Longieren mit Hund
Training für Hund und Halter mit Sami El Ayachi
- Sonntag, 27. Mai 2012, 18.15 - 19.10 Uhr
- Dienstag, 29. Mai 2012, 05.00 - 05.55 Uhr (Wdh.)
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Rechtsanwalt Sami El Ayachi aus Köln ist Verhaltensberater und Hundecoach aus Passion. In seinen Seminaren lehrt er vor allem eines: Hunde auf ihre Halter zu konzentrieren. Eine Methode, die man sonst nur aus dem Pferdetraining kennt, scheint dabei ausgesprochen gut zu funktionieren: das Longieren.
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Mit dem Longieren hat Sami El Ayachi eine Methode aus dem Pferdetraining übernommen, um Hunde auf ihre Halter zu konzentrieren.
Das Prinzip
Zunächst führt der Halter seinen Hund an einem sechs bis zehn Meter großen Kreis entlang (je nach Größe des Hundes). Ein Absperrband stellt die optische Barriere dar, die der Hund im ersten Schritt lernen sollte, nicht zu überschreiten. In dieser Phase ist die Leine noch ein Hilfsmittel.
Von Anfang an wird vor allem die Körpersprache des Menschen trainiert. Eine „Einladung“ nennt Sami El Ayachi, wenn mit eindeutiger Geste und Körpersprache Richtungswechsel am Longierzirkel geübt werden.
Akzeptiert der Hund die Grenze des Bandes, wird die normale Hundeleine gegen eine lange Leine ausgetauscht. Von nun an bewegt sich der Halter während des Gehens zur Kreismitte und erhöht so langsam den Abstand zum Hund.
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Anfangs führt man den Hund an der normalen Hundeleine, erst wenn der Hund die Kreisgrenze akzeptiert, wechselt man zur langen Leine.
Ein Trainer ist bei dieser Methode, Hunde zu unterrichten, unerlässlich. Allerdings lehrt der Trainer in erster Linie den Menschen, seinen Hund mit klaren Blicken und eindeutiger Körpersprache zu führen, denn nur wirklich klare Blicke führen zu einer Verständigung zwischen Hund und Mensch. Kontrollblicke des Hundeführers stören dabei. Deswegen weist der Trainer den Hundehalter zum Beispiel darauf hin, wenn der Hund in den Kreis eintritt. So kann der Mensch sofort reagieren, ohne dass der Hund von den Kontrollblicken irritiert wird. Außerdem lässt sich durch Anleitung von außen auch die körpersprachliche Klarheit verbessern, etwas, das man selbst nur schwerlich beurteilen kann.
Am Ende des Trainings kann der Halter mit seinem Hund beliebig die Richtung ändern, den Hund ablegen, zu sich rufen oder anhalten. Denn am Kreis entwickeln sich Motivation und Aufmerksamkeit des Hundes. Die Konzentration des Hundes auf „seinen“ Menschen ist das wesentliche Ziel. Dabei wird grundsätzlich ohne Spielzeug oder Leckerchen gearbeitet. Sami El Ayachi möchte, dass der Hund um des Menschens willen mit ihm kommuniziert, nicht wegen einer Belohnung. Aus dieser Arbeit ergibt sich so eine Bindung, welche die Kommunikation von Hund und Mensch über räumliche Distanz erlaubt. Die Hunde lernen beim Longieren, sich nicht ablenken zu lassen – für die Tiere eine besondere Art der Entspannung, die es ihnen erlaubt, sich voll und ganz auf ihren Menschen zu konzentrieren. Und dieser hat gelernt, den Hund klar zu führen.
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Der Hundetrainer arbeitet nicht mit Belohnungen oder Leckerchen, um die Aufmerksamkeit des Hundes ganz auf den Menschen zu lenken.
Sami El Ayachi arbeitet seit Jahren mit schwierigen Hunden. Dabei hat er beobachtet, dass bereits eine Stunde Longieren die Aufmerksamkeit des Hundes für die nächsten zwei, drei Tage fördert. Insofern kann der Kreis eine Lösung für viele Probleme eines Hundes darstellen, ob mit anderen Hunden oder in der Kommunikation mit dem Hundehalter.
Im Falle von Putzi, die alles und jeden angekläfft hat, hat es jedenfalls beeindruckend funktioniert. Nach einem Zwei-Tage-Training war Putzi so zahm und verträglich, wie es die Tierheim-Hundeführerin Heike B. noch nicht erlebt hatte.
Autor: Uli Pförtner
Stand: 24.05.2012
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