Meerschweinchen-Nothilfe
Tiere suchen ein Zuhause besucht ein privates Projekt in Köln
- Sonntag, 13. Januar 2013, 18.20 - 19.10 Uhr
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Vor einigen Jahren gründete eine 17-jährige Schülerin in Köln eine private Meerschweinchen-Nothilfe. Mittlerweile ist Renée Franz 23 Jahre alt, Studentin der Germanistik und mitten in der Abschlussarbeit. Und immer noch steckt sie viel Zeit und Engagement in ihr Projekt.
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Renée Franz steckt seit vielen Jahren viel Arbeit und Engagement in ihre private Meerschweinchen-Nothilfe.
Meerschweinchen sind für die Studentin das Allergrößte. Jedes dieser Tiere verdient ihrer Meinung nach ein schönes und artgerechtes Zuhause. Vor sieben Jahren gründete sie in Köln deshalb eine private Meerschweinchen-Nothilfe – eine Einrichtung, die Abgabetiere aufnimmt und weitervermittelt. Momentan leben in dem großen Außengehege 21 Meerschweinchen. Einige von ihnen sind unvermittelbar, weil sie zu alt oder chronisch krank sind. Aber für alle anderen hofft die Studentin, möglichst bald ein neues Zuhause zu finden. Und dafür müssen die Tiere fit sein.
Der „Meerschweinchen-TÜV“
Aus diesem Grund geht es für alle Tiere regelmäßig zum „Meerschweinchen-TÜV“. Mindestens zwei Stunden lang überprüft Renée Franz den Gesundheitszustand der Tiere. Auf der Prüfliste stehen Zähne, Augen, Ohren, Gewichtskontrolle sowie Krallenschneiden und Fell-Check. Kleinere Verletzungen oder leichte Krankheiten wie Pilz- oder Milbenbefall behandelt Renée selbst. Mittlerweile ist sie zur Meerschweinchen-Expertin geworden. Bereits als Kind war sie von den kleinen Nagern fasziniert. Anfangs hatte sie nur zwei oder drei Meerschweinchen zu Hause. Doch als sie 15 war, wurden es plötzlich mehr.
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Auch das Krallenschneiden gehört zum Meerschweinchen-TÜV.
Am Anfang stand die Zucht
Eines ihrer Meerschweinchen war gestorben. In einer Zoohandlung entdeckte sie ein Weibchen, das sie sofort haben wollte. Zu Hause entpuppte sich das Tier als trächtig. Das Ergebnis: Drei Nachkömmlinge wurden geboren. Renée war begeistert von den „süßen Babys“ und kam auf den Geschmack. Die damalige Schülerin wollte noch mehr Junge, informierte sich über Genetik und begann schließlich zu züchten. Diese Phase dauerte etwa anderthalb Jahre. Zunächst lief alles bestens. Doch es dauerte nicht lange, da kamen immer mehr Leute zu ihr, die kein Meerschweinchen kaufen, sondern eines abgeben wollten, mit dem Argument, sie hätte doch so viele und da könnte man doch noch eines übernehmen. Grund genug für Renée, das Züchten aufzugeben und stattdessen Tieren ein Zuhause zu geben, die bei ihren Besitzern nicht mehr willkommen sind.
Von der Züchterin zur Tierschützerin
Mit gerade mal 17 Jahren gründete sie die Meerschweinchen-Nothilfe. Die Anlage gilt als tierheimähnliche Einrichtung und wurde vom Veterinäramt abgenommen. Mindestens 15 Stunden Arbeit investiert Renée Franz pro Woche in die Nothilfe. Neben Futterzubereitung, Stallsäubern oder Tierarztfahrten vereinbart sie noch Termine für die Tieraufnahme. Bis zu 20 Meerschweinchen werden pro Monat abgegeben. Die Gründe sind vielseitig: Desinteresse, Zeit– oder Geldmangel. Manchmal sind die Tiere auch krank oder verwahrlost.
Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere
Umso mehr hofft Renée Franz, dass ihre Zöglinge künftig ein besseres Zuhause finden. Bei den Vermittlungsgesprächen nimmt sie sich deshalb viel Zeit und klärt vor allem darüber auf, dass Meerschweinchen Beobachtungs- und Fluchttiere sind. Viele Interessenten glauben nämlich noch immer, dass die Nager gerne kuscheln.
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Immer wieder muss die Studentin darüber aufklären, dass Meerschweinchen keine Streicheltiere sind.
Zwischen 25 und 45 Euro Schutzgebühr erhält sie für jedes vermittelte Tier. Damit kann sie so gerade die Unkosten für die Nothilfe abdecken. Trotz ihres Engagements für die Tiere und der Abschlussarbeit an der Uni findet sie noch ausreichend Zeit für ein Privatleben. Aber auch dort, gesteht sie, tauchen die Meerschweinchen irgendwie immer auf.
Autor: Jörg E. Mayer
Stand: 11.01.2013
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