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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 25. Dezember 2011
Jugendgruppe Artimes
Vor sechs Jahren haben wir die Tierschützer des Vereins Artimes Animal Rescue e. V. aus Dortmund vorgestellt. Damals trafen wir eine Gruppe Kinder und Jugendliche, die sich für den Tierschutz engagieren.
Beatrix N. und ihre drei Töchter Johanna (21), Julia (20) und Franziska (14) bilden den Kern der Truppe. Rund 200 weitere Kinder und Jugendliche machen mit. Die Familie kümmert sich um ausgesetzte, misshandelte oder vernachlässigte Tiere aus ihrem Umfeld und sorgt dafür, dass ihre Idee vom Tierschutz weite Kreise zieht.
Regelmäßig besuchen die Kinder zwei Grundschulen und geben dort Tierschutzunterricht. Mit von der Partie sind immer einige Tiere, damit die Grundschüler und -schülerinnen behutsam auf Tuchfühlung gehen können. In den Unterrichtsstunden wird viel Wissen rund ums Tier vermittelt, darüber hinaus gibt es eine Menge Tipps zum Umgang mit Haustieren, damit dieses Wissen weiter in die Familien getragen wird. Die jungen Tierschützer möchten erreichen, dass die Kinder schon von klein auf lernen: Tiere sind keine Kuscheltiere, sondern brauchen verantwortungsvolle Halter.
Zurzeit haben die Tierschützer 21 Tiere in Pflege, darunter Ratten, Hunde und Katzen. Diese sind nicht ohne Grund in der Obhut der Jugendlichen. Mangelernährung oder Vernachlässigung durch ehemalige Besitzer haben einige Tiere krank gemacht. Andere Besitzer waren einfach nur mit ihrem Tier überfordert.
Beim Tierarzt sind die Dortmunder deshalb Stammgäste. Checks, Behandlung, Operationen und Medikamente kosten eine Menge Geld. Dank intensiver Pressearbeit sind die Tierschützer stadtbekannt. Immer wieder sind Journalisten und Fotografen vor Ort, um über die Gruppe zu berichten. Dies wiederum macht Menschen, die spenden wollen, auf die Gruppe aufmerksam. Doch nicht nur das Engagement für Tiere macht Eindruck bei den Dortmundern, sondern auch das soziale Engagement der Gruppe.
Den Jugendlichen ist klar, dass hinter einem Tier in Not oft auch ein Mensch in Not steckt. Deshalb helfen sie, wo sie können: Besuche in sozialen Einrichtungen, Gespräche mit Tierhaltern, die nicht weiter wissen, die Pflege der ihnen anvertrauten Tiere – die Tage sind durchgeplant.
Die Themen sind nicht immer einfach, insbesondere wenn es darum geht, abzuwägen: Was tun, wenn Mensch und Tier Hilfe brauchen? Wie weit darf und kann der Einsatz gehen? Viele Diskussionen drehen sich um die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, zum Beispiel wenn Hunde bei einem alkoholkranken Halter leben. Was ist gut für die Hunde? Was hilft dem Halter? Und wo sind die Grenzen des sozialen Engagements?
Manche Schicksale gehen den Tierschützern sehr ans Herz, so sehr, dass der ein oder andere immer wieder Abstand gewinnen muss – Rückzug hilft, gemeinsame Gespräche ebenfalls. Bei Familie N. gelingt das gut. Die Familienmitglieder fangen sich gegenseitig auf, sprechen und streiten miteinander und tröstet sich, wenn es zu schlimm wird.
Und da sind ja noch die vielen guten Momente, zum Beispiel, wenn Dustin gebracht wird. Der Hund gehört fast mit zur Familie. Durch die regelmäßige Betreuung des Hundes entlasten die Tierschützer einen berufstätigen Hundebesitzer, der ohne die Kinder völlig hilflos wäre.
Tierschutzarbeit von klein auf, lautet das Motto. Aus dem kindlichen Bedürfnis, Tieren zu helfen, ist ein echtes Anliegen geworden. Der Rückhalt in der Familie und das gemeinsame Tierschutzthema sind für alle wegweisend. Julia macht eine Ausbildung zur Tierpflegerin, Johanna kümmert sich um die Tierschutzarbeit zusätzlich zu ihrem Job als MTA und Franziska plant ihre berufliche Zukunft ebenfalls mit Tieren.
Susanne d’Alquen
Stand: 25.12.2011
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