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Ratgeber
Tiere suchen ein Zuhause
Sendung vom 08. Januar 2012
Kleine Hunde
Kleine Hunde werden oft als Spielzeug, süßes Kuscheltier oder schlicht als lebende Accessoires angeschafft und behandelt. Dabei fühlen sich Jack Russell Terrier und Co. viel größer, als sie sind, und keineswegs als Schoßhunde. Die Kleinen wollen nicht ständig auf dem Arm oder im Täschchen herumgetragen werden, sondern brauchen eine ebenso artgerechte Beschäftigung wie ihre großen Hundefreunde – schließlich ist ein Hund ein Hund, egal wie groß oder klein er ist.
Der kleine Toni ist der Liebling von Claudia V. Der Rüde wurde zunächst von seiner Halterin gar nicht ernst genommen, denn Claudia hat ihren Toni mit ganz falschen Vorstellungen angeschafft. Sie ging davon aus, dass ein kleiner Schoßhund unproblematisch sei. Schließlich kann man ihn überall hin mitnehmen, man muss ihn nicht erziehen, und als lebendiges Spielzeug für die Töchter ist so ein kleiner Hund doch ideal. Doch Toni entwickelte sich immer mehr zu einem kleinen „Tyrannen“. Kein Wunder, er durfte im Haus alles und sprang sogar Besucher an. Wenn er nicht auf Frauchen hörte, wurde er ganz einfach auf den Arm genommen. Doch davon ließ sich der Rüde nicht beeindrucken. Er fühlte sich eher wie „Klein Napoleon“. So übernahm Toni langsam das Sagen und hielt Claudia ständig auf Trapp. Er ging über Tische und Bänke, verfolgte Claudia andauernd und büxte immer aus dem Garten aus. Er kehrte erst dann wieder zurück, wenn es ihm passte. Claudia war schließlich so verzweifelt, dass sie sich dazu entschloss, fachmännischen Rat ins Haus zu holen.
Hundetrainerin Nicole Brinkmann weiß, was kleinen Hunden fehlt. Oftmals unterschätzen Halter kleiner Hunderassen, dass auch ihr Vierbeiner erzogen und ausgelastet sein muss und eine Aufgabe braucht. Liegt so ein Potenzial brach, entwickeln sich kleine Hunde oft zu kleinen „Leinentyrannen“. Claudia V. trainiert unter Anleitung der Hundetrainerin fleißig mit Toni und lernt, die Führung über ihren Hund zu übernehmen, indem sie falsche Bestätigungen vermeidet, dafür aber klare Ansagen konsequent durchsetzt. Seitdem hat sich auch Claudias Einstellung geändert: Toni ist für sie kein Spielzeug mehr, sondern wird jetzt wie ein Hund behandelt. Auch wenn noch nicht alles im Lot ist, hat sich das Training positiv auf Toni ausgewirkt. Der Rüde hört viel besser, zeigt sich ruhiger und entspannter. Das Leben mit dem Vierbeiner macht jetzt viel mehr Spaß.
Westhighland Terrier Valley und Penny sowie Shih-Tzu-Welpe Gismo haben Glück. Sie wurden von Halterin Susanne L. von Anfang an wie richtige Hunde behandelt. Susanne trifft auf ihren Spaziergängen genügend ungezogene „Handtaschenhunde“ und hat ihre drei Vierbeiner von vornherein erzogen. Denn ihre Kleinen sollen weder Leute anspringen noch herumkläffen. Susanne möchte drei gut erzogene Hunde an der Leine haben. Statt Täschchen gibt es richtigen Bodenkontakt beim täglichen Spaziergang. Schließlich brauchen auch kurze Beine viel Bewegung. Zwischendurch müssen die Hunde dann ab und an eine Gehorsamsübung bewältigen – denn Kopfarbeit ist auch für kleine Hunde wichtig. Nach dem Morgenspaziergang sind Susannes Hunde glücklich und ausgepowert.
Heidi Sonderhoff
Stand: 08.01.2012
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