Katzenhaus Bergheim

  • Sonntag, 30. Dezember 2012, 18.15 - 19.10 Uhr

Franziska Henseler sitzt an ihrem Schreibtisch, davor eine Katze

Katzenhaus Bergheim

(55:00)

Sonntag, 30. Dezember 2012, 18.15 - 19.10 Uhr

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Einerseits ist es praktisch, dass Franziska Henseler mitten im Tierheim Bergheim ihre Wohnung hat, denn so sind es nur wenige Schritte bis zu ihrer Arbeitsstelle, dem Katzenhaus. Andererseits ist sie Tag und Nacht vor Ort, und das bedeutet, dass selbst der Gang zur Mülltonne am Abend noch eine Überraschung bringen kann. Ein Karton mit ausgesetzten Tieren zum Beispiel erfordert sofortiges Handeln. Die Tiere müssen gecheckt und untergebracht werden, und vor allem soll ihnen gezeigt werden, dass sie hier nicht überflüssig, sondern erwünscht sind. Draußen, rund um das Katzenhaus, fühlen sich auch die Streuner und Freigänger wohl: Überall sind kleine Futterplätze angelegt, und für die kalte Jahreszeit gibt es kleine Häuschen, die mit Decken und Futternäpfen ausgestattet sind.

Franziska Henseler sitzt an ihrem Schreibtisch, davor eine Katze

Aber nicht nur die Freigänger erhalten einen Extraservice. Im Katzenhaus selbst sind die Tiere in verschiedenen kleinen Katzenzimmern untergebracht. Franziska Henseler hat einen Blick dafür, wer mit wem kann und dementsprechend gibt es gesonderte Räume für scheue Tiere oder für Paare wie Mutter und Kind. Damit sich auch die ganz schüchternen Tiere nach vorne wagen, wenn Interessenten kommen, ist regelmäßig jemand zu Besuch, der mit den Katzen spielt: Gerd Brüggemann weiß, wie Katzen ticken und wickelt sie auf seine Weise um den Finger. Unter dem vielen Spielzeug, das er für die Katzen mitbringt, ist eines, das besonders oft zum Einsatz kommt: Eine lange Schnur, die er so weit abwickelt, dass die Katzen sie zunächst nicht mit ihm in Verbindung bringen, wenn sie nach dem Schnurende jagen. Sein Trick: Nach und nach wickelt er die Schnur kürzer, die Tiere kommen so näher. Es entstehen zufällige Berührungen, die Katzen verlieren ihre Scheu, weil die Neugier siegt. Auf diese Weise und mit viel Geduld hat er es geschafft, dass schon viele Tiere handzahm und somit vermittelbarer geworden sind, denn kontaktfreudige Katzen ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich.

Schwarze Katze

Gerd Brüggemann ist sich sicher: Wenn die Menschen sich mehr Mühe geben würden, sich in ein Tier einzufühlen, dann könnten sie besser nachempfinden, was es für eine Katze bedeutet, aus ihrer gewohnten Umgebung und von ihren Menschen weggegeben zu werden.

Autorin: Susanne d’Alquen


Stand: 29.12.2012