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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 18. September 2011
Nordic Walking mit Hund
Ein verspannter Nacken, ein paar Kilo zu viel, ein Hund, der gefordert werden will – das treibt experimentierfreudige Menschen jeden Monat zu einem Parkplatz in Bonn. Dort wartet schon Manuela Eix mit Schäferhund Ben. Haben sich alle beschnuppert und als einander wohlgesonnen erwiesen, beginnt ein neuer Nordic-Walking-Kurs. Davon gibt es viele, doch Manuela Eix ist die einzige Trainerin, in deren Kursen Hunde erwünscht sind.
Das ist so, weil Frau Eix selbst ungern eine Gelegenheit auslässt, ihren Hund auszulasten. Sie findet es auch taktisch klüger, von Anfang an mit dem Vierbeiner zu trainieren. „Natürlich kann es am Anfang passieren, dass der Hund in die Stöcke springt“, so Eix. „Doch das passiert auch jemandem, der die Technik ohne seinen Hund eingeübt hat. Der fühlt sich von seinem Hund dann eher behindert“, erklärt sie.
Der Sport lässt sich mit jedem einigermaßen leinenführigen Hund ausüben, den die Stöcke nicht irritieren. Furchtsame Vierbeiner sollten sich zuerst in vertrauter Umgebung an die Stöcke gewöhnen dürfen, zum Beispiel, indem diese in der Nähe des Futternapfes platziert werden. Das Klackern der Stockspitzen auf dem Asphalt, das sowohl Hunde als auch unbeteiligte Spaziergänger abschreckt, lässt sich durch den Gebrauch von Schonern aus Gummi vermeiden.
Die Nordic-Walking-Ausrüstung besteht aus einem Paar Stöcke und einer Leine, die zusammen ab circa 60 Euro zu haben sind.
Stöcke: Für die richtige Stocklänge gilt die Faustformel: Körpergröße mal 0,7 = Stocklänge in Zentimeter, oder rechter Winkel zwischen Ober- und Unterarm bei gerade aufgesetztem Stock. Der Stock sollte eine Handschlaufe haben, rät Eix. Ohne diese lässt sich die Hand nicht öffnen, wenn der Stock hinter den Körper geführt wird. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Nordic-Walking-Technik und soll die Durchblutung anregen. Besonders praktisch sind Handschlaufen, die sich dank eines Klickverschlusses blitzschnell vom Stock lösen lassen, und Gummischoner, die nicht extra mitgeführt werden müssen, sondern am Stock befestigt sind.
Leine: Manuela Eix bevorzugt eine Bauchleine, wie sie auch von Joggern benutzt wird. Leinen für das Handgelenk stören ihrer Erfahrung nach beim Hantieren mit den Stöcken. Unsinnig findet sie spezielle Nordic-Walking-Leinen mit Handschlaufe, denn eine Handschlaufe haben ja schon die Stöcke.
Mensch und Hund sollten sich vor dem Loslaufen erst einmal lösen und Gymnastik machen beziehungsweise sich im Freilauf etwas austoben. Auch zwischendurch sind solche Pausen wichtig, um der Natur des „Nasentieres“ Hund gerecht zu werden. Eix hat die Erfahrung gemacht, dass es eine Weile dauert, bis die Hunde begriffen haben: Beim Nordic Walking ist Laufen angesagt.
Die Hunde haben in der Regel schnell verstanden, dass sie beim Nordic Walking entweder vor oder hinter dem Menschen gehen müssen und nicht, wie vielleicht gewohnt, neben ihm. Größere Probleme haben die Hundehalter: Die meisten brauchen sechs bis sieben Kurstage, bis sie die Lauftechnik verinnerlicht haben. Falsch angewandt – wenn etwa die Stöcke wie Wanderstöcke benutzt und nicht schräg aufgesetzt werden – führt die Sportart zu mehr anstatt weniger Verspannungen. Deshalb sollte ein Kurs bei einem Trainer gemacht werden, der von einem der Nordic-Walking-Verbände lizenziert ist. Bei Manuela Eix kostet ein Kurs mit sieben Einheiten und einer Dauer von 90 Minuten 70 Euro.
Katinka Schröder
Stand: 18.09.2011
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