Hauptnavigation

Sonntag, 27.05.2012

Suche im Redaktionsangebot von Tiere suchen ein Zuhause
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Tiere suchen ein Zuhause

Navigation


Zurück: April 2012 Sendeplan für Mai 2012 Weiter: Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Ratgeber > Tiere suchen ein Zuhause > Sendung vom 20. November 2011 > „Spektakuläre Erfolge mit Barfen“ – Interview mit Dr. med. vet. Vera Biber


„Spektakuläre Erfolge mit Barfen“ – Interview mit Dr. med. vet. Vera Biber

  • SendeterminSonntag, 20. November 2011, 18.15 - 19.10 Uhr.

Dr. med. vet. Vera Biber hat 15 Jahre als Tierärztin gearbeitet und einige Zeit ein Kleintierzentrum mit Diätfutterladen, Tierpension und Hundesalon betrieben. In ihren Büchern „Allergien beim Hund“, „Futterprobleme bei Hunden“ und „Hilfe, mein Hund ist unerziehbar“ räumt sie der Ernährung einen großen Stellenwert bei der Behandlung von Allergien- und Verhaltensstörungen ein. Wir haben Dr. med. vet. Biber im folgenden Interview zur Barf-Methode, also dem Füttern mit biologisch artgerechtem rohen Futter, befragt.

Dr. Vera Biber
Dr. med. vet. Vera Biber hat 15 Jahre als Tierärztin gearbeitet und einige Zeit ein Kleintierzentrum betrieben.

Wann haben Sie angefangen, sich mit Ernährung als Therapie zu beschäftigen?

Das war Ende der 90er-Jahre, als ich ein hyperaktives Kind hatte. Mein Sohn vergaß selbst die Belohnungen oder positiven Dinge wie Kindergeburtstage. Ich stellte fest, dass er dann besonders unaufmerksam war, wenn er bestimmte Sachen gegessen hatte. Zeitgleich hatte ich in meiner Hundezucht eine Hündin, die nicht zu erziehen war. Plötzlich machte es „klick“ in meinem Kopf, und ich sah die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Fällen. Dann stellte ich die Ernährung meines Sohnes und die der Hündin um. Plötzlich kam bei beiden wieder etwas an, sie lernten von selbst, ohne dass ich etwas tun musste. Bei meinem Sohn sind die Symptome zu 80 Prozent verschwunden, mehr verschwindet auch mit Ritalin nicht. Die Hündin hat sich super entwickelt, blieb aber ernährungsempfindlich.

Sie schreiben, Hunde seien die am meisten von Allergien betroffenen Haustiere. Warum?

Weil sie als Zivilisationsfolger am menschenähnlichsten leben, anders als viele Katzen oder Pferde, die doch oft noch einen Großteil ihres Lebens draußen verbringen. Der Hund lebt hauptsächlich in den Innenräumen, zusammen mit Menschen, und viele Allergien sind Innenraumkrankheiten.

Warum hilft es Ihrer Ansicht nach auch dann, die Ernährung umzustellen, wenn der Kontakt mit Allergenen zum Beispiel in Innenräumen nicht zu vermeiden ist?

Allergie hat immer mit dem Immunsystem zu tun, es ist ja eine Überreaktion des Immunsystems. Unser Immunsystem sitzt hauptsächlich im Darm und in den Entgiftungsorganen. Diese muss ich entlasten, und dann kann ich auch unter Umständen einer Allergie Herr werden. Ich sage unter Umständen, weil unsere Umwelt immer vergifteter wird.

Warum plädieren Sie dafür, Hunde oder Katzen im Wesentlichen mit rohem Fleisch zu ernähren, also zu barfen?

