Tierrettung der Feuerwehr Köln

Die Feuerwehr Köln erhält den Deutschen Tierschutzpreis

  • Sonntag, 21. Oktober 2012, 18.15 - 19.10 Uhr
  • Montag, 22. Oktober 2012, 03.40 - 04.35 Uhr (Wdh.)

Feuerwehrwagen der Tierrettung Köln

Tiere suchen ein Zuhause

(55:00)

Sonntag, 21. Oktober 2012, 18.15 - 19.10 Uhr

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Zum achten Mal hat der Deutsche Tierschutzbund am 16. Oktober 2012 den Deutschen Tierschutzpreis verliehen. Ein in Deutschland einzigartiger Preis, der Menschen für ihr ganz besonderes Engagement im Tierschutz ehrt. Auch die Tierrettung der Feuerwehr Köln gehört zu den Preisträgern. Stellvertretend für alle Feuerwehren Deutschlands hat sie den Tierschutz-Sonderpreis bekommen, denn sie spüren Besitzer von entlaufenen Hunden auf, helfen verletzten Schwänen oder befreien Katzen aus Autokarosserien. Jeder Tag verlangt von der Tierrettung Köln bis zu sieben Einsätze und ist immer wieder eine besondere Herausforderung.

Feuerwehrwagen der Tierrettung Köln

Tiere sind für die Feuerwehrmänner Peter Melzer und Klaus Frei keine Sache. Sie wollen Leben retten. Dabei sind sie ein eingespieltes Team – mit Herz und einem Gespür für die Tiere. Sonst könne man den Job auch nicht machen, sagt Feuerwehrmann Peter Melzer, und weiter: „Man hat ja auch viel mit Leid von Tieren zu tun. Da muss man schon zum Wohle des Tieres handeln, und das geht halt nur, wenn man Tierfreund ist.“

Seit über einem Jahrzehnt sind die beiden bei der Tierrettung. Um das Vertrauen von Tieren zu gewinnen, haben die Feuerwehrmänner neben der Standardausrüstung auch immer Katzen- und Hundefutter dabei. Oft retten sie auch Tiere, die schon halb verhungert sind. Sie bekommen Futter, um wieder zu Kräften zu kommen.

Feuerwehrmann hält Behälter mit Tierfutter in der Hand

Einsätze wegen Tierquälerei und verstorbenen Tieren

Regelmäßig kommt es auch wegen Tierquälerei zu Großeinsätzen. In diesem Frühjahr befreite die Kölner Tierrettung zusammen mit dem Veterinäramt mehr als 80 Kampfhähne, Hühner und Küken aus einer illegalen Zucht. Viele Tiere waren krank, weil sie in kleinen Boxen eingepfercht und ohne Tageslicht gehalten wurden. Dank ihrer Befreiung leben sie jetzt unter artgerechten Bedingungen.

Oft muss sich die Tierrettung auch um verstorbene Tiere kümmern. Lassen sich die Besitzer nicht ausfindig machen oder handelt es sich um ein Wildtier, müssen die Tierretter es zur städtischen Kadaver-Sammelstelle bringen. Es ist die traurige Pflicht der beiden. Eine andere Möglichkeit haben sie vom Gesetz her nicht.

Tierfreundliche Feuerwache

Doch zum Glück überwiegt für die Tierretter das Positive in ihrem Job. Denn im Regelfall helfen sie Tieren, zu überleben. Von manchen, die keinen Halter haben, konnten sich die Männer nicht mehr trennen. So haben sie eines Tages eine verletzte Stockente vom Einsatz mit auf die Feuerwache gebracht. Damit sie nicht alleine ist, kauften die Tierretter noch eine zweite dazu.

Stockenten auf dem Gelände der Tierrettung der Feuerwehr Köln

Seit drei Jahren lebt das Stockentenpaar nun auf dem riesigen Gelände der Feuerwache in Köln-Ostheim. Dort können sie nach Herzenslust frei herumlaufen und sich ihre Leibspeisen suchen: Schnecken, Würmer oder Wasserpflanzen. Dieses Jahr hatten sie sogar zum ersten Mal Junge – ein klares Zeichen, dass sie sich bei der Feuerwehr richtig wohlfühlen.

Tierretter – ein Traumjob

Der Verantwortung, die sie in ihrem Beruf tragen, sind Peter Melzer und Klaus Frei sich bewusst. Für sie käme kein anderer Job mehr in Frage, denn der Job sei nicht nur abwechslungsreich, man bekomme auch viel Dank. „Manchmal schicken Halter auch kleine Briefchen an uns, die ihr Tier durch uns wiederbekommen haben“, erzählt Klaus Frei. Das sei ein tolles Gefühl und motiviere ihn bei seiner Arbeit.

Tiere retten sei nicht nur ihr Beruf, sondern auch ihre Berufung, sagen die Feuerwehrmänner. Denn sie wissen: Allein in Köln brauchen jährlich mehr als 3.000 Tiere ihre Hilfe. In Nordrhein-Westfalen sind es insgesamt fast 10.000 Tiere, die von der Feuerwehr pro Jahr aus Notlagen gerettet werden.

Hier sehen Sie einige Bilder von der Preisverleihung:

Gruppenfoto der Gewinner des Deutschen Tierschutzpreise 2012
Simone Sombecki spricht bei der Preisverleihung
Feuerwehrmann hält seine Dankesrede

Autorin: Anna Funke


Stand: 19.10.2012