Tierheim Paderborn im Porträt
Freud und Leid im Tierheim
- Sonntag, 11. November 2012, 18.15 - 19.10 Uhr
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Spaniel-Mischlingshündin Tera aus dem Tierheim Paderborn freut sich: Gleich geht es zum Schwimmen, und das tut ihr gut. Als Folge eines Autounfalls ist ein Vorderbein leicht steif, und das Schwimmen hilft ihr. Ein Physiotherapiezentrum für Tiere mit großem Schwimmbad in der Nähe ermöglicht es Tierheimhunden, kostenlos das Becken zu nutzen. Das ist besonders für die Tierheimtiere eine wichtige Abwechslung und verspricht Freude und Ausgleich.
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Die Spaniel-Mischlingshündin Tera hat als Folge eines Autounfalls ein leicht steifes Bein. Das Training im Wasser tut ihr gut.
Tera ist etwa vier Jahre alt und sehr anhänglich und verspielt. Obwohl sie ganz leicht humpelt, läuft sie gerne und auch lange – ganz so wie andere gesunde Hunde auch. Eine Familie wäre ideal für die kontaktfreudige Tera. Sie ist erst seit Anfang September im Tierheim.
Ebenfalls noch nicht lange im Tierheim Paderborn: Jaman, genannt Jamie, ein Dalmatinerrüde. Jamie trauert sehr, sein Jammern ist im Tierheim häufig zu hören. Nach einem Schlaganfall kann sein Herrchen sich nicht mehr um ihn kümmern, und das verkraftet Jaman nicht gut. Er möchte wieder zurück in sein altes Leben. Im Tierheim kommt er nicht gut klar, da er sich überhaupt nicht an die neue Situation gewöhnen kann. Deshalb ist ein „neues“ Leben für ihn so wichtig. Jaman ist 2001 geboren und seit Anfang Oktober im Tierheim. Manchmal zeigt er sich dickköpfig, vor allem, wenn Frauen mit ihm spazieren gehen wollen. Er bevorzugt eindeutig männliche Ausführer, zu diesen baut er schnell eine Bindung auf.
Für die vielen Katzen hier macht es kaum einen Unterschied, ob Mann oder Frau. Mit 250 Tieren begegnet uns in Paderborn die bisher höchste Anzahl aufgenommener Katzen. Einige davon sind auf Pflegestellen untergebracht, andere warten in der Quarantänestation. Darunter viele junge und vor allem noch Infekt anfällige Katzen – manche überstehen die Quarantäne nicht.
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250 Katzen leben zurzeit im Tierheim Paderborn: im Tierheim selbst, auf Pflegestellen oder in der Quarantänestation.
Karin Keuter vom Tierheim Paderborn erzählt, dass die Menschen sich erst aufregen und reagieren, wenn die kleinen Katzen in Garagen oder Carports gefunden werden – viel zu spät. Sinnvoll wäre es, frei lebende Katzen rechtzeitig einzufangen und zu kastrieren.
In einem abgetrennten Hof des Tierheims toben sich Shy und Shadow den Frust von der Seele. Die beiden Hütehund-Mischlinge haben Schlimmes erlebt, sie wurden von ihrem ehemaligen Besitzer schlecht gehalten und geschlagen. Vor fünf Jahren kamen die Hunde hierher, nachdem sie beschlagnahmt wurden. Damals waren sie extrem verwahrlost und abgemagert und reagierten sehr verängstigt. Mittlerweile haben beide zugelegt, doch die Angst ist geblieben. In den letzten Jahren sind sie etwas selbstsicherer geworden, auch durch die Bemühungen des Paderborner Tierheims. Shadow ist aufgeschlossener und neugieriger als sein Hundefreund: Shy ist zwar verträglich, aber ängstlicher, und er mag es nicht, berührt zu werden.
Wenn einer der beiden zum Tierarzt muss, reagiert der andere sehr verstört, denn Shy und Shadow hängen sehr aneinander. Sie brauchen unbedingt erfahrene Hundehalter, die den Hunden Sicherheit und Rückhalt geben.
Die einen suchen ein neues Zuhause, ein anderer stellt sich quer. Uri ist der einzige Hund im Tierheim, der nicht dringend vermittelt werden muss, denn der Rüde schätzt die Routine im Tierheim über alle Maßen. Dort sind die Abläufe geregelt, zu festen Uhrzeiten gibt es Essen oder Spaziergänge – das ist wichtig für Uri. Jede Abweichung von der Routine bringt ihn aus dem Konzept. Die bisherigen Versuche in einem neuen Zuhause gingen jedes Mal schief. Uri reagiert bei einer Vermittlung unruhig, kann sich nicht eingewöhnen und bekommt sofort epileptische Anfälle. Doch kaum ist Uri zurück im Tierheim, blüht er wieder auf.
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Rüde Uri schätzt die Sicherheit des Tierheims. Karin Keuter möchte ihn daher nun an ein Leben in einem echten Zuhause gewöhnen.
Tierheimmitarbeiterin Karin Keuter will Uri zu sich nehmen, deshalb baut sie nach und nach eine stärkere Bindung auf und gewöhnt ihn ganz langsam an ihr Zuhause, damit ihm der Abschied vom Tierheim leichter fällt. Karin Keuter ist ihm sehr vertraut, und weil sie sich Zeit lässt mit der Eingewöhnung, ist Uri vielleicht irgendwann überzeugt davon, dass es in einem richtigen Zuhause schöner ist, als es in einem Tierheim jemals sein kann.
Autorin: Susanne d’Alquen
Stand: 11.11.2012
- Tierheim Paderborn Homepage
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