Tierheim Remscheid im Porträt

Ein Tierheim mitten im Grünen

  • Sonntag, 18. November 2012, 18.15 - 19.10 Uhr

Tassilo mit einer Pflegerin

Tierheim Remscheid im Porträt

(55:00)

Sonntag, 18. November 2012, 18.15 - 19.10 Uhr

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Ein ehemaliger Bauernhof in Remscheid-Lennep: Seit seiner Renovierung ist aus dem Bauernhof ein Tierheim geworden, und das liegt mitten im Grünen. Ringsum Wiesen und Wege – das ist ein großer Vorteil für die Menschen, die mit den Tierheimhunden eine Runde durchs Grüne drehen möchten. Ein Hund allerdings begnügt sich nicht mit Spaziergängen: Bordeauxdoggen-Mischling Bones freut sich besonders, wenn Holger F. kommt – ein ehemaliger Marathonläufer. Regelmäßig sind die beiden laufend unterwegs, meist zwei Stunden lang. Beide sind aufeinander eingespielt und haben denselben Laufrhythmus. Für Bones bedeutet das auch, dass er sich auspowern kann – und ein entspannter und ausgelasteter Hund ist leichter zu vermitteln. Bones ist 2007 geboren worden und kastriert. Er verträgt sich gut mit Hündinnen, Rüden sind nicht sein Fall. Bones braucht unbedingt noch Erziehung, deshalb wäre der Besuch einer Hundeschule wichtig für ihn. Holger F. kann sich gut vorstellen, dass er jemanden findet, der ebenso gerne mit ihm längere Strecken läuft.



Tassilo mit einer Pflegerin

Für solche Herausforderungen ist ein anderer nicht mehr fit genug: Tassilo, ein Schäferhund-Collie-Mix. Der Rüde ist mit vier Monaten als „Angstbeißer“ ins Tierheim gekommen und lebt seitdem hier. Nun ist er elf Jahre alt – für die Tierheimmitarbeiter ein besonders trauriger Fall. Tassilo ist immer noch sehr ängstlich Fremden gegenüber, seinen Bezugspersonen allerdings vertraut er sehr und schmust gerne mit ihnen. Die letzten Jahre in einem eigenen Zuhause – das wünschen sich die Tierheimmitarbeiter nach all den langen Jahren im Zwinger für ihn.

Noch mehr Sorgenkinder gibt es auf der Quarantänestation: Manche Katzen verkraften die große Zahl der Tiere im Heim nicht und reagieren auf den Stress mit Krankheit. 140 Katzen gibt es momentan im Tierheim Remscheid. Einige davon sind nicht fit, denn der Platzmangel geht auf das Immunsystem. Diese Situation unterscheidet sich nicht von anderen Tierheimen, deren Katzenhäuser überfüllt sind.

Dieses Tier macht einen Unterschied zu anderen Tierheimtieren: Helmut, der Ziegenbock, denn er darf bleiben. Im Ziegengehege draußen ist viel Platz für den Weitgereisten, denn Helmut hat sich mindestens ein halbes Jahr lang alleine in den Wäldern durchgeschlagen. Immer mal wieder wurde er gesichtet, aber keiner konnte ihn einfangen. Bis sich der Bock eines Tages völlig erschöpft in einer Garage ausruhte – und so ins Tierheim gebracht werden konnte. Dort lebt er nun friedlich mit einer Gruppe Ziegen zusammen.

Eine Pflegerin mit dem Ziegenbock Helmut

Längst hat er sich von seiner Wanderschaft erholt und ist offenbar sehr auf Menschen fixiert: Sobald sich Besucher über das Geländer lehnen, kommt Helmut und gibt „Küsschen“.

Im Gegensatz zu Helmut soll Charlie dringend vermittelt werden. Der Kakadu ist in den besten Jahren, und im Tierheim ist es eigentlich viel zu eng für ihn. Er wird nur dorthin vermittelt, wo man viel Zeit für ihn hat, denn Papageien dürfen nicht den ganzen Tag alleine gelassen werden und brauchen Ansprache und Kontakt. Außerdem werden sie sehr alt, darüber müssen sich zukünftige Halter Gedanken machen.

Ein Katzenjunges wird gefüttert

Seit Wochen schon bekommt Charlie Besuch, denn ein neues Zuhause ist in Sicht. Bis die Vorkontrollen überstanden sind, will seine zukünftige Besitzerin ihn möglichst gut kennenlernen. Sie ist darauf eingestellt, dass sie zusammen mit dem Kakadu alt werden kann – das wäre auch eine tolle Perspektive für die anderen Tiere im Tierheim Remscheid.

Autorin: Susanne d’Alquen


Stand: 18.11.2012