen Hund führen.
Wenige Tierheime haben Sonderreglungen, wie zum Beispiel das Tierheim Bergheim. Hier dürfen Jugendliche ab 14 Jahren mit kleinen Hunden Gassi gehen, so auch die 14-jährige Nima. Sie hat eine Einverständniserklärung ihrer Mutter dabei. Dies ist bei Minderjährigen eine Voraussetzung. Aus versicherungstechnischen Gründen müssen Gassigänger in der Regel einmal eine Erklärung zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ausfüllen, gegebenenfalls dem Tierschutzverein beitreten. Dann sind sie über den Verein versichert.
Dienstleiter Sebastian Everding sucht für Mandy und Nima zwei junge, liebe Hunde aus: Dalmatiner Punto für Mandy und den kleinen Jack für Nima. Zum Schluss gibt er Mandy und Nima noch ein paar wichtige Regeln mit auf ihren ersten Gassigang. Nicht alle Hunde sind so verträglich wie ihre zwei Vierbeiner, deshalb sollten sie den Kontakt mit anderen Hunden möglichst vermeiden, nicht mit den Hunden Bus, Bahn oder Auto fahren, im angrenzenden Wald bleiben und nicht ins Wohngebiet gehen. Bei Joggern, Radfahrern und Kindern müssen die Mädchen ganz besonders aufpassen und die Hunde bei sich halten. Ganz wichtig: Die Hunde niemals ableinen! Diese Regel müssen die zwei Gassigänger einhalten, sonst erlischt bei einem Unfall die Versicherungspflicht. Manche Tierheime bieten Einführungsveranstaltungen für neue Gassigänger an, oder ein erfahrener Gassigänger begleitet den Neuling auf dem ersten Spaziergang.
Punto ist schon ganz ungeduldig. Alles, was ihm begegnet, will er sich genauer ansehen. Er zieht und zieht. Mandy muss am Anfang ganz schön dagegenhalten. Das ist ziemlich anstrengend, aber Punto ist eben noch sehr verspielt und braucht Erziehung. Nima hat momentan ein ganz anderes Problem: Jack entpuppt sich als kleiner Sturkopf und will einfach nicht mehr weitergehen. Was nun? Die geduldige Nima versucht, ihn mit Leckerlis zu locken. Aber der Weg ist lang, und die Leckerlis gehen langsam aus. Mit viel Geduld schafft es Nima schließlich, Jack zum Laufen zu motivieren.
Eine Herausforderung geschafft, doch die nächste folgt sogleich. Ein fremder Rüde kommt ihnen auf einem engen Waldweg entgegen. Diesen kann Punto wohl nicht leiden. Er springt nach vorne und bellt den anderen Rüden rüpelhaft an. Eine brenzlige Situation für Gassigängerin Mandy. Gut, dass sich Mandy ein wenig mit Hunden auskennt. Sie weicht auf einen Pfad aus und hält den pöbelnden Punto zurück – noch einmal alles gut gegangen.
Auf dem langen Spaziergang lernen Mandy und Nima ihre vierbeinigen Begleiter immer besser kennen. Punto und Jack beginnen, ihren neuen Gassigängern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Zur Belohnung gibt es eine willkommene Abkühlung am Bach. Eine Stunde Schnüffeln, Spielen und Spazierengehen tut den Hunden gut. Die Mädchen haben jede Menge Spaß dabei, die Hunde zu beschäftigen.
Zurück im Tierheim empfängt sie Dienstleiter Sebastian. Die Erlebnisse mit Punto und Jack gibt er an andere Gassigänger weiter. Diese wichtigen Informationen helfen zum Beispiel bei Puntos Erziehung, solange er noch im Tierheim bleiben muss. Die müden Hunde bringen die Gassigänger wieder zurück in den Zwinger. Nun heißt es: Abschied nehmen. Nima und Mandy haben sich heute als Gassigängerinnen bewährt, und keine Frage: Nima will schon morgen wiederkommen – ein Glück für Jack und die anderen Tierheimhunde!
Heidi Sonderhoff
Stand: 18.09.2011
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