Ich plädiere dafür, weil der Darm der Tiere darauf eingestellt ist und nicht auf gekochtes Futter, ob es nun angeblich alle lebensnotwendigen Zutaten enthält oder nicht. Beim Barfen kennt man die Zutaten und kann einzelnen Nahrungsmitteln allergische Symptome zuordnen. Das geht mit Fertigfutter nicht, auch nicht mit Diätfutter aus der Dose oder Tüte. Ich habe vor 10 bis 15 Jahren durch Barfen viele spektakuläre Erfolge und Genesungen bei allergischen und verhaltensgestörten Hunden gesehen, die grenzten fast ans Wunderbare. Es gibt diese Erfolge heute noch, aber sie sind seltener geworden. Einerseits werden unsere Nahrungsmittel immer mehr verfälscht und vergiftet, andererseits haben manche Hunde schon starke Darm- und Bauchspeicheldrüsenstörungen und vertragen kaum noch ein Nahrungsmittel.

Es heißt, die Disposition zur Allergie werde vererbt. Dann wären doch die Gene schuld und nicht Umweltgifte und Fehlernährung, oder?

Fertignahrung für Mensch und Tier ist erst seit einem halben Jahrhundert üblich. Das ist ein sehr kurzer Zeitraum verglichen mit den vielen Hunderttausend Jahren, in denen sich Mensch und Tier entwickelt haben. In diesem kurzen Zeitraum hat sich in puncto Allergien unheimlich viel getan. Jüngere Menschen haben bekanntermaßen häufiger Allergien als alte Menschen, es können also nicht alle ihre Allergien geerbt haben. Andererseits zeigt das neue Forschungsfeld der Epigenetik, dass die Umwelt, zu der als Allerwichtigstes die Ernährung gehört, unsere Gene und über die Gene unseren Stoffwechsel beeinflusst. Von daher ist es für mich logisch, dass Dispositionen für Allergien von einer Generation zur nächsten vererbt werden. Bei Hunden fällt das eher auf, weil diese noch mehr am Ende der Nahrungskette stehen und nur ein Siebtel so lange leben wie wir.

Buchtipps:

  • Vera Biber
    Allergien beim Hund
    Kosmos, 2010
    ISBN 9783440120613
    Preis: 16,95 Euro
  • Vera Biber
    Futterprobleme bei Hunden
    Vorbeugen und natürlich behandeln, Auslöser erkennen und vermeiden
    Animal Learn, 2008
    ISBN 9783936188417
    Preis: 19,00 Euro
  • Vera Biber
    Hilfe, mein Hund ist unerziehbar!
    Verhaltensänderung durch Futterumstellung. Erfahrungen und Ratschläge

    Becker, 2011
    ISBN 9783929480344
    Preis: 14,80 Euro

  • Lloyd M. Reedy, William H. Miller, Ton Willemse
    Allergische Hauterkrankungen bei Hund und Katze
    Allergene, Allergietests, Atopie, Arthropoden, Futtermittelallergie, Immuntherapie, Pharmakotherapie

    Schlütersche, 2002
    ISBN 9783877065891
    Preis: 29,95 Euro
  • Hans-Ulrich Grimm
    Katzen würden Mäuse kaufen
    Schwarzbuch Tierfutter

    Heyne, 2009
    ISBN 9783453600973
    Preis: 7,95 Euro
  • Michael S. Hand, Craig D. Thatcher, Rebecca L. Remillard
    Klinische Diätetik für Kleintiere (2 Bänder)
    Schlütersche, 2003
    ISBN 9783877068939
    Preis: 209,00 Euro
Autorin:

Katinka Schröder

Stand: 20.11.2011


Alle Beiträge


PDF-Download


In eigener Sache

Simone Sombecki mit zwei Hunden

Tiere suchen ein Zuhause ab Mai 2012. [mehr]


Tiere aus der Sendung


Fotowettbewerb

Vier Hunde in Laubzwanzig

20 Jahre Tiere suchen ein Zuhause

Gewonnen hat dieses Bild von Nicole Z. aus Oberhausen. Herzlichen Glückwunsch! [mehr]


Service


Servicezeit

Yvonne Willicks und Dieter Könnes

Montags bis freitags, 18.20 bis 18.50 Uhr, im WDR Fernsehen. [mehr]


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.